1.256 (bru3p): Nr. 770 Reparationsbesprechung vom 28. Mai 1932, 12.30 Uhr

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Nr. 770
Reparationsbesprechung vom 28. Mai 1932, 12.30 Uhr

R 43 I/337, Bl. 386–387

Anwesend: Brüning, Dietrich; StS Trendelenburg, Pünder; MinDir. Schwerin v. Krosigk, Ritter; Protokoll: MinR Vogels

Ministerialdirektor Graf Schwerin von Krosigk berichtete kurz über eine Besprechung mit den Belgiern Gutt und Frère vom 23. Mai 1932, über die die beiliegende Aufzeichnung von Ministerialrat Berger vorliegt1. Er teilte mit, daß am Nachmittag eine erneute Zusammenkunft mit Herrn Gutt stattfinden solle, und bat annehmen zu können, daß hierbei an dem negativen deutschen Standpunkt festgehalten werden müsse. Dies werde allerdings auf der Gegenseite Verstimmung auslösen, zumal, wenn man gestattet, daß die sogenannten Luxemburger Verhandlungen Fortgang nehmen2. Die Reichsregierung komme dadurch leicht in den Verdacht der Doppelzüngigkeit.

1

Siehe Dok. Nr. 763.

2

Vgl. Dok. Nr. 726.

[2582] Der Reichskanzler erwiderte, daß man Herrn Gutt ja sagen könne, die Luxemburger Verhandlungen würden über die Punkte 2) und 3) der Beratungsgegenstände, d.h. über Kredit- und Handelsfragen3 fortgesetzt werden. Für die unmittelbare Reparationsfrage sehe die Reichsregierung zur Zeit keine Lösungsmöglichkeit, sofern er nicht andere Vorschläge als bisher machen könne. Jedenfalls müsse man versuchen, an der Fortsetzung der Besprechung mit Herrn Gutt jetzt vorbeizukommen.

3

Vgl. Dok. Nr. 767, Anm. 2.

Ministerialdirektor Ritter hielt dies angesichts der Entstehungsgeschichte der Verhandlungen mit Herrn Gutt für schwierig.

Staatssekretär Dr. Pünder schlug vor, zu sagen, daß die an der Luxemburger Besprechung beteiligten Herren in Aussicht genommen hätten, am 2. und 3. Juni in Köln wieder zusammenzutreffen und daß man es für richtig halte, zunächst abzuwarten, ob diese Besprechungen ein positives Ergebnis ergeben würden. Mit einer derartigen Erklärung werde man vielleicht von Herrn Gutt im gegenwärtigen Augenblick loskommen, ohne ernstere Verstimmung hervorzurufen.

Auch der Reichskanzler empfahl, unter allen Umständen einen Weg zu suchen, die Verhandlungen abzubrechen, ohne die belgische Regierung zu verstimmen.

Ministerialdirektor Graf Schwerin von Krosigk übernahm es, in diesem Sinne am Nachmittag mit Herrn Gutt weiter zu sprechen.

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