2.46.17 (k1973k): E. Lage in der Sahel-Zone

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[E.] Lage in der Sahel-Zone

(13.12 Uhr)

Auf Anregung von BM Schmidt unterrichtet PSts Matthöfer das Kabinett über die Dürre in Äthiopien und der Sahel-Zone. 37 Er teilt dem Kabinett mit, welche Maßnahmen von deutscher Seite und der Bundesregierung ergriffen worden sind und daß die Situation durch sie gelindert werden könne. 38

Fußnoten

37

Die in der Sahel-Zone seit 1967 andauernde Dürre hatte nach gravierenden Ernteausfällen zu einer sich stetig ausweitenden Hungerkatastrophe in Äthiopien, Mali, Mauretanien, Obervolta (heute: Burkina Faso), Niger, Senegal und Tschad geführt, von der rund sechs Millionen Menschen betroffen waren. Dazu Stranz: Regen (BD 134/5 - 88).

38

Die äthiopische Regierung hatte im Oktober 1973 die Bundesregierung um Hilfe gebeten, und Eppler hatte daraufhin beim BMF beantragt, dass in seinem Haushalt (Einzelplan 23) im laufenden Haushaltsjahr außerplanmäßig fünf Millionen DM als Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden sollten, da bereits mehrere zehntausend Menschen verhungert seien. Die EWG hatte zur Milderung der katastrophalen Zustände 3000 Tonnen Getreide der gemeinschaftlichen Nahrungsmittelhilfe geliefert und die Bundesrepublik im Rahmen der Technischen Hilfe 800 000 DM für die Beschaffung von Lastkraftwagen bereitgestellt, um die Binnentransporte in den betroffenen Regionen zu gewährleisten. Vgl. das Schreiben des BMZ an das BMF vom 8. Nov. 1973 in B 213/31249. - Nach der Ressortbesprechung „Sondermaßnahmen für die Sahel-Zone" mit dem BML, BMI, BMF, BMWi und BMVg am 11. Mai 1973 hatte das BMZ Lieferungen von Viehfutterkonzentraten und Impfstoffen im Wert von rund 2,8 Millionen DM veranlasst, die das AA nach Rücksprache mit den Botschaftern befürwortet hatte. Vgl. die Projektvorlage des BMZ vom 12. Nov. 1973 in B 213/31249, weitere Unterlagen in B 213/31250, B 116/33344 und B 116/33356. - Außerdem wurden Hilfsmaßnahmen der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) aus Mitteln des BMZ in einer Gesamthöhe von rund 4,8 Millionen DM unterstützt, davon rund 3 Millionen DM für Produktionsmittel und rund 1,8 Millionen DM für den Ankauf von Saatgut. Vgl. das Schreiben des BMZ an das AA vom 15. Nov. 1973 in B 213/31249. - Fortgang 171. Sitzung am 14. Juli 1976 TOP B (Auswirkungen der Dürre in der Landwirtschaft: B 136/36205).

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