3.3 (k1970k): Sonstige 1970 erwähnte Personen

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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Sonstige 1970 erwähnte Personen

Wilfried Ahrens (geb. 1935)

1971-1972 Chefredakteur der Zeitschrift „Quick", anschließend Tätigkeit als freier Journalist und Autor.

Andreas Baader (1943-1977)

Ab 1968 einer der Anführer der „Rote-Armee-Fraktion" (RAF), 1972 Verhaftung, nach Prozess vor dem OLG Stuttgart (Stammheim) 1977 Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe, nach gescheitertem Freipressungsversuch Selbsttötung.

Dr. Rainer Barzel (1924-2006)

1941-1945 Kriegsdienst, anschließend Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaft, 1949-1956 Tätigkeit bei der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, 1956 Geschäftsführendes Mitglied des Präsidiums des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der CDU, 1957-1987 MdB (CDU), 1962-1963 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1963-1964 stellvertretender und amtierender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1964-1973 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1971-1973 Bundesvorsitzender der CDU, 1973-1979 Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main, 1977-1979 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, 1980-1982 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags, 1982-1983 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen, 1983-1984 Präsident des Deutschen Bundestags, 1980 und 1986-1990 Koordinator für deutsch-französische Zusammenarbeit.

Eugen Beihl (geb. 1911)

Kaufmann, seit 1935 in Spanien, Repräsentant verschiedener deutscher Firmen, seit 1965 Wahlkonsul der Bundesrepublik Deutschland für die Provinzen Guipúzcoa und Navarra, am 1. Dez. 1970 von der baskischen Untergrundorganisation ETA entführt, Freilassung am 25. Dez. 1970.

Ernst Benda (1925-2009)

1943-1946 Reichsarbeitsdienst, Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1951 Studium der Rechtswissenschaften sowie der Journalistik und Politischen Wissenschaften, 1951-1955 Juristischer Vorbereitungsdienst, 1955-1971 Tätigkeit als Rechtsanwalt, 1946 Eintritt in die CDU, 1952-1954 Vorsitzender der Jungen Union in Berlin, 1955-1957 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, 1957-1971 MdB (CDU), 1967-1968 Parlamentarischer Staatssekretär beim BMI, 1968-1969 Bundesminister des Innern, 1969-1971 Mitglied des Vorstands der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1971-1983 Präsident des Bundesverfassungsgerichts, seit 1978 Honorarprofessor an der Universität Trier, 1984-1993 Professor für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Verfassungsrecht an der Universität Freiburg im Breisgau, 1967-1970 Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, 1995 Präsident des 26. Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Dr. Bernhard Benning (1902-1974)

1921-1923 Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, 1924-1928 Studium der Nationalökonomie, 1928-1933 Wirtschaftswissenschaftliche Forschungstätigkeit im Statistischen Reichsamt und im Institut für Konjunkturforschung, Berlin, 1933-1945 Reichs-Kredit-Gesellschaft AG, Berlin, dort Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung und stellvertretender Leiter der Bank, 1945-1950 Internierung durch die sowjetische Armee (NKWD) in den Lagern Frankfurt (Oder), Jamlitz, Mühlberg (Elbe), Buchenwald, 1950-1972 Mitglied des Direktoriums der Bank deutscher Länder bzw. der Deutschen Bundesbank.

Dr. Norbert Blüm (geb. 1935)

1949-1957 Ausbildung zum und Tätigkeit als Werkzeugmacher bei der Adam Opel AG, Rüsselsheim, 1949 Eintritt in die IG Metall und die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), 1952-1956 Vorsitzender der Betriebsjugendvertretung, 1957-1961 Besuch des Bischöflichen Abendgymnasiums, Mainz, 1961-1967 Studium der Philosophie, Germanistik, Geschichte, Katholischen Theologie und Soziologie, 1950 Eintritt in die CDU, 1966-1968 Redakteur der Zeitschrift „Soziale Ordnung" und Gesellschaftspolitischer Referent der Sozialausschüsse der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Königswinter, 1968-1975 Hauptgeschäftsführer der CDA, 1974-1977 Landesvorsitzender der CDU-Sozialausschüsse in Rheinland-Pfalz, 1977-1987 Bundesvorsitzender der CDA, 1987-1999 Vorsitzender des CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, 1981-1990 und 1992-2000 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, 1972-1981 und 1983-2002 MdB (CDU), 1980-1981 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Frakion des Deutschen Bundestags, 1981-1982 Mitglied des Abgeordnetenhauses und Senator für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund, 1982-1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Peter Boenisch (1927-2005)

Kurzzeitiger Kriegsdienst, 1945 Journalist zunächst bei der „Deutsche Allgemeine Zeitung", Berlin, dann 1945-1949 bei der „Neue Zeitung", München, dort politischer Redakteur, 1949-1952 Chefredakteur der „Schleswig-Holsteinische Tagespost", Rendsburg, 1952-1955 beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), dort persönlicher Referent des Generaldirektors, 1955-1959 beim Kindler & Schiermeyer Verlag, München, dort 1956 Mitbegründer des Teenager-Magazins „Bravo" und Chefredakteur der Zeitschrift „Revue", ab 1959 beim Verlag Axel Springer, dort 1961-1971 Chefredakteur der „Bild-Zeitung", dann Redaktionsdirektor von „Bild-Zeitung" und „Bild am Sonntag", 1978-1981 Vorsitzender der Chefredaktion der Tageszeitung „Die Welt", 1983-1985 Staatssekretär und Chef des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung, 1986-1992 beim Burda-Verlag, Offenburg, dort Geschäftsführer für den Bereich Journalismus und Redaktionsdirektor der Zeitschrift „Bunte" und von Burda TV, anschließend Tätigkeit als freier Publizist, 2000 Mitbegründer und 2001-2005 Vorsitzender des deutschen Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs e. V.

Dr. Walter Borst (geb. 1929)

Dipl.-Volkswirt, 1948-1956 Studium der Rechtswissenschaften sowie der Volkswirtschaftslehre und juristischer Vorbereitungsdienst, 1956-1958 Finanzassessor bzw. Regierungsrat im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, 1958-1963 BMAt, 1963-1964 bei der Bezirksregierung Unterfranken, 1964-1972 BMwF bzw. BMBW, dort 1964-1969 in der Abteilung I (Zentralabteilung), Unterabteilung I A (Wirtschaft; Recht; Verwaltung), Leiter des Referats I A 4 (Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, Finanzplanung), 1970-1972 Leiter des Planungsstabs, 1972 Leiter der Unterabteilung I B (Finanzen und Wirtschaft), 1972-1991 BMFT, dort 1972-1976 in der Abteilung 1 (Verwaltung, Planung, Finanzen, Koordinierung der Forschungseinrichtungen) Leiter der Unterabteilung 12 (Planung, Finanzen, Wirtschaft), 1976-1982 beurlaubt für die Tätigkeit als Generalsekretär der Stiftung Volkswagenwerk, Hannover, 1982-1988 Leiter der Abteilung 1 (Verwaltung, Finanzen, Technologiepolitik, Grundsatzfragen der Forschungseinrichtungen), 1988-1991 Leiter der Abteilung 3 (Energie; Lebenswissenschaften), anschließend Ruhestand.

Prof. Dr. Heinrich Brüning (1885-1970)

Studium der Geschichte, der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre, 1915-1918 Kriegsdienst, 1919-1920 persönlicher Referent des preußischen Wohlfahrtsministers Adam Stegerwald, 1920-1930 Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds, 1924-1933 MdR (Zentrum, seit 1929 Fraktionsführer), 1928-1933 MdL (Zentrum) Preußen, 1930-1932 Reichskanzler, 1931-1932 zusätzlich Außenminister, 1934 Emigration in die USA, 1937-1951 Professor für Politische Wissenschaften in Harvard, 1951-1955 an der Universität Köln, 1955 Rückkehr in die USA.

Dr. Werner Ernst (1910-2002)

1938-1945 Reichsarbeitsministerium, 1945-1953 Ministerium für Wiederaufbau des Landes Nordrhein-Westfalen, dort zuletzt Leiter der Abteilung IV (Verwaltung und Recht), 1953-1959 Richter am Bundesverwaltungsgericht, 1959-1965 Staatssekretär im BMWo, 1965-1968 Staatssekretär im BMI, 1959-1968 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin, seit 1968 Honorarprofessor an der Universität Münster, 1968-1980 Direktor des Zentralinstituts für Raumplanung, 1970-1972 Vorsitzender der Kommission für die Neugliederung des Bundesgebiets.

