2.41.2 (k1970k): B. Gespräche über die Lieferung eines LKW-Werks an die Sowjetunion

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 3). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Gespräche über die Lieferung eines LKW-Werks an die Sowjetunion

Staatssekretär Rohwedder berichtet über die Gespräche, die eine sowjetische Delegation gegenwärtig mit Daimler-Benz und mit deutschen Banken über die Lieferung eines LKW-Werks führt. 3 Er teilt mit, daß die sowjetische Delegation ihn um ein Gespräch insbesondere über die aufgetretenen Finanzierungsprobleme gebeten habe. Er werde die Herren am heutigen Nachmittag empfangen und sich im Hinblick auf die Moskau-Reise von Minister Schiller lediglich rezeptiv verhalten. 4 Das Kabinett nimmt zustimmend Kenntnis. Bundesminister Ehmke bittet um schnelle Unterrichtung der beteiligten Ressorts und des Bundeskanzleramtes über das bevorstehende Gespräch. 5

3

Siehe 38. Sitzung am 27. Aug. 1970 TOP J. - Vgl. den Sprechzettel des BMWi vom 23. Sept. 1970 in B 102/149691, den Vermerk des BMWi vom 24. Sept. 1970 in B 102/111510 und die Aufzeichnung des AA vom 7. Okt. 1970 in AA B 63, Bd. 437, weitere Unterlagen in B 102/78309 bis 78311, 100011, 214575 und 313119 sowie AA B 63, Bd. 436. - Die sowjetische Delegation unter Leitung Tarassows hielt sich zu weiteren Verhandlungen über eine Beteiligung der Daimler-Benz AG am Bau des LKW-Werks vom 21. bis 30. Sept. 1970 in der Bundesrepublik auf. An dem Großprojekt sollten sowjetische Firmen, Betriebe des Ostblocks und westeuropäische Hersteller beteiligt werden. Die Sowjetunion erwartete von der Bundesregierung für die auf die Bundesrepublik entfallenden Lieferungen und Leistungen die Gewährung zinsgünstiger Kredite.

4

Zu Schillers Moskau-Reise vom 24. bis 27. Sept. 1970 vgl. 42. Sitzung am 1. Okt. 1970 TOP 3.

5

Während des Gesprächs mit Schiller am 30. Sept. 1970 bezifferte Tarassow den Kreditbetrag mit 1,5 Milliarden  DM und betonte, dass mit Renault bereits ein Vertrag über Lieferungen in Höhe von 350 Millionen Franc abgeschlossen worden sei. Vgl. das Protokoll über Rohwedders Gespräch mit der sowjetischen Delegation, Vertretern der Deutschen Bank AG und der Daimler-Benz AG am 24. Sept. 1970 im BMWi und Rohwedders Bericht an Schiller vom selben Tag sowie das Wortprotokoll über Schillers Gespräch mit diesem Personenkreis am 30. Sept. 1970 in B 102/78310. - Zur Frage einer finanziellen Beteiligung der Bundesrepublik vgl. 49. Sitzung am 19. Nov. 1970 TOP 6 (Vorschau auf die Entwicklung der Bundesbürgschaften für den Außenhandel). - Die Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und der Daimler-Benz AG scheiterten im März 1971. Das staatliche französische Unternehmen Renault übernahm die Leitung eines Firmen-Konsortiums zum Aufbau des LKW-Werks bei Nabereschnyie Tschelny (Tatarische ASSR). Vgl. den Vermerk des BMWi vom 2. Juli 1971 in B 102/313119.

Extras (Fußzeile):