2.14.3 (x1954e): 3. Beteiligung westdeutscher und Westberliner Firmen an der Leipziger Herbstmesse 1954, BMWi

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3. Beteiligung westdeutscher und Westberliner Firmen an der Leipziger Herbstmesse 1954, BMWi

Staatssekretär Dr. Westrick führt zu der vom Bundesministerium für Wirtschaft aufgeworfenen Frage, ob etwa die Beteiligung westdeutscher und Westberliner Firmen an der Leipziger Messe als unerwünscht bezeichnet werden soll, aus, daß seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft keine Bedenken gegen eine Beteiligung an der Leipziger Messe bestünden, jedoch habe das Bundesministerium für Wirtschaft wegen der politischen Bedeutung es immerhin für erforderlich gehalten, die Frage zur Erörterung zu stellen 14.

14

Vorlage des BMWi vom 5. Aug. 1954 in B 136/7615. - Am 5. Aug. 1954 hatte das BMWi dem Bundeskanzleramt ein Schreiben an das AA vom 29. Juli 1954 zur Kenntnis gegeben. Darin hatte das BMWi auf die Bemühungen der DDR hingewiesen, möglichst viele Unternehmen aus der Bundesrepublik und Berlin (West) als Aussteller für die Leipziger Messe vom 5. bis 9. Sept. 1954 zu gewinnen, und um Stellungnahme zu der Frage einiger interessierter westdeutscher Unternehmen gebeten, „ob eine Teilnahme an der Leipziger Messe von der Bundesregierung als unerwünscht angesehen wird".

Würde man Firmen, die sich zu beteiligen wünschen, behindern wollen, dann sei wohl mit Angriffen gegen die Bundesregierung zu rechnen.

Der Vizekanzler hält es schlechthin für unmöglich, ganz besonders im jetzigen Augenblick, gegen die Beteiligung westdeutscher und Westberliner Firmen Stellung zu nehmen. Man könne sich weder empfehlend noch ablehnend äußern. Die Antwort sollte nach seiner Meinung dahin lauten, daß die Entscheidung bei den Firmen selbst liege.

Der Bundesminister für Arbeit pflichtet ihm bei, zumal das Grundgesetz keine Möglichkeit biete, die Beteiligung zu verhindern und die Bundesregierung auch nicht gut daran tun würde, so weitgehend einzugreifen.

Ministerialdirigent Dr. Junker, AA, ist ebenfalls der Auffassung, daß die Beteiligung nicht verhindert werden könne, wenn auch natürlich eine Ausdehnung des Ostgeschäftes bei dieser Gelegenheit versucht werden werde 15.

15

Nach dem Bericht des Ministeriums für Außenhandel und Innerdeutschen Handel (MAI) der DDR waren an der Leipziger Herbstmesse 1954 insgesamt 9394 Aussteller beteiligt, darunter 1120 aus der Bundesrepublik und West-Berlin. Von den insgesamt 977 ausländischen Teilnehmern kamen 874 aus dem westlichen Ausland. Vgl. dazu den Ausschnitt aus der „Deutschen Messezeitung" Nr. 9 (September 1954) in B 136/7615.

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