Dr. Hans Filbinger (1913-2007)

1933-1940 Studium der Volkswirtschaftslehre, der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1940-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946 Tätigkeit als Rechtsanwalt in Freiburg im Breisgau, 1951 Eintritt in die CDU, ab 1953 Stadtrat in Freiburg, 1958-1960 Ehrenamtlicher Staatsrat in Baden-Württemberg, 1960-1980 MdL (CDU) Baden-Württemberg, 1960-1964 Minister für Inneres und für Angelegenheiten der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten des Landes Baden-Württemberg, 1964-1966 stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, 1966-1978 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, 1973-1974 Präsident des Bundesrats, 1971-1979 Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg der CDU, 1973-1979 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, 1970-1974 Generalbevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.

Herbert Fischer-Menshausen (1906-2000)

1933-1946 Staatsanwaltschaft und Finanzverwaltung Hamburg, 1946-1948 Zentralhaushaltsamt für die britische Besatzungszone, 1948 Rechnungshof für die britische Besatzungszone, 1948-1949 Länderrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1950 Sekretär des Finanzausschusses des Bundesrats, 1950-1958 BMF, dort 1950-1957 Leiter der Unterabteilung II C (Volkswirtschaft und Statistik, Bund und Länder, Europäische Politische Gemeinschaft, Lastenausgleichsleistungen, Sozialleistungen), 1957-1958 Leiter der Abteilung VI (Finanzwirtschaftliche Beziehungen zum Ausland, Finanzverfassung, Wirtschaft, Verteidigungslasten, Bundesvermögen, Bundesbauangelegenheiten), 1958-1969 Vorstandsmitglied der Esso AG Hamburg, ab 1962 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Hermann Fredersdorf (1924-2013)

1940-1949 Ausbildung und Tätigkeit in der Finanzverwaltung, 1942-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1949-1951 Oberfinanzdirektion Münster, 1951-1957 Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 1957-1979 Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft (DStG), anschließend Ehrenvorsitzender, 1969-1979 stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (DBB), 1969 Gründer und 1969-1980 Präsident der Union des Finanzpersonals Europas (UFE), 1970-1982 Mitglied im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemeinschaft.

Dr. Gerhard Michael Frey (1933-2013)

Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, Volontariat bei der „Passauer Neue Presse", 1958 Gründung des DSZ-Verlags (Druckschriften- und Zeitungsverlags GmbH), seit 1958/61 Eigentümer der „Deutsche Soldaten-Zeitung", seit 1963: „Deutsche National-Zeitung", 1971 Gründung des Vereins „Deutsche Volksunion e. V." (DVU), 1975-1979 Mitglied der NPD, 1986 Gründung der Partei „Deutsche Volksunion - Liste D" bzw. ab 1991: „Deutsche Volksunion" (DVU) und 1987-2009 deren Vorsitzender.

Charles de Gaulle (1890-1970)

Seit 1911 Berufsoffizier in der französischen Armee, 1914-1918 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1918-1931 verschiedene Kommandierungen, u. a. 1924 im Stab der Rheinarmee in Mainz, 1927 Bataillonskommandeur in Trier, 1932-1936 Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates, 1937-1939 erneute Truppenverwendung, zuletzt 1939 Kommandeur einer Panzerdivision, 1940-1943 Gründer des Londoner Komitees „Freies Frankreich", Chef der „Freien Französischen Streitkräfte" und Chef des „Nationalen Verteidigungskomitees", 1943 Präsident des „Nationalen Befreiungskomitees", ab 1944 der „Provisorischen Regierung der französischen Republik", 1944-1946 und 1958 französischer Ministerpräsident, 1959-1969 Präsident der Republik.

Dr. Bernhard Grzimek (1909-1987)

1928-1932 Studium der Veterinärmedizin, anschließend Tätigkeit als Veterinär, ab 1933 Angestellter Referent im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin, nach Kriegsdienst ab April 1945 persönlicher Referent des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Mai 1945-1974 Direktor des Zoologischen Gartens der Stadt Frankfurt am Main, 1971-1987 Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V., 1970-1973 Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten des Naturschutzes, 1975 Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Friedrich Gunkel (1919-1977)

Dipl.-Ing., als Regierungsdirektor bzw. Ministerialrat langjähriger Leiter der Abteilung VII (Landesplanung und Städtebau) beim Hessischen Minister des Innern, Wiesbaden, seit 1968 Professor für Städte- und Regionalplanung am Zentralinstitut für Städtebau, ab 1974: Institut für Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin.

Wilhelm Haferkamp (1923-1995)

1942-1945 Kriegsdienst, 1946-1949 Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, seit 1950 Referent für Sozialversicherung und Arbeitsschutz beim DGB-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen, 1957-1962 Vorsitzender des DGB-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, 1962-1967 Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik im DGB-Bundesvorstand, 1964-1967 Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EWG, 1967 EG-Kommissar für Energiepolitik, 1970-1984 Vizepräsident der EG-Kommission mit den Ressourcen 1970-1976 „Binnenmarkt und Rechtsangleichung", „Statistisches Amt" sowie dem Wirtschafts- und Finanzressort, ab 1977 „Außenbeziehungen", 1985-1995 hanseatischer Interessenvertreter im Hanse-Office bei der EG, Brüssel, 1958-1966, 1967 MdL Nordrhein-Westfalen (SPD), dort 1962-1963 Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses.

Dr. Pierre Harmel (1911-2009)

1947-1981 Professor für Steuerrecht an der Universität Lüttich, Mitbegründer der Christlichen Volkspartei, 1946-1971 Mitglied der belgischen Abgeordnetenkammer, 1950-1954 Unterrichtsminister, 1958 Justizminister, 1958-1960 Minister für kulturelle Angelegenheiten, 1960-1961 Minister für öffentliche Funktionen, 1965-1966 Ministerpräsident, 1966-1973 Außenminister, 1971-1977 Mitglied des Senats, 1973-1977 dessen Präsident.

Dr. Luise Haselmayr (1921-2001)

1939-1944 Tätigkeit als Mitarbeiterin eines Münchner Finanzamtes, 1944-1945 Schulbesuch und Reifeprüfung, 1945-1949 zunächst Dolmetscherin bei der amerikanischen Militärregierung München, dann Studium der Volkswirtschaftslehre, der Zeitungswissenschaften und der Psychologie, anschließend Tätigkeit am Institut für die Erforschung der öffentlichen Meinung am Institut für Zeitungswissenschaften der Universität München sowie journalistische Tätigkeit, zusätzlich bis 1967 Vorstandsmitglied der Berufsorganisation Hausfrauen e. V., München, Vertreterin der Verbraucher im Wirtschafts- und Sozialausschuss der EWG, nach Mitgliedschaft in der GVP Wechsel zur SPD, 1962-1970 MdL (SPD) Bayern.

Hans Hermsdorf (1914-2001)

1928-1933 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, seit 1932 Mitglied der SPD, 1935 Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis wegen illegaler politischer Betätigung, 1937-1943 zunächst Disponent in einer Lebensmittelfabrik, dann bei einem Jugendfilmverleih, 1943-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945 Bürgermeister von Oberlichtenau und vorübergehend von Chemnitz, 1946 Übersiedlung nach Westdeutschland, 1946-1949 Zentralsekretär der Jungsozialisten, 1949-1963 persönlicher Referent des Parteivorsitzenden Erich Ollenhauer, 1964-1974 Mitglied des Parteivorstands der SPD, 1953-1974 MdB (SPD), 1971-1972 Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWF, 1973-1974 beim BMF, 1974-1982 Präsident der Landeszentralbank in der Freien und Hansestadt Hamburg, 1974-1982 Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank, 1971-1974 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Salzgitter AG und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG.

Hermann Höcherl (1912-1989)

1940-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1948-1949 Rechtsanwalt in Regensburg, 1949 Eintritt in die CSU, 1950-1951 Staatsanwalt in Deggendorf, 1951-1953 Amtsgerichtsrat in Regensburg, 1953-1976 MdB (CSU), dort 1957-1961 Vorsitzender der Landesgruppe der CSU und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1961-1965 Bundesminister des Innern, 1965-1969 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1969-1972 stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe der CSU und erneut stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Vorsitzender des Vermittlungsausschusses.

