2.54.15 (k1970k): F. Versorgungslage in der DDR

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[F.] Versorgungslage in der DDR

(11.45 Uhr)

BM Ehmke berichtet über die beträchtlichen Schwierigkeiten, die sich in der Versorgungslage der DDR bemerkbar gemacht haben, und die Befürchtungen Ost-Berlins, daß die Unruhen in Polen auf die DDR übergreifen. 27

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Witterungsbedingte Ernteausfälle, Transportstörungen, eine angespannte Energiewirtschaft und schlechte Leistungen der Bauwirtschaft hatten ein abgeschwächtes Wachstum, Exportrückstände und Mängel in der Bereitstellung von Lebensmitteln, anderen Konsumgütern und Brennstoffen für die Bevölkerung zur Folge. Die DDR sah sich Ende 1970 zur Korrektur des Volkswirtschaftsplans 1970 und des Entwurfs für den Perspektivplan 1971-1975 sowie zur Revision ihrer Investitionspolitik gezwungen. Vgl. den Vermerk des BMWi vom 30. Nov. 1970 in B 136/6630. - Polen befand sich in einer vergleichbaren wirtschaftlichen Lage. Nachdem die polnische Regierung die Preise für Lebensmittel und andere Konsumgüter kurz vor Weihnachten um bis zu 38% erhöht hatte, kam es in Gdansk (Danzig), Zoppot und Gdynia (Gdingen) vom 14. bis 22. Dez. 1970 zu Protestdemonstrationen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei sowie zu Plünderungen und Brandstiftungen. Nach offiziellen Angaben starben dabei 45 Personen, über 1100 wurden verletzt. Vgl. „Die Welt" vom 14. Dez. 1970, S. 11, und „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 17. Dez. 1970, S. 1 und 5, sowie die „Ausführungen Edward Giereks auf dem 8. ZK-Plenum der PVAP" in „Berliner Zeitung" vom 8. Febr. 1971, S. 2.

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