Direkt zum Seiteninhalt springen
Deutsches Flugzeug in der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika (1914/1915 ca.)

Deutsches Flugzeug in der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika (1914/1915 ca.), Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-S47623 / Fotograf(in): o. Ang.

Luftstreitkräfte der Preußischen Armee im Ersten Weltkrieg und in der Zeit davor

Recherchehinweise in den Beständen des Bundesarchivs zu den Luftstreitkräften der Preußischen Armee bzw. des Deutschen Heeres finden Sie auf dieser Seite.

Zum Inhalt springen

Einführende Informationen

Im Ersten Weltkrieg und davor gab es noch keine eigenständige deutsche Luftwaffe, sondern Luftstreitkräfte der Preußischen Armee bzw. des Deutschen Heeres und Luftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine. Die Luftstreitkräfte der Preußischen Armee waren ab 1916 dem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte unterstellt, dem der im Jahre zuvor ernannte Chef des Feldflugwesens nun als Stabschef zur Seite trat. Zu den Luftstreitkräften gehörten die Luftschiffertruppe, die Fliegertruppe, die Flugabwehr mit dem Flugmeldedienst und der Wetterdienst.

Dem Chef des Feldflugwesens wurden 1915 bereits die beiden Inspektionen der Luftschiffertruppen und der Fliegertruppen unterstellt, die vorher der Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens unter der Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens untergeordnet waren, die Inspektion der Flugabwehrkanonen wurde 1916 aufgelöst und dem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte eingegliedert. Bei den Armeeoberkommandos wurden die bisherigen Stabsoffiziere nun Kommandeure der Luftschiffertruppen, der Flieger und der Flugabwehrkanonen, bei den Generalkommandos Gruppenführer der Flieger.

Die Luftschiffertruppe bestand vor dem Krieg aus Luftschifferbataillonen und im Ersten Weltkrieg v.a. aus Feldluftschifferabteilungen bei den Armeeoberkommandos. Die Tätigkeit dieser Abteilungen war taktische Nahaufklärung mit Fesselballonen, d.h. Gefechtsfeld- und Artilleriebeobachtung. Außerdem waren bis 1917 Lenkluftschiffe im Einsatz zur strategischen Fernaufklärung und Bombardierung im Hinterland, mit zugehörigen Luftschifftrupps am Boden.

Feldfliegerabteilungen waren im Ersten Weltkrieg zunächst zur Aufklärung bei den Armeeoberkommandos und Generalkommandos eingesetzt, zusätzlich wurden 1915 Artilleriefliegerabteilungen aufgestellt, die später bei den Divisionen Artilleriebeobachtung durchführten. Aus den Feldfliegerabteilungen und Artilleriefliegerabteilungen wurden 1916 Fliegerabteilungen bei den Generalkommandos zur taktischen Aufklärung gebildet und Fliegerabteilungen A bei den Divisionen zur Gefechtsfeldaufklärung und Artilleriebeobachtung sowie Fliegerabteilungen Lb, mit Reihenbildgeräten ausgestattet, bei den Armeeoberkommandos. Erste Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung gab es 1915, Bombengeschwader ab 1917, dazu Riesenfliegerabteilungen. Ab 1917 waren Jagdstaffeln und Jagdgeschwader im Einsatz, bei den Divisionen Schutzstaffeln, später Schlachtstaffeln, zuerst als Begleitung der Fliegerabteilungen A, dann zur Erdkampfunterstützung.

Zur Flugabwehr bestanden im Jahre 1914 Ballonabwehrkanonenzüge, danach ab 1916 Flakbatterien und Flakzüge und ab 1917 zusätzlich Flakscheinwerferzüge und Flakscheinwerferbatterien.

Quellen im Bundesarchiv

Die Akten der Preußischen Armee sind im Jahre 1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam zum größten Teil im damaligen Heeresarchiv verbrannt. Die wenigen noch vorhandenen Dokumente der Luftstreitkräfte befinden sich bei der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg in folgenden Beständen:

In den Bestandsinformationen sind dort weitere Angaben zu den einzelnen Dienststellen und Truppenteilen zu finden und auch Literaturhinweise.

Unterlagen zu Luftstreitkräften der Preußischen Armee einsehen

Das Bundesarchiv hat die Aufgabe, Archivgut konservatorisch zu sichern, inhaltlich zu erschließen und zugänglich zu machen. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Recherchen und ermöglichen Ihnen die selbstständige Benutzung des Archivguts. Mit der Datenbank invenio können Sie in unseren Beständen recherchieren. Hier finden Sie ausführliche Hilfen zur Benutzung von invenio. Digitalisierte Akten können Sie online über invenio einsehen oder als Scans herunterladen.

Online einsehen

Zu großen Teilen (mit Ausnahme von Luftbildern, Großformaten u.Ä.) digitalisiert und über invenio einsehbar sind die folgenden Bestände:

Weitere Möglichkeiten

Für die Benutzung von Archivgut, das nicht digitalisiert vorliegt, haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Besuch vor Ort in unserem Lesesaal
  2. Beauftragung eines privaten Recherchedienstes
  3. Bestellung von Digitalisaten

Weiterführende Links

Beobachtungsflugzeug 'Fokker A.I' (1914/1918)
Rechercheleitfaden

Luftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg

Auf dieser Seite finden Sie Recherchehinweise zu den fliegenden Verbänden der Kaiserlichen Marine im Bundesarchiv.

Ansprechpartner

Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv

Wiesentalstraße 10
79115 Freiburg

Telefon: 030 18 665-1149
E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de

War dieser Rechercheleitfaden hilfreich?

Um unser digitales Beratungsangebot kontinuierlich zu verbessern, freuen wir uns über Ihre Anregungen und Wünsche. Teilen Sie uns diese gerne mit unter: militaerarchiv@bundesarchiv.de.

Frank Anton
Stand: Februar 2026

Beiträge zum Thema

L. 41 und 44 (am 20. Oktober 1917 abgeschossen), 1917/1918
Themenbeitrag

Luftschiffe im Ersten Weltkrieg

„Engeland wird abgebrannt!“

Es handelt sich um ein Porträtfoto von Manfred von Richthofen in Schwarz-Weiß. Er ist bekleidet mit einer Fliegerjacke. Im Hintergrund sind ein Flugzeugtriebwerk sowie ein Teil einer Halle zu sehen.
Geschichtsgalerie

Manfred von Richthofen – „Der rote Kampfflieger“

Rittmeister Freiherr Manfred von Richthofen ist noch heute einer der weltweit bekanntesten Jagdflieger.