Dr. Günter G. Hoffmann-Günther (geb. 1911)

Als Legationsrat im AA 1952 wegen Beihilfe zum Betrug und wegen Verstoßes gegen Devisengesetze angeklagt, 1957 Verurteilung wegen Devisenvergehens zu zwei Jahren Haft, später Tätigkeit als Industrieberater, 1970 Mitgründer und Sprecher der Gemeinschaft Ostdeutscher Grundeigentümer - Unabhängige Gemeinschaft heimattreuer Grundeigentümer im Gebiet jenseits Oder/Neiße und im Sudetenland (GOG).

Ehrenfried von Holleben (1909-1988)

1929-1936 Studium der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1937 juristischer Mitarbeiter der Allianz-Versicherung, 1938-1939 Anwaltsassessor, 1939-1940 Kriegsdienst, 1941-1945 Tätigkeit als selbstständiger Rechtsanwalt, 1945-1949 Wirtschaftsjurist in der Privatwirtschaft, 1949-1952 Tätigkeit als selbstständiger Rechtsanwalt, 1952-1953 Wirtschaftsjurist in der Privatwirtschaft, 1953-1974 AA, dort 1953-1956 am Konsulat Glasgow, 1956-1959 an der Botschaft London, 1959-1966 Zentrale, Bonn, dort 1956-1962 in der Abteilung O (Protokoll) Vertreter des Leiters der Abteilung, 1962-1966 Leiter dieser Abteilung, 1966-1970 Botschafter in Brasilien, 1971-1974 Botschafter in Portugal.

Hussein Ibn Talal (1935-1999)

1952-1999 König des Haschemitischen Königreichs Jordanien.

Hans Iven (1928-1997)

Ausbildung zum Maschinenschlosser, 1946 Eintritt in die SPD, seit 1951 hauptberuflicher Sekretär der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands, seit 1956 Vorsitzender des DGB-Kreisausschusses Düren-Jülich, seit 1958 Kreisvorsitzender der SPD Düren, 1960-1971 Vorsitzender des Unterbezirks Düren-Jülich-Schleiden-Monschau, 1957-1969 MdB (SPD), 1970-1983 Erster Bundesbeauftragter für den zivilen Ersatzdienst.

Prof. Dr. Reimut Jochimsen (1933-1999)

1953-1957 Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 1957-1964 wissenschaftlicher Assistent an der Universität Freiburg im Breisgau, 1964-1990 ordentlicher Professor an der Universität Kiel und Direktor des Seminars für Wirtschaftspolitik und des 1970 eingerichteten Instituts für Regionalforschung, 1970-1973 Bundeskanzleramt, dort Leiter der Abteilung V (Planung), 1973-1978 Beamteter Staatssekretär im BMBW, 1978-1980 Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, 1980-1985 Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, 1980-1990 MdL Nordrhein-Westfalen (SPD), 1985-1990 Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, 1990-1999 Präsident der Landeszentralbank in Nordrhein-Westfalen, zugleich Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank.

Kenneth Kaunda (geb. 1924)

Zunächst Tätigkeit als Lehrer in Nordrhodesien, ab 1949 in der Unabhängigkeitsbewegung aktiv, 1958-1959 Vorsitzender des 1959 verbotenen Zambia African National Congress (ZANC), 1959-1960 Inhaftierung, 1960-1992 Vorsitzender der United National Independence Party (UNIP), mit der Unabhängigkeit 1964-1991 Staatspräsident der Republik Sambia.

Kurt Georg Kiesinger (1904-1988)

Ab 1935 Rechtsanwalt beim Kammergericht Berlin, 1940-1945 Rundfunkpolitische Abteilung des AA, dort 1943 stellvertretender Abteilungsleiter, 1945-1946 amerikanisches Internierungslager Ludwigsburg, ab 1948 Rechtsanwalt in Tübingen, 1948-1951 Geschäftsführer des CDU-Landesverbands Württemberg-Hohenzollern, 1949-1959 und 1969-1980 MdB (CDU), dort 1950-1958 Vorsitzender des Vermittlungsausschusses, 1954-1959 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, 1951-1961 Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der CDU-Bundespartei, 1950-1958 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates, 1955-1958 deren Vizepräsident, 1956-1958 MdEP (CDU), 1958-1966 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, 1962-1963 Präsident des Bundesrates, 1960-1966 MdL Baden-Württemberg (CDU), 1963-1966 Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, 1966-1969 Bundeskanzler, 1967-1971 Bundesvorsitzender der CDU.

Dr. Arnulf Klett (1905-1974)

1930-1944 Rechtsanwalt in Stuttgart, 1933 zweimonatige Haft im Konzentrationslager Heuberg, 1944 notdienstverpflichtet bei der Feststellungsbehörde für Kriegsschäden der Stadtverwaltung Stuttgart, 1945-1974 Oberbürgermeister von Stuttgart (parteilos), 1963-1965 Präsident des Deutschen Städtetags.

Dr. Michael Kohl (1929-1981)

1948 Eintritt in die SED, 1948-1952 Studium der Rechtswissenschaften, 1951-1961 Assistent an der Universität Jena, 1961-1965 im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, dort 1961-1963 Leiter der Abteilung Rechts- und Vertragswesen, 1963-1965 Leiter der Grundsatzabteilung, 1965-1968 Staatssekretär beim Minister-rat für West-Berlin-Fragen, dort ab 1965 Verhandlungsführer der DDR bei den Passierscheingesprächen mit dem Senat von West-Berlin, 1968-1973 Staatssekretär für westdeutsche Fragen beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, seit 1970 Delegationsleiter in den Verhandlungen zum Transitabkommen, zum Verkehrs- und zum Grundlagenvertrag, 1973 bevollmächtigter Botschafter, 1974-1978 Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der Bundesrepublik, 1978-1981 stellvertretender Minister für Auswärtige Angelegenheiten, ab 1958 Mitglied des Präsidiums der Deutschen Liga für die Vereinten Nationen, ab 1971 Mitglied der Außenpolitischen Kommission beim Politbüro der SED und der Westkommission beim Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der SED, 1971-1976 Kandidat der Zentralen Revisionskommission beim ZK der SED, 1976-1981 Kandidat des Zentralkomitees.

Dr. Josef Kölble (1913-1990)

1931-1938 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1938-1939 Tätigkeit als Anwaltsassessor, 1939-1945 beim Reichskommissar für die Preisbildung, 1940-1941 und 1942-1953 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1954-1978 BMI, dort 1954-1957 in der Abteilung VI (Öffentliche Sicherheit), Unterabteilung VI B (Verwaltung und Recht im Bundesgrenzschutz und in den Bereitschaftspolizeien der Länder), 1954-1956 Hilfsreferent im Referat VI B 1 (Generalreferat für die Angelegenheiten des Bundesgrenzschutzes und der Bereitschaftspolizeien der Länder), 1956-1957 Leiter dieses Referats, 1957-1973 in der Abteilung I, ab September 1967: V (Verfassung, Staatsrecht und Verwaltung), dort 1957-1958 Leiter des Referats I A 3 (Verfassungsfragen aus dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialressorts), 1958-1963 Leiter des Referats I A 1 (Allgemeine Verfassungsangelegenheiten), 1963-1973 Leiter der Unterabteilung I A, ab 1967: V I (Verfassung und Staatsrecht), 1973-1978 Leiter der Abteilung U B, ab 1975: U (Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Luftreinhaltung, Lärmbekämpfung, ab 1975: Umweltangelegenheiten).

Dr. Gerhard Konow (1929-1997)

1948-1957 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1957-1970 Staatskanzlei des Landes Hessen, dort 1957 Referent in der Abteilung IV (Bundesratsangelegenheiten), ab 1965 Leiter des Referats IV 2 (Angelegenheiten des Bundesrates, der Ministerpräsidentenkonferenz und der Ministerpräsidentenbesprechungen, die bundesstaatliche Ordnung betreffend, Staatsverträge und Verwaltungsabkommen), 1. Aug. 1970-1981 Bundeskanzleramt, dort 1970-1977 in der Abteilung III (Innere Angelegenheiten) Leiter der Gruppe III/1, (Bund-Länder-Verhältnis), 1977-1981 Leiter dieser Abteilung, Januar-Juni 1981 Senator für Bundesangelegenheiten des Landes Berlin, 1981-1982 BMV, dort Leiter der Verkehrspolitischen Grundsatzabteilung, April 1982 Beamteter Staatssekretär im BMV, April-Oktober 1982 Bundeskanzleramt, dort Chef des Bundeskanzleramtes, November 1982-1983 Staatssekretär beim Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1983-1994 Staatssekretär beim Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dr. Bruno Kreisky (1911-1990)

Ab 1926 Mitglied der sozialistischen Arbeiterjugend, 1929-1938 Studium der Rechtswissenschaften, 1935-1936 und 1938 Inhaftierung aus politischen Gründen, 1938 Emigration nach Schweden, dort 1946-1949 im diplomatischen Dienst Österreichs, 1951 Rückkehr nach Österreich als politischer Berater des österreichischen Bundespräsidenten, 1953-1959 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, 1959-1966 Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Österreichs, 1967-1983 Bundesparteivorsitzender der SPÖ, 1970-1983 Bundeskanzler (Österreich), 1976-1989 Vizepräsident der Sozialistischen Internationale.

