Die sechs Außenminister der UdSSR, der USA, der Bundesrepublik, Frankreichs, Großbritanniens und der DDR stehen nebeneinander.

In die erste Euphorie nach dem Mauerfall mischten sich Unsicherheit und Sorgen, wie es nun weitergeht. Schon im März 1990 sollten die Bürgerinnen und Bürger der DDR eine neue Volkskammer wählen – die erste demokratische Wahl in der Geschichte der DDR.

Trotz der von der Regierung Hans Modrow eingeleiteten Reformen blieb die wirtschaftliche Lage der DDR desolat und die Zahl der Ausreisenden hoch. Mit einem Kredit in Höhe von etwa 15 Milliarden DM wollte die DDR-Regierung den Zusammenbruch verhindern und den rapiden Zerfall der staatlichen Autorität aufhalten. Doch die Bundesregierung lehnte eine weitere finanzielle Unterstützung ab. Stattdessen bot Bundeskanzler Helmut Kohl am 7. Februar 1990 Gespräche über eine Währungsunion an. Ökonomen reagierten kritisch auf diesen Vorschlag. Sie befürworteten wegen des großen Wohlstandsgefälles zwischen Ost und West einen allmählichen Übergang, um Zeit für marktwirtschaftliche Reformen zu gewinnen.

Der politische Einfluss jener Gruppen, die im Herbst 1989 die Friedliche Revolution herbeigeführt hatten, ging zurück. Ein Grund dafür war, dass nicht wenige ihrer Mitglieder der Idee einer raschen Vereinigung von DDR und Bundesrepublik kritisch gegenüberstanden. Zwar lehnten sie die Parteiherrschaft der SED ab, wollten aber auch keine Übernahme der westdeutschen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Auch in der Bundesrepublik gab es Stimmen, die einer allmählichen Annäherung der beiden deutschen Staaten den Vorzug gaben. Doch in der Bevölkerung wurden die Rufe nach einer raschen Wiedervereinigung immer lauter. Statt „Wir sind das Volk“ hieß es jetzt „Wir sind ein Volk“.

Der Besatzungsstatus der beiden deutschen Staaten erschwerte die Verhandlungen über das weitere Schicksal Deutschlands. Im Rahmen der KSZE-Konferenz in Ottawa einigten sich im Februar 1990 die Vertreter der vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien mit den Delegationen der DDR und der Bundesrepublik auf die „Zwei-plus-Vier-Formel“: Die außenpolitischen Bedingungen für die „Regelung der deutschen Frage“ sollten in gemeinsamen diplomatischen Gesprächen geklärt werden.

  • Gesprächsvorschlag zur Vorbereitung der „Zwei-plus-Vier-Konferenz“
    Gesprächsvorschlag zur Vorbereitung der „Zwei-plus-Vier-Konferenz“
  • Angebot zur Schaffung eines gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsgebietes
    Angebot zur Schaffung eines gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsgebietes
  • Werbeplakat zur Vorstellung der Kandidaten für Volkskammerwahl 1990
    Werbeplakat zur Vorstellung der Kandidaten für Volkskammerwahl 1990
  1. Januar 1990
  2. März 1990