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Digitalisierte Einzelstücke der Abteilung Militärarchiv

Um die Benutzung von häufig nachgefragtem Archivgut zu vereinfachen und ortsunabhängig zu machen, digitalisiert das Bundesarchiv kontinuierlich einzelne Archivalien und ganze Bestände. Herausragende Einzelstücke aus der Abteilung Militärarchiv, die online zugänglich sind, stellen wir Ihnen hier beispielhaft vor.

04.11.2019

Digitalisierung

Benutzung

Quellen aus Nachlässen

Porträt Werner Freiherr von Fritsch in Uniform als Generalleutnant, 1932

Die Entlassung Werner von Fritschs

Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch (1880-1939) war im Januar 1934 zum Chef der Heeresleitung ernannt worden. Im Zuge der Umstrukturierung der militärischen Spitzenbehörden 1935 wurde er im Juni 1935 zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt.

Als Hitler bei einer Führerbesprechung im November 1937, über deren Inhalte wir heute über die sogenannte Hoßbach-Niederschrift informiert sind, die Oberbefehlshaber der Wehrmacht wie auch der Wehrmachtteile über seine Kriegspläne informierte, äußerte Fritsch Kritik. Bald darauf ergab sich aufgrund angeblicher Homosexualitätsvorwürfe die Gelegenheit für Hitler, Fritsch als Oberbefehlshaber des Heeres zu entlassen und in der Folge durch den willfährigeren Walther von Brauchitsch zu ersetzen.

Die Vorwürfe gegen Fritsch, der in vielem durchaus den Ansichten Hitlers entsprach, aber auch eigene Positionen vertrat und im Heer angesehen war, erwiesen sich bald als falsch, und Fritsch wurde rehabilitiert. Eine militärische Funktion erhielt er jedoch nicht mehr. Bei Kriegsausbruch zog der durch die Affäre tief getroffene Fritsch mit dem Artillerieregiment, dessen Chef („Regimentschef“ war im preußisch-deutschen Militär eine reine Ehrenbezeichnung ohne Kommandofunktion) er seit seiner Rehabilitierung war, in Polen ein – nach eigener Aussage als „Zielscheibe“. Er fiel am 22. September 1939 bei Praga vor Warschau – im Urteil seiner Umgebung bewusst den Tod suchend.

Das Bundesarchiv zeigt hier aus dem Nachlass von Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch die Entlassungsurkunde für Fritsch, unterzeichnet von Hitler, datiert vom 4. Februar 1938.

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Der Ex-Kaiser über die Weimarer Republik

Der abgedankte Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) unterhielt aus seinem Exil in Haus Doorn in den Niederlanden eine rege Korrespondenz mit ehemals aktiven Spitzenfunktionären in Militär und Verwaltung. Auch der ehemalige Staatssekretär des Reichsmarineamts (bis 1916) Großadmiral Alfred von Tirpitz (1849-1930) stand in Korrespondenz mit Wilhelm II.. Auf einer Postkarte an Tirpitz aus dem Jahr 1925 präsentiert Wilhelm II. seine Sicht auf die Weimarer Republik und präsentiert sich als die Lösung.

Die Postkarte stammt aus dem Nachlass von Großadmiral Alfred von Tirpitz. Sie zeigt auf der Vorderseite eine Zeichnung des bekannten, auf einem Entwurf Wilhelms II. beruhenden allegorischen Gemäldes „Völker Europas, wahret eure heiligsten Güter!“ von Hermann Knackfuß. Auf der Rückseite befindet sich der folgende handschriftliche Text Wilhelms II.:

Doorn 1.I.25
Besten Dank für Ihren Brief. Meine durch Admiral von Rebeur aufgesetzte Antwort liegt anbei. Ihre Ansicht, der deutsche „Wiederaufbau“ müsse mit „Weimar“ und „Parlamentarismus“ erfolgen ist irrig. Es bedeutet: die heutige Republik solle oder werde es machen. Das trifft nicht zu. Keine Republik, kein Weimar, kein Parlament werden jemals Deutschland aufbauen, sie haben das Land und Volk dahin gebracht, wo es jetzt ist, und haben ihre totale Unfähigkeit erwiesen. Das Volk hat Weimar und das Parlament satt, über und bis zum Halse heraus, und will nichts mehr davon wissen. Alle jetzt „Grossen Männer“ Deutschlands haben total versagt, ob als Parteiführer oder als Einzelne. Nur eine Einzelpersönlichkeit kann noch retten durch die Dictatur. Ohne das Heer is[sic!] alles verloren! Es muss wiedererstehen. Das kann es nur unter seinem Ob[ersten] Kriegsherren dem Kaiser, und dazu muss Versailles fallen, das durch die Entente gebrochen, nicht mehr existent. Deutschland ist frei! Es rufe, er kommt!
Wilhelm I[mperator] R[ex]

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