Dr. Herbert Kremp (geb. 1928)

Studium der Philosophie, Geschichte, Staatswissenschaften und der Nationalökonomie, 1956 Volontariat bei der „Frankfurter Neue Presse", 1957-1959 politischer Redakteur der „Rheinische Post", Düsseldorf, 1959-1961 Leiter des politischen Ressorts der Zeitung „Tag", Berlin, 1961-1963 Korrespondent der Zeitung „Rheinische Post" in Bonn, 1963-1969 deren Chefredakteur, ab 1969 Chefredakteur der Zeitung „Die Welt", 1973-1985 deren Redaktionsdirektor und Chefredakteur, 1977-1981 auch Chefkorrespondent mit Sitz in Peking, 1984-1987 Mitherausgeber, ab 1987 Chefkorrespondent in Brüssel.

Heinz Kühn (1912-1992)

1928 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands, 1930 Beitritt zur SPD, 1933 Vorsitzender der Sozialistischen Studentenschaft in Köln, 1933-1945 Emigration, ab 1945 Ressortleiter der „Rheinische Zeitung", später deren Chefredakteur, 1948-1954 und 1962-1980 MdL Nordrhein-Westfalen (SPD), dort 1962-1967 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, 1953-1963 MdB (SPD), dort 1953-1961 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Presse, des Rundfunks und des Films bzw. (ab 1957) des Ausschusses für Kulturpolitik und Publizistik, 1957-1962 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der Versammlung der WEU, dort jeweils SPD-Fraktionsvorsitzender, 1962-1973 Landesvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen, 1966-1978 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, 1979-1984 MdEP.

Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin) (1870-1924)

Studium der Rechtswissenschaften, Tätigkeit als Rechtsanwalt in Petersburg und Betätigung in der revolutionären Bewegung Russlands, 1897-1900 Verbannung nach Sibirien, 1900-1905 Emigration nach Deutschland, 1903 gründet die Fraktion der Bolschewiki innerhalb der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, 1905 Rückkehr und nach mißlungenem Aufstandsversuch in Moskau 1905-1914 erneut Emigration mit den Hauptstationen Genf, Paris, Krakau, 1914 Wechsel in die Schweiz, im Rahmen der Oktober-Revolution 1917 Rückkehr und Übernahme des Vorsitzes des Rats der Volkskommissare, 1918 erleidet ein Attentat, 1919 Errichtung des Politbüros und des Sekretariats, ab 1922 Reduzierung seines politischen Einflusses infolge Erkrankung.

Ingeborg Weber (geb. 1927) Deckname: Liane Lindner

Diplom-Psychologin, seit 1959 hauptberufliche Mitarbeiterin der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, 1961 als Agenten-Führungsoffizier in die Bundesrepublik eingeschleust, im Tarnberuf Tätigkeit als Angestellte bei verschiedenen Firmen, zuletzt Lagerkontoristin in einem Fachverlag in Köln, 1970 Verhaftung, 1972 Abschiebung in die DDR im Rahmen des Häftlingsaustauschs.

Gerhard Löwenthal (1922-2002)

1938-1945 Ausbildung und Tätigkeit als Optiker, 1945 Aufnahme des Studiums der Medizin an der Humboldt-Universität und zeitgleich der journalistischen Tätigkeit beim RIAS, Berlin, dort 1945-1954 zunächst Reporter, Abteilungsleiter, zuletzt stellvertretender Programmdirektor, 1954-1957 in gleicher Funktion beim SFB, Berlin, 1959-1963 bei der OECD, Paris, dort Leiter der Abteilung für wissenschaftliche Information, seit 1963 beim ZDF, dort Leiter des ZDF-Studios Brüssel, 1969-1987 Chefredakteur und Moderator des „ZDF-Magazin".

Prof. Dr. Peter Christian Ludz (1931-1979)

Dipl.-Volkswirt, nach dem Studium der Soziologie, politischen Wissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Philosophie und Geschichte ab 1957 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin, ab 1960 dort als außerplanmäßiger Wissenschaftlicher Rat Leiter der Abteilung DDR- und Osteuropaforschung, 1967-1969 Professor an der Freien Universität Berlin für die Wissenschaft von der Politik mit besonderer Berücksichtigung von der Theorie der Politik, 1969-1973 Professor für Politische Wissenschaft und Soziologie an der neu gegründeten Universität Bielefeld, 1973-1979 Professor für Politische Wissenschaft am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München, 1967/1968 Mitglied der wissenschaftlichen Beratungskommission des Senats von Berlin und Mit-Autor des Kommissionsberichts „Studien zur Lage und Entwicklung West-Berlins", 1970-1974 Wissenschaftlicher Leiter der im Auftrag des BMB herausgegebenen „Materialien zum Bericht zur Lage der Nation".

Horst Mahler (geb. 1936)

Während des Studiums der Rechtswissenschaften zeitweise Mitglied der SPD, Parteiausschluss wegen Mitgliedschaft im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), nach Studienabschluss kurzzeitig Tätigkeit als angestellter Rechtsanwalt in Berlin, dann Eröffnung einer eigenen Kanzlei in Berlin zunächst mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht, dann mehr und mehr Übernahme von Mandaten aus der linken APO-Szene, 1966 Mitbegründer des ersten „Sozialistischen Anwaltskollektivs", Berlin, 1969 Übernahme der Mandate zur Verteidigung der Frankfurter Kaufhausbrandtifter Andreas Baader und Gudrun Ensslin, 1970 erste Verurteilung im Zusammenhang mit den Unruhen vor dem Verlagshaus Springer, Berlin, Flucht zusammen mit Ulrike Meinhof, Ensslin und dem aus dem Gefängnis befreiten Baader sowie weiteren RAF-Sympathisanten nach Jordanien zu palästinensischen Guerillas, nach der Rückkehr nach Berlin Verhaftung, 1973 Verurteilung zu zwölf Jahren Freiheitsentzug wegen Teilnahme an schweren Raubüberfällen sowie der Gründung einer kriminellen Vereinigung (RAF), 1974 Entzug der Anwaltszulassung, 1975 Distanzierung von seiner terroristischen Vergangenheit, 1980 vorzeitige Entlassung aus der Haft, Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung, 1988 Wiederzulassung als Anwalt und Wiedereröffnung seiner Kanzlei in Berlin, 2000 Eintritt in die NPD und deren anwaltlicher Vertreter im Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, 2003 Parteiaustritt nach Einstellung des Verfahrens, 2004 Verurteilung zu einer Haftstrafe von neun Monaten wegen Volksverhetzung, erneut Verlust der Anwaltszulassung, 2009 erneute Verurteilung zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts.

Franco Maria Malfatti (1927-1991)

1952-1964 Mitglied des Parteivorstandes der Democrazia Cristiana (DC), ab 1958 Abgeordneter der DC im Parlament, später Minister für Staatsbeteiligungen, 1970 Minister für das Post- und Fernmeldewesen, 1970-1972 Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, 1978-1979 Finanzminister, 1979-1980 Außenminister Italiens.

Adam Malik (1917-1984)

Ab 1932 aktives Eintreten für die Unabhängigkeit Indonesiens von den Niederlanden, nach 1934 mehrfache Inhaftierung, 1937-1941 als Journalist Mitglied der Bewegung des indonesischen Volkes im Kampf gegen die Kolonialherrschaft, 1937-1959 Gründer und Leiter der Presseagentur ANTARA, 1942-1945 im Widerstand gegen die japanische Besetzung und 1945-1949 gegen die niederländische Kolonialherrschaft bis zur Unabhängigkeit Indonesiens, ab 1956 Abgeordneter, 1959-1962 Botschafter in der Sowjetunion und in Polen, 1963-1965 Handelsminister und 1965-1977 Außenminister Indonesiens, 1980-1983 indonesischer Vizepräsident, 1971 Präsident der UN-Vollversammlung.

