Kriegsberichterstatter schreibt an seiner Schreibmaschine (Bir Hacheim in Libyen am 6. Juni 1942),
Quelle:
Bundesarchiv, Bild 101I-443-1576-11 / Zwilling, Ernst A.
Soldaten als Schriftsteller
Rechercheleitfaden
Schriftsteller, Publizisten und Journalisten mit militärischer Vergangenheit bis 1945
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Einführende Informationen
In diesem Leitfaden soll aufgezeigt werden, unter welchen Aspekten sich das Wirken von Schriftstellern, Publizisten und Journalisten im militärischen Schriftgut bis 1945 abbildet.
Es gibt dabei grundsätzlich drei Formen, in denen Schriftsteller, Publizisten und Journalisten in der militärischen Überlieferung als Soldaten erscheinen können:
Soldaten wurden nach ihrer militärischen Dienstzeit schriftstellerisch, publizistisch oder journalistisch tätig. Beispiele hierfür sind Ernst Jünger und Loriot.
Schriftsteller wurden Soldaten. Beispiele hierfür sind Richard Dehmel und Hermann Löns.
Soldaten waren in ihrer dienstlichen Funktion schriftstellerisch, publizistisch oder journalistisch tätig (und häufig auch noch nach ihrer Dienstzeit). Beispiele hierfür sind vor allem die Kriegsberichter der Propagandakompanien.
In der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs können diese Schriftsteller, Publizisten und Journalisten auf unterschiedliche Art nachgewiesen werden.
Die intensivste und reichhaltigste Form sind Nachlässe. Von vereinzelten Schriftstellern, Publizisten und Journalisten sind Unterlagen aus ihrem Privatbesitz überliefert, die in der Regel einen unmittelbaren Einblick in das Leben und Werk dieser Personen ermöglichen.
Daneben sind zu einigen Schriftstellern, Publizisten und Journalisten ihre militärischen Personalakten oder zumindest personenbezogene Unterlagen überliefert. Diese Unterlagen geben zwar nur Auskunft über die militärische Dienstzeit, können allerdings mitunter überraschende Aspekte dieser Personen offenlegen.
Vereinzelt sind schriftstellerische oder journalistische Arbeiten in das militärische Schriftgut aufgenommen worden, bzw. sind in militärischem Auftrag entstanden und deshalb in diesem Kontext überliefert.
Und schließlich können amtliche Unterlagen der militärischen Dienststellen, Verbände und Einheiten, in denen diese Personen eingesetzt waren, vorhanden sein, was vor allem für biographische Forschungen von Wert sein kann. Oder militärische Dienststellen haben sich aus ihrer Zuständigkeit heraus mit diesen Personen befasst, weshalb in ihrem Schriftgut Unterlagen oder Hinweise zu diesen überliefert sind.
Wie die im Militärarchiv überlieferten Quellen zu Schriftstellern, Publizisten und Journalisten qualitativ einzuschätzen sind, bleibt der eigenen Wertung oder auch einer literaturwissenschaftlichen Betrachtung überlassen.
Zu beachten ist allerdings, dass einige dieser Schriftsteller, Publizisten und Journalisten Positionen vertreten haben, zum Teil auch noch nach 1945, die antidemokratisch, führergläubig und antisemitisch waren – ggf. auch ohne, dass dies immer in allen einzelnen Texten erkennbar wäre.
Bei einigen Schriftstellern, Publizisten oder Journalisten, deren Nachlass und/oder militärische Personalakte überliefert ist, handelt es sich um Angehörige der Propagandatruppen von Wehrmacht und Waffen-SS und ihr schriftstellerisches Wirken bestand im Wesentlichen aus NS-konformem Propagandamaterial. Einiges davon ist im militärischen Schriftgut überliefert. Bei manchen stellte das Veröffentlichen von Texten nur einen Nebenaspekt ihres (insbesondere späteren) Berufslebens dar und bei manchen anderen war die Qualität dieser Texte auch eher fragwürdig. Tatsächlich sind viele der damaligen Kriegsberichter heute gänzlich unbekannt, sind oft auch nach 1945 nicht mehr als Schriftsteller hervorgetreten.
Bei manchen anderen späteren Schriftstellern ist nicht mehr als nur noch ein sehr kurzzeitiges militärisches Engagement in der Kriegsendphase gegeben, das zu keinem gehaltvollen amtlichen Schriftgut mehr geführt hat, wie etwa bei Günter Grass.
Einige der hier als Publizisten aufgeführten Autoren werden vor allem als Wissenschaftler oder auch vorrangig als Offiziere in herausgehobenen Verwendungen wahrgenommen, obwohl sie zum Teil über Jahre und Jahrzehnte hinweg regelmäßig publizierten.
