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Beobachtungsflugzeug "Fokker A.I" (1914/1918)

Beobachtungsflugzeug "Fokker A.I" (1914/1918), Quelle: Bundesarchiv, Bild 134-B3391 / Fotograf: o. Ang.

Luftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg

Auf dieser Seite finden Sie Recherchehinweise zu den fliegenden Verbänden der Kaiserlichen Marine im Bundesarchiv.

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Einführende Informationen

Im Ersten Weltkrieg und davor gab es noch keine eigenständige deutsche Luftwaffe, sondern Luftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine und Luftstreitkräfte der Preußischen Armee bzw. des Deutschen Heeres. Die Luftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine bestehend aus Marinefliegerabteilung und Marineluftschiffabteilung wurden 1914 dem Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen in Cuxhaven unterstellt (später in Wilhelmshaven, ab 1916 in Berlin). Eine Inspektion des Marineluftfahrwesens in Kiel bestand nur zwei Monate im Oktober und November 1914 und wurde kurz nach Ihrer Einrichtung aufgelöst.

Der Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen wurde, nachdem die Marineluftschiffabteilung 1916 dem Führer der Marineluftschiffe unterstellt worden war, zum Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen und 1917 zum Marineflugchef umbenannt. Ihm unterstand die 1913 in Putzig aus der seit 1911 bestehenden Flugversuchsstation aufgestellte Marinefliegerabteilung, seit 1914 in Holtenau, die in diesem Jahr geteilt wurde in die I. Marinefliegerabteilung in Holtenau und die II. Marinefliegerabteilung in Wilhelmshaven. Beide wurden 1915 umbenannt in I. und II. Seefliegerabteilung, die 1919 bis 1920 dann Seefliegerabteilungen der Ostsee und der Nordsee hießen. Daneben war seit 1914 zu Ausbildungszwecken das Freiwillige Marinefliegerkorps in Johannisthal und Putzig tätig, umbenannt 1915 in Marinelandfliegerabteilung, zuletzt 1919 in Scheuen bei Celle.

Seeflugstationen bestanden im Bereich der Nordsee auf Borkum, auf Norderney, in Wilhelmshaven, auf Helgoland und auf Sylt und im Bereich der Ostsee in Apenrade, Holtenau, Warnemünde, auf Rügen, in Köslin, Putzig, Libau, Windau, Angersee, Papenholm (Insel Ösel) und Reval. Landflugstationen waren in Barge (Wilhelmshaven), Flensburg, Hage, Johannisthal, Kiel, Nordholz und Tondern. In Flandern lagen drei Flugstationen in Ostende, Nieuwmunster und Zeebrügge. Im Osmanischen Reich gab es  See- und Feldflugplätze der Kaiserlichen Marine z.B. in Canakkale und auf Gallipoli.

Dem Marineflugchef unterstellt waren auch der Kommandeur der Flieger der Hochseestreitkräfte in Wilhelmshaven, dem u.a. die Seeflugstationen im Nordseebereich zugeordnet waren, der Kommandeur der Landflieger der Nordsee in Zetel, der Kommandeur der Flieger beim Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte (zugleich Kommandeur der I. Seefliegerabteilung), umbenannt 1918 zum Kommandeur der Flieger beim Befehlshaber der Sicherung der Ostsee, das Bewegliche Geschwader Barge und ab 1918 der Kommandeur der Flieger beim Befehlshaber der Baltischen Gewässer. Des Weiteren unterstanden dem Marineflugchef das Seeflugzeugsonderkommando (Torpedoflugzeuge) in Flensburg, das Seefliegerversuchskommando in Warnemünde, die Seeflugzeugabnahmekommission in Warnemünde und die Landflugzeugabnahmekommission in Johannisthal.

Die Marineluftschiffabteilung wurde 1913 in Johannisthal aus dem 1912 dort eingerichteten Marineluftschiffdetachement gebildet und 1914 zunächst dem Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen unterstellt, dann 1916 dem Führer der Marineluftschiffe in Nordholz (ab 1917 in Ahlhorn). Sie befand sich ab 1913 in Hamburg-Fuhlsbüttel später in Nordholz. Luftschifftrupps waren in Ahlhorn, Düren, Nordholz, Seddin-Jessenitz, Seerappen, Tondern, Weinoden und Wittmundhafen/Hage stationiert.

Quellen im Bundesarchiv

Akten von Luftstreitkräften der Kaiserlichen Marine im Militärarchiv

Die vorhandenen Dokumente der Luftstreitkräfte befinden sich bei der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg in folgenden Beständen:

In den Bestandsinformationen sind dort weitere Angaben zu den einzelnen Dienststellen und Truppenteilen zu finden und auch Literaturhinweise.

Unterlagen zu Luftstreitkräften der Kaiserlichen Marine einsehen

Das Bundesarchiv hat die Aufgabe, Archivgut konservatorisch zu sichern, inhaltlich zu erschließen und zugänglich zu machen. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Recherchen und ermöglichen Ihnen die selbstständige Benutzung des Archivguts. Mit der Datenbank invenio können Sie in unseren Beständen recherchieren. Hier finden Sie ausführliche Hilfen zur Benutzung von invenio. Digitalisierte Akten können Sie online über invenio einsehen oder als Scans herunterladen.

Online einsehen

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Weitere Möglichkeiten

Für die Benutzung von Archivgut, das nicht digitalisiert vorliegt, haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Besuch vor Ort in unserem Lesesaal
  2. Beauftragung eines privaten Recherchedienstes
  3. Bestellung von Digitalisaten

Weiterführende Links

Deutsches Flugzeug in der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika (1914/1915 ca.)
Rechercheleitfaden

Luftstreitkräfte der Preußischen Armee im Ersten Weltkrieg und in der Zeit davor

Recherchehinweise in den Beständen des Bundesarchivs zu den Luftstreitkräften der Preußischen Armee bzw. des Deutschen Heeres finden Sie auf dieser Seite.

Mehrere Schiffe liegen in einem Hafen, auf dessen Kai Menschen stehen.
Rechercheleitfaden

Unterlagen zum Einsatz von Truppenteilen der Preußischen Marine, der Norddeutschen Bundesmarine und der Kaiserlichen Marine

Dieser Rechercheleitfaden erklärt Ihnen, wie Sie im Bundesarchiv nach Unterlagen zu Truppenteilen der Preußischen Marine, der Norddeutschen Bundesmarine und der Kaiserlichen Marine (1808–1919) recherchieren können.

Ansprechpartner

Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv

Wiesentalstraße 10
79115 Freiburg

Telefon: 030 18 665-1149
E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de

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Frank Anton
Stand: Februar 2026

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