Ulrike Meinhof (1934-1976)

1955 Aufnahme des Studiums der Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik an der Philipps-Universität Marburg, 1957 Wechsel an die Westfälische-Wilhelms-Universität Münster, 1958 Eintritt in den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), publizistische Tätigkeit für studentische Zeitungen zur Atomwaffenfrage, 1959 Ausschluss aus der SPD wegen Mitgliedschaft im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), erste journalistische Tätigkeit für die linke Zeitschrift „konkret", 1958-1964 Mitglied der verbotenen KPD, 1960-1964 Chefredakteurin bei „konkret", Hamburg, 1961 Eheschließung mit dem Herausgeber der Zeitschrift „konkret" Klaus Reiner Röhl, 1964 Aufgabe der redaktionellen Tätigkeit, weiterhin Kolumnistin bei „konkret", 1968 nach Differenzen über die politische Ausrichtung von „konkret" Wechsel nach Berlin und journalistische Tätigkeit für das Fernsehmagazin „Panorama" und Tätigkeit als freie Autorin, 1969 Beendigung der Mitarbeit bei „konkret", 1969/1970 Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik der Freien Universität Berlin, 1970 Beteiligung an der gewaltsamen Befreiung des Terroristen Andreas Baader aus dem Gefängnis, Flucht zusammen mit Horst Mahler, Gudrun Ensslin und dem aus dem Gefängnis befreiten Baader sowie weiteren RAF-Sympathisanten nach Jordanien zu palästinensischen Guerillas, nach der Rückkehr Wechsel in den Untergrund, Teilnahme an diversen Banküberfällen und Sprengstoffanschlägen, 1972 Festnahme, 1974 Verurteilung zu acht Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordversuchs mit der Befreiung von Baader und Verlegung in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim, 1975 Anklage vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen fünffachem Mord und vierundfünfzigfachem Mordversuch, 9. Mai 1976 Selbsttötung.

Hans Adrian Mestern (1903-1996)

1930 Eintritt in den Justizdienst, 1933 Entlassung, 1933-1945 Rechtsanwalt in Hamburg, seit 1946 beim Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dort 1947-1968 Senatssyndikus, seit 1945 Mitglied der Synode der Evangelisch-lutherischen Kirche, 1966-1976 Präsident der Synode der Hamburger Landeskirche.

Dr. Ulrich Meyer-Cording (1911-1998)

1939-1945 Reichsjustizministerium, 1939-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1947 juristischer Hilfsarbeiter, dann Richter beim Amts- und Landgericht Heilbronn, 1947-1950 Rechtsanwalt in Stuttgart, 1950-1956 BMJ, dort nach Hilfsreferententätigkeit 1952-1953 Leiter des Referats III 5 (Öffentliches Landwirtschaftsrecht), 1953-1956 des Referats III 4 bzw. ab 1954: III 5 (u. a. Organisationsrecht der gewerblichen Wirtschaft, Gewerberecht, Handwerksrecht, Kartell- und Monopolrecht, Energierecht, Bewirtschaftungs- und Preisrecht, wirtschaftsrechtliche Fragen der europäischen wirtschaftlichen Integration), ab 1954 zusätzlich Leiter des für Landwirtschaftsrecht zuständigen Referates (jetzt: III 6), 1956-1958 BMAt, dort Leiter der Gruppe I B (Internationale Zusammenarbeit) und gleichzeitig Leiter des Referats I B 1 (u. a. Grundsatzfragen, ausländisches Atomrecht, internationale Rechtsangleichung und bilaterale Verträge), 1958-1964 BMWi, dort Leiter der Abteilung E (Europäische zwischenstaatliche wirtschaftliche Zusammenarbeit), 1964-1972 Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg, 1972-1974 Vorsitzender des Vorstands der westdeutschen Bodenkreditanstalt (Westboden) Köln, 1974-1977 Vorsitzender des Vorstands der Rheinischen Hypothekenbank AG.

Dr. Georg Müller (geb. 1914)

Dipl.-Volkswirt, 1933-1936 Studium der Volkswirtschaftslehre, 1937 Universität Breslau, dort Geschäftsführer der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, 1938 beim Statistischen Amt der Stadt Breslau, 1938 und 1942-1945 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Landesplanungsgemeinschaft Schlesien, 1938-1944 Wehr- und Kriegsdienst, 1946-1948 Referent beim Zentralamt für Arbeit in der Britischen Zone, 1948-1950 Referent beim Statistischen Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. beim Statistischen Bundesamt, Wiesbaden, 1950-1973 Institut für Raumforschung, Bad Godesberg, bzw. Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung bzw. (ab 1967) Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, dort Arbeitsgruppenleiter und ständiger Vertreter des Leiters des Instituts für Raumordnung, ab 1970 Direktor dieses Instituts, 1973-1975 BMI, dort in der Abteilung R (Raumordnung, Kommunalwesen) Leiter des Referats R 8 (Geschäftsführung der Ministerkonferenz für Raumordnung, des Interministeriellen Ausschusses für Raumordnung und des Beirats für Raumordnung) bzw. in der neu strukturierten Abteilung O (Innerbehördliche Verwaltungsorganisation, Kommunalwesen, Statistik) im Referat O II 5 (Angelegenheiten der Raumordnung, des Verkehrs und der Agrarstruktur) als Direktor des Instituts für Raumordnung Leiter der Bereiche Mitwirkung bei Angelegenheiten der Raumordnung, der regionalen Wirtschaft, des Städtebaus, Vertretung des BMI in entsprechenden Gremien.

Prof. Dr. Ingo von Münch (geb. 1932)

Studium der Rechtswissenschaften, ab 1959 Privat-Dozent an der Universität Frankfurt am Main, ab 1963 Professor für öffentliches Recht an der Universität Bochum, 1973-1998 an der Universität Hamburg, 1957 Eintritt in die FDP, 1985-1987 Vorsitzender des Landesverbands Hamburg der FDP, 1987-1991 Zweiter Bürgermeister und Stellvertreter des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg und Senator für Kultur und Wissenschaft, ab 1990 Mitglied des Bundesvorstands der FDP, 1970-1972 Mitglied der Sachverständigenkommission für die Neugliederung des Bundesgebietes.

Josef Neckermann (1912-1992)

1929-1931 Ausbildung zum Bankkaufmann in Würzburg, nach Auslandsaufenthalt ab 1934 Tätigkeit im elterlichen Unternehmen, zwischen 1935 und 1938 im Zuge der Arisierung Übernahme mehrerer Unternehmen der Textilbranche, Gründung der Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann, 1939 Gründung der Zentrallagergemeinschaft für Bekleidung GmbH, Bestellung zum stellvertretenden Reichsbeauftragten für Bekleidung und verwandte Gebiete, 1945 Internierung, 1948 Gründung der Textilgesellschaft Neckermann KG, Frankfurt am Main, 1951 Umfirmierung in die Neckermann Versand KG, Eröffnung erster Kaufhäuser, 1977 Übernahme durch die Karstadt AG, Rückzug aus der Geschäftstätigkeit, als Dressurreiter bei den Olympischen Spielen 1960, 1964, 1968 und 1972 Gewinner verschiedener Medaillen in der Einzel- und Mannschaftswertung, 1966 Weltmeister, 1965, 1967, 1969 und 1971 Europameister, 1962, 1967, 1971 und 1974 Deutscher Meister im Dressurreiten, 1967-1988 Vorsitzender der Deutschen Sporthilfe.

Prof. Dr. Karl Heinrich Olsen (1908-1996)

Dipl.-Ldw., 1928-1934 Studium der Chemie und Landwirtschaft, anschließend Wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Hochschule München, dort 1940-1945 Dozent, ab 1940 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1950-1971 an der Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig, dort zunächst Wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1962-1971 Generalsekretär, 1954-1958 Privat-Dozent, 1958-1973 außerplanmäßiger Professor für Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Betriebslehre und Wirtschaftsgeografie an der Technischen Hochschule bzw. Technischen Universität Braunschweig, 1958-1959 Vizepräsident, 1960-1965 Präsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover, seit 1967 Ordentliches Mitglied, 1974-1980 Generalsekretär, 1981-1986 Präsident der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, ab 1970 Mitglied der Sachverständigenkommission zur Neugliederung des Bundesgebietes.