Alles in allem handelt es sich um eine äußerst heterogene Personengruppe.
Schriftsteller, Publizisten und Journalisten können ihrerseits Gegenstand des Verwaltungshandelns von Behörden geworden sein, vor und ebenso auch nach 1945. Es ist daher grundsätzlich immer möglich, dass sich Unterlagen zu diesen Personen im Schriftgut auch völlig unerwarteter Behörden findet. Weitere Informationen erhalten Sie unter „Benutzungshinweise“.
Darüber hinaus können diese „schreibenden Soldaten“ in Korrespondenz mit anderen Personen gestanden haben, von denen private Unterlagen im Bundesarchiv überliefert sind. Derartige Korrespondenzunterlagen können daher in Nachlässen ganz anderer Personen überliefert sein.
Dazu kommen „Kriegszeitungen“, „Frontzeitungen“ oder „Feldzeitungen“ u.ä. im Schriftgut der Verbände und Einheiten von Preußischer Armee, Kaiserlicher Marine, Heer und Luftwaffe der Wehrmacht.
Schriftsteller, Publizisten und Journalisten mit militärischer Vergangenheit bis 1945, von denen im Militärarchiv Unterlagen überliefert sind
Die Darstellung der Personen erfolgt immer nach demselben Schema. Einer knappen biographischen Skizze, basierend auf allgemein zugänglichen biographischen Quellen (z.B. NDB), eventuell ergänzt durch Angaben aus den militärischen Personalunterlagen, folgt eine Auflistung von Archivsignaturen, die für die jeweilige Person relevant sind. Zuvorderst werden hier Nachlässe und Personalunterlagen genannt, es folgen sonstige Betreffe im militärischen Schriftgut, ggf. auch Werke der Personen, die im militärischen Schriftgut überliefert sind. Abschließend steht eine chronologische Liste des schriftstellerischen/publizistischen Wirkens der Person. Diese Auflistung basiert auf den Angaben der Deutschen Nationalbibliothek. Absicht ist es, die Person anhand der aufgeführten Titel näher einschätzen zu können, weshalb auch eine Unterteilung in historische Abschnitte (Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich etc.) vorgenommen wird.
Im Umgang mit Unterlagen zu und von Schriftstellern, Publizisten und Journalisten gibt es verschiedene rechtliche Aspekte zu beachten:
1. Personenbezogene Schutzfristen
Die im Bundesarchiv überlieferten amtlichen Personalunterlagen und allgemein alle personenbezogenen Unterlagen unterliegen den im Bundesarchivgesetz festgelegten personenbezogenen Schutzfristen. Diese legen in §11 Abs. 2 fest, dass Personalunterlagen 10 Jahre nach dem Tod des Betroffenen oder alternativ 100 Jahre nach dessen Geburt frei benutzbar sind. Alle in diesem Rechercheleitfaden aufgeführten Personen sind bereits seit mehr als zehn Jahren verstorben und auch vor mehr als hundert Jahren geboren. Ihre Personalunterlagen sind daher frei benutzbar.
2. Schutzwürdige Belange Dritter
Gemäß Bundesarchivgesetz hat das Bundesarchiv die Nutzung von Archivgut einzuschränken oder zu versagen, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass der Nutzung schutzwürdige Interessen Betroffener oder ihrer Angehörigen entgegenstehen. Einschränkungen können darin bestehen, dass lediglich anonymisierte Reproduktionen vorgelegt werden oder durch die Benutzenden Erklärungen zur Beachtung schutzwürdiger Belange (Besondere Verpflichtungserklärungen) unterzeichnet werden müssen. Im Falle der in diesem Rechercheleitfaden aufgeführten Personen kann dies bei Benutzung privater Unterlagen (Nachlässe) erforderlich sein und bei Benutzung wehrmachtgerichtlicher Unterlagen.
3. Urheberrecht
Das Urheberrechtsgesetz fordert die Beachtung urheberrechtlicher Regelungen grundsätzlich auch bei Archivgut. Gemäß Urheberrechtsgesetz endet das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das Bundesarchiv stellt Archivgut unter Beachtung dieser gesetzlichen Regelung zur Einsichtnahme und ggf. auch Reproduktion (Digitalisierung on Demand) zur Verfügung. Die Beachtung der urheberrechtlichen Regelung jenseits der persönlichen Einsichtnahme ist dann Aufgabe der Benutzenden. Eine freie Zurverfügungstellung von Digitalisaten durch das Bundesarchiv erfolgt erst nach Ablauf des Urheberrechts. Eine Ausnahme stellen Texte dar, die in dienstlichem Auftrag durch Staatsbedienstete (Angehörige der Streitkräfte) entstanden sind und im amtlichen Schriftgut überliefert sind. Hier wird davon ausgegangen, dass ein staatlicher Anspruch auf Übertragung der Nutzungsrechte besteht und eine freie Zurverfügungstellung von Digitalisaten durch das Bundesarchiv zulässig ist.
