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Schwarzweißfoto: Eine Reihe älterer Herren in Anzügen und mit Sonnenbrillen sitzen applaudierend auf einer Tribüne.

Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, besucht eine Sportveranstaltung der SV Dynamo, 1970 (Montage), Quelle: BArch, MfS, SdM, Fo, Nr. 181, Bild 4 (bearbeitet)

Fußball für die Stasi

Der Berliner Fußball-Club Dynamo

Zeit

-
  • Montag: 09:00 - 17:00 Uhr
  • Dienstag: 09:00 - 17:00 Uhr
  • Mittwoch: 09:00 - 17:00 Uhr
  • Donnerstag: 09:00 - 17:00 Uhr
  • Freitag: 09:00 - 16:00 Uhr
Ort

Bundesarchiv Koblenz
Potsdamer Straße 1
56075 Koblenz
Telefon: 0261 505-0
E-Mail: veranstaltungen@bundesarchiv.de

Veranstalter

Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Berlin-Lichtenberg
Frankfurter Allee 204
10365 Berlin
Telefon: 030 18665-6701
E-Mail: ausstellungen.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de

Eintrittspreise

Der Eintritt ist frei.

Fußball ist wohl die beliebteste Sportart in Deutschland. 2,31 Millionen Deutsche spielen aktiv Fußball - geschätzte 30 Millionen sind Fußballfans und verfolgen Spiele ihrer Teams im Stadion oder im Fernsehen. Durch seine gesellschaftliche Breitenwirkung ist Fußball nicht nur ein Hobby, sondern immer auch von politischer Bedeutung.

Der Berliner Fußball-Club Dynamo (BFC) war einer der erfolgreichsten Fußballvereine der DDR-Oberliga. Zehnmal in Folge errang er den Titel des Fußballmeisters der DDR. Trotz dieser Erfolge war der BFC in der DDR nicht sehr beliebt. Als Teil der Sportvereinigung Dynamo, die unter der Obhut des Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke stand, galt der Verein als Stasi-Club.

In die Struktur des BFC Dynamo waren offiziell 31 Angehörige des Innenministeriums und zehn Mitarbeiter der Staatssicherheit eingebunden. Damit die Stasi ständig informiert war, setzte sie in allen relevanten Bereichen ihre Spitzel ein: Acht inoffizielle Mitarbeiter (IM) und sieben Offiziere im besonderen Einsatz (OibE) sind in den Stasi-Unterlagen registriert. 96 Prozent der 7260 fördernden Vereinsmitglieder gehörten der Staatssicherheit an.

Für Mitarbeiter wie Spieler galt „tschekistische Disziplin“ – politische Zuverlässigkeit, Gehorsam, „moralischer Lebenswandel“ und keine Westkontakte. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen brachten den BFC jedoch immer wieder in die Kritik. Viele Fans vermuteten Manipulationen im Auftrag der Stasi.

Die Ausstellung zeichnet auf zwölf Tafeln den Einfluss der DDR-Geheimpolizei auf den Verein nach und macht sichtbar, wie der BFC und seine Fans von der Stasi überwacht und kontrolliert wurden.

Ergänzt wird die Präsentation mit einer Auswahl an Dokumenten aus dem Bundesarchiv, die das Thema Fußball im geteilten Deutschland schlaglichtartig beleuchten sowie einigen Exponaten aus den Beständen des Ministeriums für Staatssicherheit.

 

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