Agentenschleusen zwischen Ost und West
Über Schlupflöcher im Eisernen Vorhang schmuggelte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) unbemerkt Dokumente, Agenten und Sonderkommandos zwischen Ost und West hin und her. Der Geheimpolizei stand dafür ein ausgeklügeltes System an „Grenzschleusen“ zur Verfügung, die sich gut versteckt in dichten Wäldern und an abgelegenen Orten befanden. In den überlieferten Unterlagen sind sie sehr detailreich beschreiben.
In den frühen 50ern war es noch üblich, dass die einzelnen Diensteinheiten der Staatssicherheit ihre Agenten in Eigenregie über die Grenze schmuggelten. Dadurch sollte deren Sicherheit gewährleistet werden. Später gingen die so genannten "Operativen Grenzschleusen" (OGS) in den Verantwortungsbereich der Hauptabteilung I (Überwachung der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen) über. In einigen Fällen wurden diese auch durch die Hauptabteilung VIII (Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung, Festnahme) und dem Auslandsgeheimdienst Hauptverwaltung A genutzt, mussten aber vorher jeweils bei der HA I beantragt werden.


![Übertrittstelle [Hinter dem Grenzzaun wurde der Grünstreifen mit angrenzenden Einfamilienhäusern fotografiert. Ein unbefestigter Weg führt in Richtung der Häuser (dort an einer Schranke endend) sowie an den Grenzzaun. Es handelt sich um ein schwarzweißes Lichtbild, auf dem mit blauem Kugelschreiber per Pfeil eine Markierung vorgenommen wurde. Die Beschriftung folgt außerhalb des aufgeklebten Fotos auf Papierblatt:] Lüdersdorfer Weg Ecken An der Landesgrenze [handschriftlich mit blauem Kugelschreiber: Übertrittsstelle durch den Grenzzaun gesehen]](/assets/stasi-mediathek/5/9/csm_MfS_HA-I_Nr-2602_Bl-047_9979dfa7a7.png)
![Grenzstreifen [Das schwarzweiße Lichtbild zeigt einen Blick in die Grenzsicherungsanlagen der DDR. Von links nach rechts sind zu sehen: der Metallzaun, daran angrenzend die geharkte Sandfläche. Ein unbefestigter, aber ausgefahrener Weg wird auf beiden Seiten mit Betonpfeilern markiert. Weiter rechts davon befindet sich ein Grünstreifen, auf dem Elektromasten entlang der Grenzlinie aufgestellt sind. Im Hintergrund liegt eine Kontrollstelle für die Transitstraße. Darum herum sind verstärkt Laternen aufgestellt, ein Wachturm ist in der Nähe. Zwei Stellen wurden auf dem Foto mit blauem Kugelschreiber mittels Pfeilen markiert, die außerhalb des Bildes wie folgt beschriftet wurden:] 1. Kontrollstelle Postenturm [handschriftlich mit blauem Kugelschreiber: Panoramaaufnahme vom 1.Knick des Grenzzaunes, auf unseren Gebiet zur Transitstraße Lübeck-Saßnitz gesehen]](/assets/stasi-mediathek/3/2/csm_MfS_HA-I_Nr-2602_Bl-048_603ed935dc.png)




