Gedenkbuch

Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Gedenkbuch

Startseite » Vorbemerkungen zur Druckfassung von 2006 » Geleitwort des Bundespräsidenten

Geleitwort des Bundespräsidenten

Berlin, den 27. Januar 2007

Dieses Buch enthält Namen. Die Namen der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die im Herrschaftsgebiet des Deutschen Reiches in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht wurden.

Hinter jedem dieser Namen steht ein einmaliges Menschenleben, das willkürlich ausgelöscht wurde. Im Holocaust sollten aber die Juden Deutschlands und Europas nicht nur vernichtet werden; auch die Namen sollten ausgelöscht sein, die Erinnerung an sie sollte unmöglich werden. So genau und präzise die Such- und Verhaftungslisten waren - das Konzentrationslager verwandelte die Namen in Nummern, der Mord selbst geschah anonym; Namen und Biographie sollten mit dem Leben zugleich ausgelöscht werden, verwandelt in Asche und Rauch.

Dieses Gedenkbuch gibt den Ermordeten ihren Namen und damit ihre Menschenwürde wieder. Es ist zugleich ein Denkmal und eine Erinnerung daran, dass jedes einzelne Menschenleben einen Namen und eine einzigartige Geschichte hat. Beim Propheten Jesaja macht Gott selbst deutlich, dass kein Name je verlorengeht: "Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein."

Dieses Buch der Namen leistet einen großen Dienst der Erinnerung und Mahnung.
Ich bin froh, dass es dieses Buch gibt.

Unterschrift des Bundespr&aulm;sidenten Horst Köhler

Horst Köhler, Bundespräsident