Einführende Informationen
Das Invalidenhaus in Berlin mit der Aufgabe der Versorgung kriegsbeschädigter Soldaten wurde als militärische Einrichtung des preußischen Heeres aufgrund von Anordnungen des Königs Friedrich II., des Großen, in den Jahren 1747 bis 1748 in der damaligen Kirschallee, seit 1860 Scharnhorststraße, errichtet und am 15. November 1748 von den ersten Invaliden bezogen. Der König hatte das Invalidenhaus mit umfangreichem Grundbesitz und Geldvermögen ausgestattet, damit es sich selbst unterhalten sollte, um den Invaliden Unterkommen, Verpflegung, Kleidung und ärztliche Betreuung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das Haus bot Platz für ca. 600 Bewohner, darunter auch Ehefrauen von Soldaten.
Die Einrichtung bildete das einem Kommandanten, ab 1847 einem Gouverneur, unterstellte Invalidenbataillon oder Invalidencorps, ab 1835 Invalidenbataillon, mit drei Kompanien. Die invaliden Soldaten waren uniformiert und hatten Wachdienst zu leisten und wurden weiterhin besoldet. Viele Invaliden wurden nach den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 in das Haus aufgenommen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Invalidenhaus als zivile Stiftung dem Geschäftsbereich des Reicharbeitsministeriums zugeordnet. Das Invalidenhaus wurde dann jedoch am 1. April 1937 dem Reichskriegsministerium unterstellt, danach der Wehrmacht eingegliedert und 1938 in neue Gebäude in Berlin-Frohnau verlegt.
Quellen im Bundesarchiv
Die Akten der Preußischen Armee sind im Jahre 1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam zum größten Teil im damaligen Heeresarchiv verbrannt. Die noch vorhandenen ca. 600 Dokumente des Invalidenhauses befinden sich bei der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg im Bestand PH 33 (Invalidenhaus der Preußischen Armee).
Die in diesem Bestand verfügbaren Akten sind online recherchierbar mit der Rechercheanwendung invenio. In den Bestandsinformationen sind dort weitere Angaben zu finden und auch Literaturhinweise.
Unterlagen zum Invalidenhaus einsehen
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Ansprechpartner
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Frank Anton
Stand: Februar 2026