2.42.7 (k1973k): A. Deutsch-amerikanischer Devisenausgleich

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A.] Deutsch-amerikanischer Devisenausgleich

(11.44 Uhr)

Das Kabinett stimmt auf Vorschlag von BM Scheel folgender erhöhten Verhandlungsrichtlinie zu: 10

10

Siehe 93. Sitzung am 15. Dez. 1971 TOP B (Kabinettsprotokolle 1971, S. 372). - Vgl. die Aufzeichnungen des AA vom 22. und 29. Okt. 1973 in AA, B 130, Bde. 2092A und 8865A, sowie B 136/56478, weitere Unterlagen in B 102/211148, B 126/63045 und 69377 bis 69381, B 136/56479, und AA, Zwischenarchiv, Bd. 106360, sowie AA, B 130, Bde. 1920A, 8863A, und 8864A. - Das letzte Abkommen über den Ausgleich von Kosten für die Stationierung US-amerikanischer Truppen in der Bundesrepublik für die Zeit vom 1. Juli 1971 bis 30. Juni 1973 hatte ein Volumen von 6,65 Milliarden DM. Die Verhandlungen über ein neues Abkommen began nen am 18./19. Sept. 1973 in Washington (vgl. die Aufzeichnungen des AA vom 4. und 19. Sept. 1973 in AA, B 130, Bd. 8864A, und AAPD 1973, S. 1345-1354 und 1400-1404). Angesichts der wechselkurspolitischen Ereignisse seit dem Sommer 1971 war bei den Verhandlungen die veränderte ökonomische Ausgangslage gegenüber den 1960er Jahren zu berücksichtigen. Die Abwertung des US-Dollar am 12. Febr. 1973 und der Übergang zur freien Wechselkursbildung seit März 1973 verbesserte die Wettbewerbssituation der US-amerikanischen Wirtschaft und die Devisenbilanz der USA. Zudem gab es erhebliche Bestrebungen im Repräsentantenhaus und im Senat, die Truppenpräsenz in Europa zu vermindern. Während die USA für die Jahre 1974 und 1975 8,2 Milliarden DM und die Übernahme von rund 1 Milliarde DM für Betriebskosten für die 7. Armee in der Bundesrepublik forderten, zog die deutsche Seite für einen zweijährigen Devisenausgleich zunächst militärische Beschaffungen in Höhe von rund 2 Milliarden DM und die Fortsetzung der Infrastrukturinvestitionen (z. B. Kasernensanierung) in Höhe von 600 Millionen DM in Betracht, lehnte die Übernahme von Betriebskosten grundsätzlich ab, zeigte aber Bereitschaft, ausnahmsweise Flugplatzgebühren und Grundsteuern für Betreuungseinrichtungen zu übernehmen.

-

militärische Beschaffungen

rd. 2,75 Mrd. DM

-

Kasernensanierung

0,60 Mrd. DM

-

Urananreicherung

0,18 Mrd. DM

-

Landegebühren, Grundsteuern

0,02 Mrd. DM

3,55 Mrd. DM

Ob die Finanzierung des Urangeschäftes aus dem Plafond des Einzelplanes 30 (BMFT) oder durch eine entsprechende Aufstockung dieses Einzelplanes erfolgt, bleibt einer späteren Klärung vorbehalten. 11

11

Zu den Verhandlungen der Firma NUKEM GmbH, Hanau, mit der United States Atomic Energy Commission (USAEC) über den Kauf von Uran-Anreicherungseinheiten vgl. die Aufzeichnung des AA vom 10. Mai 1973 in AAPD 1973, S. 653-658, Unterlagen in AA, Zwischenarchiv, Bde. 106360 und 112708. - Zur Uran-Versorgung durch die USA Fortgang 107. Sitzung am 16. April 1975 TOP E (B 126/36199), zum Abkommen für den 1. Juli 1973 bis 30. Juni 1975 vom 25. April 1974 Fortgang 56. Sitzung am 27. März 1974 TOP D (B 136/36194).

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