Zeit
19. Mai 2026, 14:00 - 15:30 Uhr
Ort
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Ruschestraße 103
Haus 7, Raum 427
10365 Berlin
Veranstalter
Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv
Frankfurter Allee 204
10365 Berlin
Telefon: 030 18665-6699
E-Mail: kolloquium@bundesarchiv.de
Eintrittspreise
Der Eintritt ist frei.
Forschungskolloquium im Sommersemester 2026
Thema: „OV Spekulant“. Wie ein dubioser Kunstsammler seine Ausreise plante und was seine Stasi-Akte darüber verrät
Referentin:Julia Kretzschmann (TU Berlin):
1968 eröffnete das MfS die Operative Personenkontrolle (OPK) „Spekulant“ und schloss sie 1977 – nach Alfred Lefmanns legaler Übersiedlung in die BRD – mit insgesamt elf Aktenbänden ab.
Der Vortrag beleuchtet einen außergewöhnlichen Fall an der Schnittstelle von staatlicher Kontrolle, Kunsthandel und individueller Strategie in der späten DDR. Auf Grundlage der Stasi-Akten sowie ergänzender, in den 1990er Jahren entstandener Ermittlungsunterlagen der Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) wird rekonstruiert, wie Lefmann institutionelle Rivalitäten, politische Umbrüche und ökonomischen Druck gezielt für seine eigenen Ziele nutzte. War er ein geschickter Unternehmer, ein Mittelsmann für verdeckte Kunstexporte – oder beides? Die Quellen eröffnen ein Spannungsfeld aus Spekulation, Machtkämpfen und Deviseninteressen, in dem klare Antworten selten sind. So entsteht ein facettenreiches Bild eines Kunstmarktes, in dem individuelle Handlungsspielräume und staatliche Interessen eng miteinander verflochten waren.
Die Veranstaltung findet hybrid vor Ort (Haus 7, Raum 427) sowie über Zoom statt. Interessierte melden sich bitte unter der E-Mail-Adresse kolloquium@bundesarchiv.de.