1.9.5 (k1985k): Besuch des paraguayischen Staatspräsidenten Alfredo Strößner in der Bundesrepublik

Zum Text. Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

Besuch des paraguayischen Staatspräsidenten Alfredo Strößner in der Bundesrepublik

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(10.11 Uhr)

Der Bundeskanzler geht auf die öffentliche Kritik an der Einladung des Staatspräsidenten von Paraguay, General Alfredo Strößner, zu einem Besuch der Bundesrepublik Deutschland ein. Er erläutert die Vorgeschichte der Einladung und weist darauf hin, daß Präsident Strößner bereits 1973 als geladener Gast in der Bundesrepublik gewesen sei. Ihn störe an der ganzen Kampagne, so erklärt der Bundeskanzler weiter, daß bei kleinen Ländern mit undemokratischen Regierungen ein wesentlich härterer Maßstab der Kritik angelegt werde als bei größeren Ländern mit totalitären Führungen. Die Bundesregierung könne viel Zeit sparen, wenn sie Einladungen nur unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte aussprechen würde. Im übrigen werde er gegenüber dem Besucher auch den Fall Mengele ansprechen.

Es schließt sich eine Aussprache an, an der sich neben dem Bundeskanzler BM Warnke sowie die StM Möllemann und Mertes beteiligen. Dabei weist BM Warnke darauf hin, daß auch Israel diplomatische Beziehungen mit Paraguay unterhalte, die zudem nach Auskunft des israelischen Botschafters in Bonn gut seien. Abschließend bittet der Bundeskanzler, daß sowohl St Boenisch diesen Punkt in der Pressekonferenz ansprechen als auch das AA die näheren Umstände des Besuchs von 1973 offiziell bestätigen solle.

Extras (Fußzeile):