2.116.3 (sch1p): 3. [Unruhen innerhalb der Freiwilligentruppen]

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RTF

[453]3. [Unruhen innerhalb der Freiwilligentruppen]

Kriegsminister Reinhardt berichtet über Unruhen innerhalb der freiwilligen Truppen über ihr künftiges Schicksal4. Er beantragt Zusicherung bestimmter, mit der Dauer der Dienstzeit von Monat zu Monat steigender Abgangprämien. Beschlußfassung wird vertagt, da zunächst noch Besprechungen mit dem Reichsfinanzminister stattfinden sollen.

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So hatte z. B. das Garde-Kavallerie-Schützenkorps am 28.5.1919 an seine vorgesetzte Dienststelle, die Abt. Lüttwitz, ein Schreiben – Abt. I a Nr. 1689 – gesandt, in dem es hieß: „Die Veröffentlichung der dt. Gegenvorschläge zu den Friedensbedingungen hat zur Folge gehabt, daß den ganzen heutigen Tag über und voraussichtlich auch in den nächsten Tagen ein Ansturm der einzelnen Freiwilligenverbände bei dem Stabe des Korps stattgefunden hat, wie die Zukunft der Offiziere und Unteroffiziere und Freiwilligen sich gestalten soll, wenn tatsächlich die Armee auf 100 000 Mann verkleinert wird. Vor allen Dingen sind es die Unteroffiziere, die mit aller Energie darauf drängen, daß die Regierung umgehend eine bindende und sie zufriedenstellende Erklärung abgibt, was geschehen soll, um sie im Staats- oder Gemeindedienst, in der Industrie oder Landwirtschaft unterzubringen. Von der gegnerischen Seite wird […] diese, man kann fast sagen verzweifelte, Stimmung der Unteroffiziere und Freiwilligen in der geschicktesten Weise ausgenutzt. Das Garde-Kavallerie-Schützenkorps hält es deshalb für seine vornehmste Pflicht, die Regierung auf diese außerordentlich große Gefahr mit aller Eindringlichkeit hinzuweisen, es muß unter allen Umständen sofort etwas geschehen, um den Staat vor dem Hineintreiben in eine Katastrophe zu retten, und zwar müssen den Worten auch Taten auf dem Fuße folgen. Auf die hohe Dringlichkeit dieses Antrages wird am Schlusse nochmals erneut hingewiesen.“ Das Schreiben wurde von Gen. der Infanterie v. Lüttwitz an RWeM, PrKriegsM, RPräs., RMinPräs. und OHL am 29.5.1919 weitergeleitet mit dem Zusatz: „Der Ansicht des Garde-Kavallerie-Schützenkorps wird voll beigetreten. Wenn die Regierung Wert darauf legt, weiterhin die Truppe in voller Zuverlässigkeit hinter sich zu wissen, müssen sofort energische Maßnahmen ergriffen werden.“ (R 43 I/682, Bl. 53).

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