* 3. Juni 1881 in Lehsten; † 22. September 1963 in Berlin
Albert Benary war Offizier der Preußischen Armee und der Reichswehr. Im Jahr 1900 in die Preußische Armee eingetreten, war er als Offizier im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Oberleutnant. Er verblieb auch nach dem Krieg im Dienst, mit Funktionen im Reichswehrministerium. Benary war zuständig für die Pressearbeit des Ministeriums und verfasste zusätzlich eigene Werke zu den Streitkräften im Weltkrieg und zur Reichswehr. Ab 1933 unter Druck aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Familie, gelang es ihm durch persönliche Kontakte in die Parteileitung der NSDAP, als Schriftsteller tätig bleiben zu können. Aus der Reichswehr schied er als Oberstleutnant aus. Seine Werke über das Heer im Weltkrieg und auch über die Reichswehr und frühe Wehrmacht fanden seinerzeit ein zahlreiches Publikum. Insbesondere sein Buch über die Reichswehr von 1932 liefert auch heute noch eine wertvolle Binnensicht der deutschen Streitkräfte kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Ab Mitte der 1940er riß seine Produktivität ab. Benary widmete sich der Pflege seiner erkrankten Frau und verstarb 1963 in Berlin.
Im Bundesarchiv ist Benarys Nachlass überliefert.
N 286 (Benary, Albert (Oberstleutnant)) (6 AE) Ausarbeitungen und Zeitungsartikel zur Geschichte Preußens und der Preußischen Armee und zum Ersten Weltkrieg.
Weitere relevante Archivalien:
MSG 2/4942 Benary, Albert: „Die Tankschlacht von Cambrai.- Der britische Großangriff an der Westfront vom 20. - 29. November 1917“ (1937)
PH 21/83 Kriegsakademie.- Unterlagen von Albert Benary vom Traditionstreffen des Jahrgangs 1908-11
RW 6/73 Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.- Albert Benary als Einzelfall eines nichtarischen Frontkämpfers (1933-36)
1931 Geschichte des Dragoner-Regiments Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern (Westfälisches) Nr. 7. Von 1860–1919
1932 Der Kampf um die Abrüstung
1932 Das deutsche Heer. Ein Buch des Stolzes – Ein Buch der Hoffnung
1932 Unsere Reichswehr. Das Buch von Heer und Flotte
1932 Königlich-Preußisches 1. Posensches Feldartillerie-Regiment Nr. 20
im Dritten Reich
1933 Die Schlacht bei Tannenberg
1933 Luftschutz: die Gefahren aus der Luft und ihre Abwehr
1933 Rüstungsfibel
1933 Horst will zur Reichswehr
1934 Königlich Preußisches Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 48 im Weltkriege 1914-1918
1934 Königl. Preuß. Magdeburgisches Husaren-Regiment Nr. 10 im Weltkriege 1914/1918
1934 Kompanie Grabow. An der Westfront 1917/18
1935 Lüttich
1935 Bilderbuch vom deutschen Heer
1935 Vom Pferd zum Motor
1935 Die Kosaken kommen!
1936 Perkunos, der Sieger
1936 Vom Marathonläufer bis zur Funkstelle
1936 Auf Panzerjagd
1936 Horst, der Panzerschütze
1937 Geschichte des Fußartillerie-Regiments General-Feldzeugmeister (Brandenburgisches) Nr. 3 und seiner Kriegsformationen
