Opposition in der DDR war vielfältig. Neben Menschen, die das System grundsätzlich ablehnten, gab es gerade in intellektuellen Kreisen nicht wenige, die zwar tiefgreifende Reformen forderten, sich aber weiterhin der marxistischen Tradition verpflichtet sahen. Die SED reagierte auf derartige Forderungen mit Lehr- und Auftrittsverboten, Hausarresten und Verhaftungen oder zwang Missliebige zur Ausreise aus der DDR.
Einen Schutzraum fanden Unzufriedene bei der evangelischen Kirche. In den 1970er und 1980er Jahren entstanden zahlreiche Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen. Allerdings mussten Oppositionelle auch in diesem Umfeld immer damit rechnen, von der Staatssicherheit abgehört, schikaniert und verhaftet zu werden.
Ende der 1980er Jahre geriet das SED-Regime zunehmend in die Krise. Der Staat war bankrott, die Wirtschaft marode, Städte und Wohnungen verfielen. In der Sowjetunion initiierte Michail Gorbatschow politische und wirtschaftliche Reformen.


