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Robert-Christian Balsam sitzt an seinem Arbeitsplatz vor einem Monitor und blickt lächelnd in die Kamera.

Robert-Christian Balsam (Abteilung PA), Quelle: Bundesarchiv

Drei Fragen an Robert-Christian Balsam

Robert-Christian Balsam arbeitet in der Abteilung Personenbezogene Auskünfte (PA), deren Eingliederung in das Bundesarchiv sich gerade zum fünften Mal jährt. Er war schon in der Vorgängerorganisation tätig, der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Als stellvertretender Referatsleiter und Sachgebietsleiter ist Herr Balsam zuständig für die Steuerung der Beauskunftung zu genealogischen und amtlichen Anfragen.

Was waren bzw. sind Ihre Aufgaben und wie haben diese sich verändert?

Ich habe in der Deutschen Dienststelle Kriegssterbefall-Anzeigen bearbeitet. Wir wurden nach Fund von Erkennungsmarken informiert, haben die Wehrmachtsangehörigen ermittelt und die zuständigen Ämter über den Tod der Personen informiert. Im Anschluss haben wir die Angehörigen ermittelt, wozu auch gehörte, sie möglichst behutsam darüber aufzuklären, dass und wo die sterblichen Überreste ihrer Männer, Väter oder Brüder gefunden wurden. Heute weisen wir Anfragende zusätzlich darauf hin, wo sie im Bundesarchiv eventuell weitere Unterlagen finden können, etwa im Militärarchiv oder in den Unterlagen zum Deutschen Reich.

Wie haben Sie persönlich die Entwicklung der Deutschen Dienststelle hin zum Bundesarchiv erlebt?

Die Umwandlung einer Landesverwaltungsbehörde in einen Teil des Bundesarchivs war für mich und meine KollegInnen ein von vielen Unsicherheiten begleiteter Schritt. Wir haben uns alle gefragt, was uns dort erwartet, ob zum Beispiel das gesamte Personal übernommen wird. Was am Ende der Fall war! Da sich die Aufgaben und Abläufe stark geändert haben, war es dennoch nicht für jeden leicht. Für mich war dabei immer ausschlaggebend, dass ich mit schwieriger, aber wichtiger deutscher Militärgeschichte hautnah arbeiten konnte und weiterhin kann.

Was spüren Benutzerinnen und Benutzer von diesem Wechsel?

Früher lag der Fokus eher auf amtlichen Auskünften, heute haben nach Bundesarchivgesetz alle Interessenten das Recht zur Nutzung und nicht nur die engsten Angehörigen. Das hat alle Abläufe verändert. Es gibt jetzt zum Beispiel einen Ermittlungsdienst, einen Auskunftsbereich sowie einen Benutzersaal. Wir bieten den Benutzerinnen und Benutzern in einer ersten Antwort alle Informationen an, die wir zu ihrem Anliegen elektronisch ermitteln können. Wenn es gewünscht ist, können Nutzerinnen und Nutzer die Originale im Benutzersaal sichten oder bekommen analoge beziehungsweise digitale Kopien zugeschickt. Um dies zu ermöglichen, werden die Aktenbestände archivisch erschlossen und in Teilen digitalisiert. Mit diesen Umstellungen hat sich unsere Bearbeitungszeit von 2 Jahren auf 3 Monate verkürzt!