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Stefan Walter steht vor einer Ausstellungstafel.

Stefan Walter (Außenstellenleiter Leipzig), Quelle: Bundesarchiv / Maikowski

Drei Fragen an Stefan Walter

Stefan Walter ist seit 2020 Außenstellenleiter des Stasi-Unterlagen-Archivs in Leipzig. Dort lagert die Überlieferung der Bezirksverwaltung Leipzig des Ministeriums für Staatssicherheit und ihrer 13 Kreisdienststellen. Das Archivgut umfasst knapp sechs Kilometer Unterlagen, hinzu kommen ca. drei Kilometer Schriftgut auf Sicherungs- und Arbeitsfilmen und über 2,8 Millionen Karteikarten. Die Außenstelle in Leipzig ist eine von 13 Außenstellen des Stasi-Unterlagen-Archivs.

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Was sind die Aufgaben der Stasi-Unterlagen-Archive in den Regionen? Welche regionalen Besonderheiten gibt es in der Außenstelle Leipzig?

Wir füllen das Stasi-Unterlagen-Gesetz mit Leben: Wir bewahren die regionalen Bestände auf, erschließen sie und stellen sie für Bürgerinnen und Bürger, Forschung, Medien sowie Institutionen bereit.

Darüber hinaus sind wir in der Öffentlichkeits-, Bildungs- und Vermittlungsarbeit aktiv. So veranstalten wir zum Beispiel Vorträge oder Ausstellungen zu Themen wie dem Umgang der Stasi mit „Westmusik“, Denunziation in der DDR oder zu Frauen im geteilten Deutschland.

Eine Besonderheit des Stasi-Unterlagen-Archivs Leipzig ist die zentrale, innenstadtnahe Lage am historischen Ort, durch die wir auch viele spontane Besucherinnen und Besucher haben.

Welche Rolle spielt das Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig in der regionalen historisch-politischen Erinnerungsarbeit? Wie arbeitet es mit Partnerinstitutionen zusammen?

Leipzig als Kultur-, Messe-, Universitätsstadt, aber auch als Stadt der Friedlichen Revolution, ist ein besonders bedeutender Ort für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Dies spiegelt sich in den Stasi-Unterlagen wider, was sich auch in einer hohen Zahl an Anträgen aus der Forschung und von Medien zeigt.

Das Archiv ist ein wichtiger Akteur der historisch-politischen Bildung und da keineswegs allein: Es gibt ein Netzwerk von Partnereinrichtungen, mit denen wir inhaltlich und konzeptionell eng zusammenarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel unser direkter Nachbar, die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, oder das Schulmuseum der Stadt Leipzig im Saalbau der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung.

Zusammen haben wir am 9. Oktober während des Lichtfests zur Erinnerung an die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989 – dem zentralen Erinnerungstag in Leipzig – zur Nacht der offenen Tür eingeladen und dafür die ehemalige Stasi-Bezirksverwaltung für die Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Auf was dürfen wir uns im nächsten Jahr freuen?

Für 2026 plant das Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig unter anderem wieder die Teilnahme an der Leipziger Buchmesse, an der Museumsnacht, am Tag der Archive sowie Bildungsangebote und weitere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit.

Unser zentrales Projekt ist aber die neue Dauerausstellung, die voraussichtlich im April 2026 eröffnet wird. Sie soll anhand unserer Archivbestände anschaulich über Struktur, Methoden und Wirkungsweise der Staatssicherheit im ehemaligen Bezirk Leipzig informieren.