2.11.1 (k1973k): 1. Bericht über die währungspolitische Lage

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[1.] Bericht über die währungspolitische Lage

StS Pöhl gibt einen Bericht über die währungspolitische Lage nach den Sitzungen des EG-Währungsausschusses und des EG-Ministerrats. 1

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Siehe Sondersitzung am 13. Febr. 1973 TOP 1 und Sondersitzung des Kabinettsausschusses für mittelfristige Finanzplanung am 1. März 1973 TOP 1 (B 136/36244). - In Folge erneuter Währungsspekulationen hatte die Deutsche Bundesbank Devisenzuflüsse in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar aufgekauft, um den untersten US-Dollar-Kurs von 2,835 D-Mark zu stützen. Der Kabinettsausschuss für mittelfristige Finanzplanung (Finanzkabinett) beschloss daraufhin zum 2. März 1973 eine vorübergehende Schließung der Devisenbörsen der Bundesrepublik, um die Bundesbank von ihrer Interventionspflicht zu entbinden. In Verhandlungen mit den europäischen Partnern, die ebenfalls ihre Devisenbörsen schlossen, sollte eine gemeinsame Lösung in der Währungsfrage gefunden werden. Der EG-Währungsausschuss hatte sich am 3. März 1973 und der EG-Ministerrat am 4. März 1973 mit der aktuellen Währungskrise befasst und insbesondere die Frage eines gemeinsamen Außenfloatings der EG-Währungen erörtert. Dabei wies der EG-Ministerrat darauf hin, dass nicht die aktuellen Kursrelationen, sondern spekulatives Misstrauen Ursache für die Währungskrise sei. Auf ein europäisches Floating konnten sich die Mitgliedstaaten nicht verständigen. Die Mehrheit schloss sich dem Vorschlag der französischen Delegation an, zunächst mit den USA Verbindung aufzunehmen, um festzustellen, ob die USA bereit seien, an der am 12. Febr. 1973 getroffenen Entscheidung zur Dollar-Abwertung festzuhalten. Vgl. das Schreiben des Bundeskanzleramts vom 2. März 1973 an die Bundesminister und die Berichte der deutschen Delegation vom 4. und 5. März 1973 in B 136/7357 und 8055 sowie den Vermerk des AA vom 6. März 1973 für die Kabinettssitzung in AA, Zwischenarchiv, Bd. 122321, weitere Unterlagen in B 126/33294 und 40901.

Der Bundeskanzler betont die Notwendigkeit, in den kommenden Währungsverhandlungen eine befriedigende europäische Lösung anzustreben.

An der sich anschließenden Diskussion beteiligen sich der Bundeskanzler, BM Genscher, BM Friderichs, BM Ertl, BM Leber, BM Focke, PStS Apel, PStS Moersch, der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Wehner und StS Pöhl.

Auf Vorschlag des Bundeskanzlers nimmt das Bundeskabinett zustimmend davon Kenntnis, daß die deutsche Delegation im EG-Ministerrat auf der Grundlage der Vorschläge der EG-Kommission für eine europäische Lösung weiterarbeitet. 2

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Fortgang Sondersitzung am 11. März 1973 TOP 1.

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