2.51.7 (k1970k): 4. Europäische Organisation für Kernforschung (CERN); Vorhaben eines großen Protonenbeschleunigers, BMBW

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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4. Europäische Organisation für Kernforschung (CERN); Vorhaben eines großen Protonenbeschleunigers, BMBW

(12.46 Uhr)

Das Kabinett stimmt der Vorlage des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft vom 17. November 1970 zu. 13 Der Beschluß über die deutsche Beteiligung soll zunächst nicht bekanntgegeben werden.

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Siehe 9. Sitzung am 11. Dez. 1969 TOP 11 (Kabinettsprotokolle 1969, S. 466). - Vorlage des BMBW vom 17. Nov. 1970 in B 138/4672 und B 136/6101, weitere Unterlagen in B 138/4675 und B 196/200818. - Der Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire plante den Bau eines 300 Gigaelektronenvolt-Synchrotrons mit einem Durchmesser von 3 km und hatte nach aufwändigen Bodenuntersuchungen in den Ländern der potentiellen Projektteilnehmer Frankreich, Belgien, Österreich, Italien und der Bundesrepublik u. a. Drensteinfurt bei Münster als geeigneten Standort ermittelt. Nachdem der CERN-Rat für keinen der ausgewiesenen Standorte mit den beteiligten Staaten ein Einvernehmen erreichen konnte, hatte er als Alternative vorgeschlagen, den Bau auf dem Gelände neben dem Forschungszentrum in Genf-Meyrin nach neuerer Technologie mit 2,2 km Durchmesser zu errichten und die schon bestehenden technischen Anlagen mit zu nutzen. Die Entscheidung für das Alternativprojekt, dessen Kostenaufwand ein Drittel geringer geschätzt wurde, sollte auf der Ratstagung im Dezember 1970 getroffen werden. - Der BMBW hatte das Kabinett um Zustimmung zur Projektteilnahme und im Rahmen der europäischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit um einen Teilnahmeappell gebeten, insbesondere an die britische Regierung, die sich 1968 zunächst von dem Projekt distanziert hatte.

BM Leussink verliest den Text einer vorläufigen „Sprachregelung". Das Kabinett nimmt zustimmend Kenntnis. 14

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Vgl. den Vermerk vom 16. Nov. 1970 in B 138/4672. - Demnach sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, um eine größtmögliche Beteiligung zu erreichen. Falls sich Großbritannien gegen eine Teilnahme entscheide, sollte das Vorhaben dennoch mit deutscher Mitwirkung durchgeführt werden. - Nach einer erneuten Vertagung beschloss der CERN-Rat auf seiner Tagung am 19. Febr. 1971 das Vorhaben mit einem Finanzvolumen von rund 1,15 Milliarden DM unter weiterer Beteiligung der Niederlande, Schwedens, Norwegens und Großbritanniens. Vgl. das Schreiben des BMBW an das Bundeskanzleramt vom 25. Febr. 1971 in B 136/6101.

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