Bild wie der Abgeordnete Adolph Rösler zwischen den Aufständischen und dem Militär, Frankfurt am Main, am 18. September 1848 vermittelt
  • Bild von der Ermordung der Abgeordneten von Auerswald und von Lichnowsky am 18. September 1848 in Frankfurt am Main
    Die Ermordung der Abgeordneten von Auerswald und von Lichnowsky am 18. September 1848 in Frankfurt am Main
  • Bild wie der Abgeordnete Adolph Rösler zwischen den Aufständischen und dem Militär, Frankfurt am Main, am 18. September 1848 vermittelt
    Der Abgeordnete Adolph Rösler vermittelt zwischen den Aufständischen und dem Militär, Frankfurt am Main, 18. September 1848
  • Bild des Aufruf des Reichsverwesers Johann an das deutsche Volk, Frankfurt am Main, 20. September 1848
    Aufruf des Reichsverwesers Johann an das deutsche Volk, Frankfurt am Main, 20. September 1848
  • Zeichnung vom Empfang der Kaiserdeputation in Berlin am 1. April 1849
    Empfang der Kaiserdeputation in Berlin am 1. April 1849

Der September 1848 war geprägt von dem Wiederaufflackern revolutionärer Unruhen in Deutschland. Anlass war der Vertrag von Malmö, der den Krieg Dänemarks mit Schleswig, Holstein und den sie unterstützenden deutschen Bundestruppen vorerst beendete.
Der von Preußen geschlossene Waffenstillstand, der den Status von Schleswig und Holstein ungeklärt ließ, stieß in der Nationalversammlung und der deutschen Öffentlichkeit auf heftige Kritik. Besonders die politische Linke kritisierte den Vertrag als unzureichend. Das eigenmächtige Handeln Preußens wurde als offene Missachtung der Nationalversammlung verstanden. Am 5. September lehnte deshalb eine knappe Mehrheit der Abgeordneten die Ratifizierung des Waffenstillstands ab. Das Reichskabinett unter Karl zu Leiningen trat zurück. Dem mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragten Friedrich Christoph Dahlmann gelang es jedoch nicht, ein neues Kabinett zu bilden. Die den Vertrag von Malmö ablehnende Parlamentsmehrheit war zu uneinig. Bei einer erneuten Abstimmung am 16. September stimmte die Nationalversammlung dann dem nur geringfügig modifizierten Vertrag von Malmö notgedrungen doch noch zu. Ohne die Unterstützung durch preußische Truppen wurde die Fortsetzung der Kämpfe mit Dänemark als aussichtslos angesehen.

Das Nachgeben der Nationalversammlung zeigte die Machtlosigkeit des Parlamentes und der Provisorischen Zentralgewalt gegenüber den Einzelstaaten. Die politische Linke war sich uneins über das weitere Vorgehen. Radikale Vertreter riefen zum Aufstand auf, während Gemäßigtere vor Gewalt warnten. In der Bevölkerung brodelte es. Viele Menschen, besonders auch nichtbürgerliche Frankfurter und Frankfurterinnen waren über das Nachgeben der Abgeordneten enttäuscht. Dazu kam die wachsende Frustration über die Schwerfälligkeit des parlamentarischen Prozesses. Viele hatten sich von der Revolution und der Einberufung der Nationalversammlung eine rasche Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse erhofft. Doch die wirtschaftliche Situation vieler Menschen blieb schwierig. Nun brachen sich die politische Unzufriedenheit und die enttäuschten sozialen Erwartungen gewaltsam ihre Bahn. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den vom Parlament herbeigerufenen österreichischen und preußischen Truppen und den aufgebrachten Menschen, die zu einem regelrechten Aufstand eskalierten. Die blutigen Straßenkämpfe in Frankfurt kosteten dutzenden Menschen das Leben. Zwei konservative Abgeordnete, Fürst Felix von Lichnowsky und General Hans von Auerswald, wurden am 18. September von den Aufständischen ermordet.
Der noch am selben Tag niedergeschlagene Frankfurter Aufstand erwies sich als ein Fiasko für die demokratische Bewegung, die sich durch die blutigen Ereignisse diskreditiert sah. Er offenbarte die innere Zerrissenheit der demokratisch-republikanischen Fraktion und stärkte die gegenrevolutionären Kräfte. Dass das Parlament auf die Unterstützung preußischer und österreichischer Truppen zurückgreifen musste, kostete die Nationalversammlung viele Sympathien. Auf der anderen Seite verstärkte der Aufstand die Furcht vieler Menschen vor einer Eskalation der Revolution und einem blutigen Umsturz von links.

Auch in Baden sollte der Frankfurter Aufstand verhängnisvolle Folgen haben. Aufgrund übertriebener Zeitungsmeldungen aus Frankfurt verließ der badische Revolutionär Gustav Struve am 21. September sein Exil in der Schweiz. In Lörrach rief er unter der Parole "Wohlstand, Bildung, Freiheit für alle" eine soziale Republik aus. Alle Grundlasten sollten abgeschafft, Zölle gesenkt, und das staatliche Grundeigentum den Gemeinden überlassen werden. Doch wie schon der "Heckerzug" scheiterte auch der sogenannte "Struveputsch" rasch. Einmal mehr hatten die revolutionären Anführer die Aufstandsbereitschaft der Menschen über- und die Reaktionszeit ihrer Gegner unterschätzt. Schon am 24. September wurde Struves Zug bei Staufen von Regierungstruppen aufgehalten und nach einem kurzen Gefecht zerschlagen. Struve und seine Frau Amalie gerieten in Gefangenschaft. Wie andere Kämpfer des Aufstandes und mehrere Hundert der an den Frankfurter Septemberunruhen Beteiligten wurden sie vor Gericht gestellt. Gustav Struve wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und in der Festung Rastatt inhaftiert. Amalie Struve kam in Freiburg in Haft.

  1. August 1848
  2. Oktober 1848