Dr. Zvonko Perisic

Leiter der Abteilung Westeuropa im jugoslawischen Außenministerium, Jugoslawischer Sonderbotschafter .

Georges Pompidou (1911-1974)

Gymnasiallehrer, 1944-1946 nach der Befreiung von Paris Mitglied des persönlichen Stabs des Generals de Gaulle, 1946-1954 Inhaber verschiedener Ämter im Staatsrat, 1954-1956 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1956-1962 Generaldirektor der Rothschild-Bank, zusätzlich 1958-1959 Kabinettsdirektor de Gaulles, 1959-1962 Mitglied des Verfassungsrates, 1962-1968 französischer Premierminister, 1969-1974 Präsident der Republik.

Dr. Günther Rabus (1922-1971)

1940-1945 Kriegsdienst, anschließend Studium der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1954 Richter am Amtsgericht Köln, 1954-1955 Persönlicher Referent des Ministers des Innern des Landes Niedersachsen, 1955-1956 Referent beim Regierungspräsidium Hannover, 1956-1957 Stadt Kassel, dort Leiter des Hauptamtes, 1957-1963 Oberkreisdirektor des Landkreises Lemgo, 1963-1970 Regierungspräsident in Hildesheim, Januar-Juli 1971 Präsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, Koblenz.

Dr. Hans Reschke (1904-1995)

Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und juristischem Vorbereitungsdienst Tätigkeit in der Kommunalverwaltung, 1934-1939 Landrat in Höxter, 1939-1945 in Recklinghausen, 1945-1947 Internierung, ab 1947 Tätigkeit als Sonderbeauftragter beim Evangelischen Hilfswerk Westfalen zur Ansiedlung von Flüchtlingsbetrieben in Espelkamp, 1949-1951 Leiter des Instituts zur Förderung öffentlicher Angelegenheiten, Frankfurt am Main, 1951-1956 Hauptgeschäftsführer der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar, seit 1955 zusätzlich der Industrie- und Handelskammer Mannheim, 1956-1972 Oberbürgermeister von Mannheim, 1961-1967 Vorsitzender des Städtetags Baden-Württemberg, 1967-1969 stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetags, 1970-1971 Mitglied der Sachverständigenkommission für die Neugliederung des Bundesgebietes.

Prof. Dr. Fritz Wilhelm Scharpf (geb. 1935)

1954-1964 Studium der Rechtswissenschaften und der Politischen Wissenschaften, juristischer Vorbereitungsdienst, 1955-1956 Fulbright Stipendium an der Universität Yale, Connecticut, 1960-1961 Yale Law School, Master in Recht (LL.M), 1965 Universität Chicago, Law School, dort Visiting Assistant Professor, 1966-1968 Universität Freiburg im Breisgau, dort Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), 1968-1973 Universität Konstanz, dort Professor für Politische Wissenschaften, 1973-1984 Direktor am Internationalen Institut für Management und Verwaltung am Wissenschaftszentrum Berlin, dort 1984-1986 Inhaber einer Forschungsprofessur, 1986-2003 (Emeritierung) Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln.

Dr. Karl-Friedrich Scheidemann (1912-1999)

1930-1938 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1938 beim Oberfinanzpräsidenten Stuttgart, 1938-1945 im Reichswirtschaftsministerium, 1940-1945 Kriegsdienst, 1946-1947 bei verschiedenen Dienststellen der amerikanischen Militärregierung, 1947-1952 Angestellter der Stadt Marburg, 1952-1963 BMI, dort 1952-1957 Persönlicher Referent des Staatssekretärs II, Juni 1957-1963 in der Abteilung III (Kulturelle Angelegenheiten des Bundes) Leiter des Referats III 3, ab 1962: III 7 (Erziehungs- und Bildungswesen, Archivwesen, ab 1961 zusätzlich: Studentenangelegenheiten), 1963-1973 BMwF, dort 1963-1969 Leiter der Abteilung II (Allgemeine Wissenschaftsförderung), 1963 zugleich Leiter des Referats II 1 (Grundsatzfragen der Förderung der wissenschaftlichen Forschung), 1968 zugleich Leiter der neu eingerichteten Unterabteilung II B (Forschungsförderung), 1970-1973 Leiter der neuen Abteilung III (Forschungsplanung, ab 1971 zusätzlich: technologische Forschung und Entwicklung), 1973-1975 BMFT, dort Leiter der Abteilung III (Forschungsplanung; technologische Forschung und Entwicklung), anschließend bis 1977 Vorsitzender des Kuratoriums der Studiengruppe für Systemforschung e. V., Heidelberg, ab 1970 Mitglied im Kuratorium der 1983 wieder aufgelösten Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung.

Ludwig Schelhorn

Stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbands Kulmbach.

Friedel (Friedrich Wilhelm Heinrich) Schirmer (geb. 1926)

Verwaltungslehre, Kriegsdienst und Gefangenschaft, danach Tätigkeit in der Verwaltung der Stadt Stadthagen, nach dem Besuch der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hannover, Sportstudium an der Universität Freiburg im Breisgau, 1962-1967 Leiter des Sportamts der Stadt Osnabrück, Sportrat in Bielefeld und Sportdirektor in Köln, 1967-1969 Sportreferent im Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1969-1983 MdB (SPD), 1951, 1953, 1955 Deutscher Meister im Zehnkampf, Teilnehmer und Fahnenträger der deutschen Mannschaft bei der Olympiade 1952, 1960-1968 ehrenamtlicher Trainer der deutschen Zehnkämpfer, 1963-1978 Vorsitzender des Sportbeirates beim Parteivorstand der SPD, 1969-1972 stellvertretender Vorsitzender des Sonderausschusses für Sport und Olympische Spiele, 1976-1980 Obmann für Sportpolitik der SPD-Fraktion.

Adolf Schmidt (1925-2013)

1939-1942 Ausbildung zum Grubenschlosser, 1942-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, anschließend Tätigkeit als Grubenschlosser bei der Firma Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG (Bubiag), Frielendorf, dort seit 1947 Tätigkeit als Betriebsrat der IG Bergbau, 1949 Eintritt in die SPD, 1950 Aufnahme des Studiums an der Akademie der Arbeit, Frankfurt am Main, 1951-1952 hauptamtlicher Sekretär für Jugendfragen in der Bezirksleitung München, 1952-1954 Leiter der Geschäftsstelle Freiburg im Breisgau, 1954-1963 Leiter der Geschäftsstelle Gießen, 1963-1964 Tarif- und Betriebssekretär der IG Bergbau und Energie, Gießen, 1965 Leiter des Bezirks Hessen - Rheinland-Pfalz und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der IG Bergbau und Energie, dort Leiter der Hauptabteilung Organisation und Finanzen, 1969-1985 Vorsitzender der IG Bergbau und Energie, ab 1971 Präsident des internationalen Bergarbeiterverbandes, 1972-1987 MdB (SPD), 1975-1977 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Kurt Schmücker (1919-1996)

1938-1940 Tätigkeit als Buchdrucker bei den „Oldenburgischen Nachrichten", 1940-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, Übernahme der elterlichen Druckerei, 1949-1972 MdB (CDU), dort 1959-1961 Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, 1956-1966 Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, 1963-1966 Bundesminister für Wirtschaft, 1966 zugleich Bundesminister der Finanzen, 1966-1969 Bundesschatzminister, 1968-1971 Bundesschatzmeister der CDU, 1972-1986 Bürgermeister von Löningen (Oldenburg).

Prof. Dr. Hans Karl Schneider (1920-2011)

1943-1945 Studium der Volkswirtschaftslehre, ab 1945 erst Sachbearbeiter, dann Referent bei der Bergischen Industrie- und Handelskammer, 1948 Wissenschaftlicher Assistent, 1961 Privat-Dozent, 1963 Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen an der Universität Münster, 1970 Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften und Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln, dort zugleich 1970-1985 Geschäftsführender Direktor des Staatswissenschaftlichen Seminars, 1975-1986 Vorsitzender des Verwaltungsrats und 1986-1989 Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, Juli 1982-Februar 1992 Mitglied, März 1985-Februar 1992 Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Bundesregierung, später Vorsitzender der Wüstenrot-Stiftung.

