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"Frei ein Volk, das Herr im Lande durch die Männer seiner Wahl". Die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/49

  • Deutscher Bund

In der Illustrierten Zeitung erscheint am 3. Juni 1848 ein Bild von einem bedeutenden Ereignis: dem "Zug des deutschen Parlaments nach der Paulskirche in Frankfurt am Main". Nach den Erfolgen der Märzrevolution sind hier am 18. Mai zum ersten Mal gewählte Abgeordnete aus allen Staaten des Deutschen Bundes zu einer Nationalversammlung zusammen gekommen. Auf ihnen lastet ein hoher Erwartungsdruck. Ohne klare Kompetenzen und Machtmittel sollen sie die Grundlagen für einen geeinten deutschen Staat und eine Verfassung mit garantierten Grundrechten schaffen. Unter dem Eindruck der schweren Wirtschaftskrise 1846/47 stehen auch wirtschaftliche und soziale Fragen ganz oben auf der Tagesordnung.

Bilder und Dokumente aus dem Bundesarchiv geben exemplarisch Einblick in die dramatischen Ereignisse des Revolutionsjahres 1848/49 und die Beratungen und Entscheidungen der Parlamentarier. Wortgewandt und leidenschaftlich wird anhand von Anträgen und Petitionen über unterschiedliche, manchmal sogar gegensätzliche Positionen debattiert. Ziel ist, einen Konsens zu finden. Kritiker bemängeln, dass dies zu lange dauert. Die spöttische Bezeichnung "Antragsfabrikanten" und das Lied vom Parlament, in dem "das Reden find kein End" lassen außer Acht, dass diese schriftlichen Quellen heute nachvollziehbar machen, worüber damals gestritten wurde.


Im Dezember 1848 wird der Grundrechtekatalog, drei Monate danach die Verfassung verabschiedet, die dann allerdings von wichtigen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes nicht anerkannt wird. Im Sommer 1849 ist der Versuch, einen freiheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, gescheitert. Viele Jahre später werden die "Grundrechte für das deutsche Volk" Vorbild für die Weimarer Verfassung und das Grundgesetz.