2.17.7 (k1970k): A. Fall Spreti

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 4). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[A.] Fall Spreti

Bundesminister Scheel berichtet über die Bemühungen der Bundesregierung um Freilassung des Grafen Spreti. 9 An der sich daraus ergebenden Diskussion beteiligen sich die Bundesminister Genscher, Jahn, Dr. Eppler und Prof. Dr. Ehmke. Darüber hinaus teilt Bundesminister Scheel mit, daß

9

Der deutsche Botschafter in Guatemala Karl Graf von Spreti war am 31. März 1970 von Angehörigen der linksextremistischen Guerillabewegung Fuerzas Armadas Revolucionarias (FAR) entführt worden, um u. a. die Freigabe von 16 Rebellen zu erzwingen. Die Bundesregierung hatte erfolglos an die guatemaltekische Regierung appelliert, auf die Forderungen der Entführer einzugehen und die verurteilten Gefangenen freizulassen. Am 5. April 1970 war Spreti von seinen Entführern erschossen worden. Vgl. den Vermerk des AA vom 9. April 1970 in B 136/6173, weitere Unterlagen in AA B 33-I B 2, Bde. 554 bis 558, B 106/103800, B 122/6750 und B 145/8241 sowie die Schreiben der deutschen Botschaft in Guatemala an das AA vom 31. März und 4. April 1970 und die Aufzeichnung des AA vom 3. April 1970 in AAPD 1970, S. 538, 563 f. und 560-562.

a)

zu gegebener Zeit eine Dokumentation zum Fall Spreti der Öffentlichkeit übergeben werden soll,

b)

der Flug nach Guatemala dem Zwecke diene, dem ermordeten Botschafter der Bundesrepublik in Guatemala durch Teilnahme an der Messe die letzte Ehre zu erweisen. 10

10

Scheel flog am 9. April 1970 nach Guatemala, um Spreti nach Deutschland zu überführen. Vgl. den Vermerk des BMVg vom 8. April 1970 mit dem Programm für die Überführung und Trauerfeier am 10./11. April 1970 in B 136/6173.

Bundesminister Scheel erläutert ferner, daß er dem Präsidenten von Guatemala den Standpunkt der Bundesregierung kurz darlegen wird. 11 Bei der Zwischenlandung in den USA wird er dem Bundeskanzler vortragen, welche Vorsorgemaßnahmen für deutsche Diplomaten im Ausland zur Zeit geprüft werden. 12

11

In seiner Erklärung vom 10. April 1970 gegenüber Staatspräsident Julio César Méndez Montenegro wertete Scheel die Haltung der guatemaltekischen Regierung als Verletzung des geltenden Völkerrechts und äußerte Unverständnis angesichts der Tatsache, dass die Regierung anlässlich der Entführung ihres eigenen Außenministers Alberto Fuentes Mohr am 28. Febr./ 1. März 1970 auf die Forderungen der Rebellen eingegangen sei. Er kündigte zudem den Rückzug von Botschaftspersonal an. Vgl. die Anlage 4 der Dokumentation der Bundesregierung über die Bemühungen zur Freilassung des entführten deutschen Botschafters Karl Graf von Spreti vom 15. April 1970 (BT-Drs. VI/622) in B 136/6173.

12

Zu Brandts USA-Reise vom 4. bis 11. April 1970 vgl. 24. Sitzung am 23. April 1970 TOP 2. - Fortgang 23. Sitzung am 16. April 1970 TOP A.

Extras (Fußzeile):