Albert Schnez (1911-2007)

1930-1946 Berufssoldat, Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1957 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1957-1971 erneut Berufssoldat, 1957-1962 BMVtg, dort 1957-1960 im Führungsstab der Bundeswehr (Fü B) Leiter der Unterabteilung V (Logistik), 1960-1962 Chef des Führungsstabes der Bundeswehr, 1962-1965 Kommandeur der 5. Panzerdivision, Diez, 1965-1968 Kommandierender General des III. Korps, Koblenz, 1. Okt. 1968-1971 BMVtg bzw. ab 2. März 1970: BMVg, dort Inspekteur des Heeres und Leiter der Abteilung Führungsstab des Heeres (Fü H), anschließend Ruhestand.

Prof. Dr. Peter Schöller (1923-1988)

1942-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, ab 1946 Studium der Geographie, Geologie, Germanistik und Geschichte, ab 1952 wissenschaftlicher Assistent am Provinzialinstitut für westfälische Landes- und Volkskunde der Universität Münster, dort 1961 wissenschaftlicher Direktor, ab 1964 ordentlicher Professor für Allgemeine Geographie und Landeskunde an der neu gegründeten Ruhr-Universität Bochum.

Irene Schultz (geb. 1918)

Nach Tätigkeit als Sekretärin in verschiedenen Firmen 1957-1962 BMI, dort beschäftigt als Sekretärin, ab 1962 BMwF, dort 1962-1964 Sekretärin im Vorzimmer des AL I, anschließend kurzzeitig in der Abteilung I (Zentralabteilung) Sachbearbeiterin im Referat I A 8 (Innerer Dienst), ab 1965 Sekretärin im Vorzimmer des Persönlichen Referenten des Bundesministers, ab 1966 im Vorzimmer des Bundesministers, seit 1957 Mitarbeiterin der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, 1970 Verhaftung, 1972 Abschiebung in die DDR im Rahmen des Häftlingsaustauschs.

François Seydoux Fornier de Clausonne (1905-1981)

Seit 1928 im französischen diplomatischen Dienst, 1933-1936 Sekretär an der französischen Botschaft in Berlin, 1936-1941 Sekretär in der Europa-Abteilung des Außenministeriums, 1944-1946 Botschaftsrat an der Botschaft in Brüssel, 1946-1949 Politischer Berater in der Französischen Gruppe beim Alliierten Kontrollrat in Berlin, 1949-1955 Leiter der Europa-Abteilung des Außenministeriums, Experte für Deutschlandfragen, 1955-1958 Botschafter in Wien, 1958-1962 und 1965-1970 in Bonn, 1962-1965 ständiger Vertreter bei der NATO, 1970-1976 Mitglied des Staatsrats der Französischen Republik.

Otto Siebke (1910-1993)

1925-1933 Stadtverwaltung Kiel, 1929-1930 und 1930-1932 Besuch der Verwaltungsbeamtenschule/Verwaltungsakademie in Kiel, 1933 aus politischen Gründen entlassen, 1934-1937 Angestellter des Reichsluftschutzbundes, 1938-1939 Versicherungsvertreter, 1939-1946 Militärdienst und Gefangenschaft, 1946-1948 Kreisverwaltung Pinneberg, 1948-1951 Ministerium für Arbeit, Soziales und Vertriebene des Landes Schleswig-Holstein, 1952-1969 BMVt, dort 1952-1960 in der Abteilung II (Wirtschaftliche Eingliederung) in den jeweils für die Rückführung und Umsiedlung von Flüchtlingen und Aussiedlern zuständigen Referaten, so 1952-1957 Leiter des Referats II 7, 1958-1960 Leiter des Referats II 3, 1960-1966 Leiter des Referats IV 5, 1966-1969 Leiter des Referats II 2 (auch Gesamterhebung der Vertreibungsverluste, Suchdienste, Betreuung und Rückführung der Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilpersonen), 1969-1973 BMI, dort 1969-1973 in der Abteilung Vt (Angelegenheiten der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten) Leiter der Unterabteilung Vt I (Wirtschaftliche Eingliederung), zugleich 1969-1971 Leiter des Referats Vt I 2 (u. a. Suchdienst, Verteilung und Unterbringung von Aussiedlern).

Giorgio Smoquina

Leiter der italienischen Delegation bei den ECE Verhandlungen in Genf.

Altiero Spinelli (1907-1986)

Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Italiens, 1927-1943 Inhaftierung und Verbannung, in dieser Zeit Abkehr vom Kommunismus, 1943 Gründer der europäisch-föderalistischen Bewegung Italiens, nach 1945 Tätigkeit als Regierungsberater, zeitweise Professor am Europa-Zentrum der Johns-Hopkins- Universität, Bologna, 1966-1970 Gründer und Leiter des Instituts für internationale Angelegenheiten, Rom, 1968-1969 Berater für Europafragen des italienischen Außenministers, 1970-1976 Mitglied der Europäischen Kommission mit der Zuständigkeit für Innenpolitik, 1976-1979 als Abgeordneter der Kommunistischen Partei Mitglied des italienischen Parlaments, 1979-1986 MdEP.

Karl Graf von Spreti (1907-1970)

1932-1935 Tätigkeit als Filmbildner und Hochbauarchitekt in München, 1935-1938 in Bombay, ab 1938 wieder in Deutschland, 1939-1940 und 1944-1945 Kriegsdienst, 1946 Architekt in Lindau, seit 1948 dort Stadtrat (CSU), 1949-1956 MdB (CSU), 1956-1959 Gesandter/Botschafter in Luxemburg, 1959-1963 in Kuba, 1963-1965 in Jordanien, 1966 in der Dominikanischen Republik, 1968 in Guatemala, dort 1970 von guatemaltekischen Rebellen entführt und ermordet.

Axel Cäsar Springer (1912-1985)

1937-1941 Chef vom Dienst und stellvertretender Chefredakteur der „Altonaer Nachrichten", nach 1945 Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverleger u. a. der „Hör zu" (1946), des „Hamburger Abendblatt" (1948), der „Bild"-Zeitung (1952), „Die Welt" und der „Welt am Sonntag" (1953), der „BZ" und „Berliner Morgenpost" (1960) und der „Funk Uhr" (1967)

Johannes Steinhoff (1913-1994)

1932-1934 Studium mit Abschluss als Diplom-Sportlehrer, 1934-1945 Berufssoldat, Kriegsdienst und Gefangenschaft, anschließend Ausbildung zum und Tätigkeit als Keramikmaler, 1950-1952 Tätigkeit in einer Werbeagentur, 1952-1955 Bundeskanzleramt - Der Beauftragte des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen bzw. Dienststelle Blank, dort zuletzt in der Abteilung II (Militärische Abteilung), Unterabteilung Planung/Gruppe Luftwaffe (II/Pl/L), Leiter des Hauptreferats Jagdverbände, 1955-1956 zunächst Eignungsübender, 1956-1974 erneut Berufssoldat, dort 1956-1960 im Führungsstab der Luftwaffe Leiter der Unterabteilung II (Führung), 1960-1963 Deutscher Militärischer Vertreter im Militärausschuss der NATO/Washington, 1963-1965 Kommandeur der 4. Luftwaffendivision, Aurich, 1965-1966 Chef des Stabes der Alliierten Luftstreitkräfte Europa Mitte (COS AIRCENT), Fontainebleau, 1966-1971 BMVtg bzw. BMVg, dort in der Hauptabteilung I (Militärische Angelegenheiten) Leiter des Führungsstabs der Luftwaffe (FüL), Inspekteur der Luftwaffe, 1971-1974 Vorsitzender des ständigen Militärausschusses der NATO (Chairman Military Committee/NATO), 1974 Ruhestand, anschließend 1974-1983 Mitglied des Aufsichtsrats der Firma Dornier, 1977-1983 dessen Vorsitzender.

