Am 2. Oktober 1990 tagte die DDR-Volkskammer zum letzten Mal. Sprecher aller Fraktionen würdigten die Arbeit des Parlaments. DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière wendete sich in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung: „In wenigen Stunden tritt die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland bei. Wir Deutschen erreichen die Einheit in Freiheit. (…) Ich glaube, wir alle haben Grund, uns zu freuen und dankbar zu sein.“
Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl betonte in ihrer Abschiedsrede: „Morgen wird die staatliche Einheit vollendet. Mit der Einheit in unseren Köpfen und Herzen stehen wir jedoch noch am Anfang unseres Vereinigungsprozesses. Viel Geduld und Einfühlungsvermögen auf beiden Seiten werden notwendig sein, damit keine Seite Schaden nimmt.“ Tatsächlich erwies es sich als sehr viel schwieriger und langwieriger als erwartet, auch die „Einheit in den Köpfen“ zu erreichen.
Für Bundeskanzler Helmut Kohl ist dieser Tag einer der glücklichsten in seinem Leben, wie er in einer Ansprache bekennt: „In wenigen Stunden wird ein Traum Wirklichkeit.“
Am gleichen Tag vollzog sich die Auflösung weiterer DDR-Institutionen: Die ständigen Vertretungen in Ost-Berlin und Bonn schlossen, die diplomatischen Beziehungen der DDR wurden beendet, die Nationale Volksarmee wurde aufgelöst.