Willi Stoph (1914-1999)

1928-1934 Ausbildung und Tätigkeit als Maurer, 1935-1937 Wehrdienst, 1939-1940 Tätigkeit als Bautechniker, 1940-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1928-1931 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands, 1931 Eintritt in die KPD, 1931-1934 Mitarbeiter des KPD-Nachrichtendienstes, 1945-1946 Leiter der KPD-Berlin-Baumschulenweg, 1945-1947 Leiter der Abteilung Baustoffindustrie und Bauwirtschaft des KPD- bzw. SED-Vorstandes, 1947-1948 Leiter der Hauptabteilung Grundstoffindustrie der Deutschen Zentralverwaltung der Industrie, 1948-1950 Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik beim Parteivorstand der SED, 1950-1989 Mitglied, 1950-1953 Sekretär des ZK der SED, 1953-1989 Mitglied des Politbüros, 1950-1989 Abgeordneter der Volkskammer, 1950-1952 Vorsitzender ihres Wirtschaftsausschusses, 1952-1955 Minister des Innern, 1954-1962 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats, 1956-1960 Minister für Nationale Verteidigung, 1962-1964 erster stellvertretender, 1964-1973 Vorsitzender des Ministerrats, 1964-1973, 1976-1989 stellvertretender, 1973-1976 Vorsitzender des Staatsrats, 1976-1989 erneut Vorsitzender des Ministerrats, 1989 vom ZK der SED aus der Partei ausgeschlossen.

Franz Josef Strauß (1915-1988)

1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1949 Landrat in Schongau, 1948-1953 Generalsekretär der CSU, 1948-1949 Mitglied des Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1978 MdB (CSU), dort 1949-1953 geschäftsführender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1953-1957 und 1963-1966 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, 1952-1961 stellvertretender Vorsitzender der CSU, 1953-1955 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1955-1956 Bundesminister für Atomfragen, 1956-1962 Bundesminister für bzw. (ab 1961) der Verteidigung, 1961-1988 Vorsitzender der CSU, 1966-1969 Bundesminister der Finanzen, 1978-1988 MdL Bayern (CSU) und Bayerischer Ministerpräsident.

Cevdet Sunay (1899-1982)

1917-1918 Kriegsdienst und Gefangenschaft, anschließend Ausbildung zum Berufssoldat, ab 1960 Oberkommandierender des Türkischen Heeres, später türkischer Generalstabschef, ab 1966 Mitglied des türkischen Parlaments, 1966-1973 Staatspräsident der Türkei

Prof. Dr. Frido Wagener (1926-1985)

1969 Privat-Dozent an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer, 1969-1970 Professor an der Universität Bielefeld, ab 1971 an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer, dort 1973-1974 Rektor, 1976-1984 Geschäftsführender Direktor des Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung bei der Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer.

Stefan Waldmann (geb. 1913)

1934 kaufmännisches Volontariat, 1934-1945 Berufssoldat, Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1947 Geschäftsführer und Lehrer einer Sprach- und Handelsschule, 1947-1968 bei der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. BMWi, dort in der Abteilung Z, 1971-1972 W/Z (Zentralabteilung), Mitarbeiter im Referat Z 2 (Allgemeine Personalangelegenheiten und Personal des BMWi), 1955-1978 Leiter des Referats Z 5, 1971-1972: W/Z 5 (Innerer Dienst).

Horst Kurt Konrad Edgar von Wietersheim (1913-1982)

1932-1939 Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre und juristischer Vorbereitungsdienst, 1939-1942 und 1944-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1942-1944 Staatlicher Hilfsarbeiter beim Landrat in Iserlohn und Referent und Dezernent beim Regierungspräsidium Arnsberg, 1946-1947 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1948-1949 Angestellter der Militärregierung in Arnsberg, 1950-1952 stellvertretender Vorsitzender der Beschwerdestelle in Wohnungssachen für den Kreis Arnsberg, 1951-1955 Beauftragter des Hauptamtes für Soforthilfe für den Regierungsbezirk Arnsberg, 1955-1969 BMVt, dort 1957-1958 Persönlicher Referent des Staatssekretärs, 1959-1960 in der Abteilung IV (Fragen der SBZ-Flüchtlinge und Vertretung des Ministeriums in Berlin) Hilfsreferent im Referat IV 4 (Aussiedlung und Aufnahme von Vertriebenen in das Bundesgebiet, Angelegenheiten der Deutschen in den Vertreibungsgebieten), 1961 Leiter dieses Referats, 1962-1965 in der Abteilung I Leiter des Referats I 4 (Kabinettsachen, Justitiariat, Sicherheits- und Verteidigungsfragen), 1966-1968 in der Abteilung III Leiter des Referats III 3 (Gesetz über Hilfsmaßnahmen für Deutsche aus der SBZ, Fragen der Wiedergutmachung und des Artikel 131 GG), 1968 Leiter des Referats III 2 (Grundsatzfragen des Vertriebenen-, Flüchtlings- und Kriegsgeschädigtenrechts, Angelegenheiten des öffentlichen Rechts, Bundesvertriebenengesetz, Fragen der Wiedergutmachung und des Artikels 131 GG), 1969, nach Auflösung des BMVt im BMI, dort Leiter des Referats Vt III 2 (Bundesvertriebenengesetz, Sozialversicherung, Kriegsopferversorgung), 1971-1974 Leiter des Referats Vt III 1 (Kriegsgefangenenentschädigungsrecht, Heimkehrerstiftung, Unterhaltsbeihilferecht), 1974 in der neu strukturierten Abteilung Vt Leiter des Referats Vt 6 (Kriegsgefangenenentschädigungsrecht; Heimkehrerstiftung; Unterhaltsbeihilferecht; Beiräte), 1974-1978 Leiter des Referats VtK I 5 (u. a. Suchdienst; Hilfsmaßnahmen für im Ausland zurückgehaltene Deutsche, Aussiedlung und Repatriierung, Umsiedlung).

Hans Wertz (1922-2012)

Nach kaufmännischer Ausbildung 1939-1941 Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter, 1941-1945 Kriegsdienst, 1946-1954 Redakteur bei den „Aachener Nachrichten", zusätzlich Besuch der Verwaltungsschule, 1946 Eintritt in die SPD, 1948-1954 Stadtverordneter in Aachen, dort 1950-1954 Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, 1955-1956 Verwaltungsangstellter der Stadt Aachen, dort 1957-1966 Stadtkämmerer, ab 1959 Erster Beigeordneter, 1953-1961 Mitglied der Landschaftsversammlung Rheinland, 1954-1966 und 1967-1975 MdL Nordrhein-Westfalen (SPD), dort 1961-1966 Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses, 1966-1975 Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1975 Vorsitzender des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn, 1976-1990 Präsident der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen.

Dr. Heinrich Wiedemann (geb. 1889)

1934 Entlassung aus dem Justizdienst, anschließend hauptamtlicher Vorsitzender des Deutschen Genossenschaftsverbandes e. V., 1945 Landgerichtspräsident in Bielefeld, ab 1946 durch die Britische Militärregierung mit dem Aufbau des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen beauftragt, dort zuletzt als Ministerialdirektor Stellvertreter des Ministers, 1948 nach einem Disziplinarverfahren Entlassung aus dem Dienst, anschließend Tätigkeit als selbstständiger Rechtsanwalt und Geschäftsführer der „Beamtengenossenschaftshilfe GmbH" bzw. nach Umbenennung der „Wirtschaftshilfe für Festbesoldete" (Kreditvermittlung auf Lebensversicherungsbasis), seit 1949 Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, 1970 Verhaftung.

Dr. Erich Zachau (1902-1978)

1921-1923 Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank, 1923-1924 Angestellter der Deutschen Überseeischen Bank, Berlin, 1924-1927 Studium der Volkswirtschaftslehre, der Betriebswirtschaftslehre und der Statistik, 1927-1943 Angestellter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Deutschen Girozentrale-Deutsche Communalbank, Berlin, 1943-1948 nach Entlassung Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer, 1948-1957 Mitglied des Direktoriums der Bank deutscher Länder und Dezernent für Betrieb, Organisation, Verwaltung, 1957-1972 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank und Dezernent für Personal, Zahlungsverkehr und Buchhaltung, Bilanz.

Dr. Wolfgang Zeidler (1924-1987)

1942-1945 Kriegsdienst, 1946-1953 Studium der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1953-1961 im Justizdienst der Freien und Hansestadt Hamburg, in dieser Zeit 1955-1958 Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesverfassungsgericht und 1959-1960 Research Fellow in Law an der Harvard-Universität, USA, 1960-1961 Richter am Landgericht Hamburg, 1961-1967 Richter am Verwaltungsgericht Hamburg, in dieser Zeit 1965 beim Organisationsamt der Freien und Hansestadt Hamburg, 1965-1966 an der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg, 1967-1970 Richter des Bundesverfassungsgerichts, Karlsruhe, 1970-1975 Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, Berlin, 1975-1983 Vizepräsident, 1983-1987 Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

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