1937 Das Königlich-Preußische Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 2 und seine Kriegsformationen
1937 Dienst bei der Kraftfahrkampftruppe
1937 Die Letzten
1938 Das Thorner Feldartillerie-Regiment Nr. 81
1938 Horst will unter die Soldaten
1938 Rittmeister v. Borcke
1939 Panzer voran!
1940 Panzerschützen in Polen
1940 Infanteriesturm durch Polen
1940 Schnelle Truppen
1940 Melder, Funker, Störungssucher. Ein Buch vom Nachrichtenmann
1941 Männer schlagen Schlachten
in der Bundesrepublik
1955 Die Berliner Bären-Division. Geschichte der 257. Infanterie-Division. 1939–1945
* 19. Februar 1899 in Traben-Trarbach; † 9. März 1963 in Würzburg
Werner Beumelburg war Offizier der Preußischen Armee und der Wehrmacht und ab den 1920er Jahren sehr prominenter Schriftsteller mit militärischen Themen. Als Kriegsfreiwilliger 1916 ins Heer eingetreten, diente er im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Leutnant. Im Jahr 1920 aus den Streitkräften entlassen, war er ab Anfang der 1920er Jahre als Journalist und Schriftsteller tätig, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Reichsarchiv durch Abfassung von Kriegsromanen im Rahmen der vom Reichsarchiv geförderten Reihe „Schlachten des Weltkrieges“. Beumelburg war ein klarer Gegner der Republik. Seine Romane „Sperrfeuer um Deutschland“ von 1929 und „Gruppe Bosemüller“ von 1930 waren äußerst erfolgreich und transportierten ein antidemokratisches, sehr konservatives und äußerst militäraffines Weltbild. Während des Spanischen Bürgerkrieges war Beumelburg im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums in Spanien, um den Einsatz der Legion Condor schriftstellerisch-propagandistisch herausstellen zu können („Kampf um Spanien“, 1939). Den Auftrag, auch den Zweiten Weltkrieg in einer offiziellen Darstellung zu präsentieren konnte er nicht mehr umsetzen. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges war er als Offizier der Luftwaffe, zuletzt als Major, eingesetzt. Nach US-Kriegsgefangenschaft wurde er wieder als Schriftsteller tätig, konnte jedoch nicht mehr dauerhaft an seine früheren Erfolge anknüpfen. Er verstarb 1963 in Würzburg durch Suizid.
Im Bundesarchiv ist Beumelburgs Nachlass und seine militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/228495 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Weitere relevante Archivalien:
RL 35/57 u.a. Notizen von General Volkmann (Kommandeur der Legion Condor) zur Veröffentlichung von Werner Beumelburgs "Kampf um Spanien"
RW 6/677 Tornisterschrift des OKW Heft 24 (1941).- Beumelburg, Werner: "Von 1914 bis 1940".
RW 6/836 Tornisterschrift des OKW „Was uns bewegt Heft 3“ (1943).- u.a. Beumelburg, Werner: „Das Jahr 1759“
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1921 Die gestohlene Lüge
1923 Douaumont
1925 Ypern 1914
1927 Loretto
1928 Flandern 1917
1929 Die stählernen Jahre
1929 Sperrfeuer um Deutschland
1930 Die Gruppe Bosemüller
1930 Der Strom
1931 Mit siebzehn vor Verdun
1931 Gruppe Bosemüller erstürmt das Fort Souville
1931 Der Kuckuck und die zwölf Apostel
1931 Deutschland in Ketten. Von Versailles bis zum Young-Plan
1932 Wilhelm II. und Bülow
1932 Der Soldat von 1917
1932 Bismarck gründet das Reich
1932 Bismarck greift zum Steuer
im Dritten Reich
1933 Wen die Götter lieben
1933 Deutschland erwacht
1933 Das jugendliche Reich. Reden und Aufsätze zur Zeitwende
1933 Flandern
1933 Arbeit ist Zukunft
1934 Friedrich II. von Hohenstaufen
1934 Das eherne Gesetz
1935 Preußische Novelle
1935 Erlebnis am Meer
1935 Der Feigling
1936 Kaiser und Herzog. Kampf zweier Geschlechter um Deutschland
1936 Der Frontsoldat
1937 Die Hengstwiese
1937 Reich und Rom
1938 Der König und die Kaiserin. Friedrich der Große und Maria Theresia
1938 Mont Royal. Ein Buch vom himmlischen und vom irdischen Reich
1938 Österreich und das Reich der Deutschen: kurze Geschichte des Großdeutschen Reiches
1938 Langemarck
1939 Kampf um Spanien
1939 An einen jungen Deutschen
1939 Sieg im Osten. So schlugen wir die Russen 1914/17
1940 Von 1914 bis 1939. Sinn und Erfüllung des Weltkriegs
1941 Von 1914 bis 1940
1941 Soldaten-Kameraden in der Hölle von Verdun
1941 Geschichten vom Reich
1941 Geschichten vom Krieg
1942 Pflicht und Schicksal
1943 Verdun 1918
1943 Reich und Rom
1943 Jörg
in der Bundesrepublik
1949 Um Heimat und Reich
1949 Bismarck
1950 Hundert Jahre sind wie ein Tag. Roman einer Familie
1951 Nur Gast auf dunkler Erde
1952 Jahre ohne Gnade. Chronik des Zweiten Weltkrieges
1957 Das Kamel und das Nadelöhr
1958 ...und einer blieb am Leben
* 12. April 1913 in Dessau; † 18. November 1997 in Stuttgart
Jochen Brennecke war zunächst Angehöriger der Handelsmarine und ab 1940 der Kriegsmarine. Er heuerte im September 1929 als Schiffsjunge auf dem Segelschulschiff „Großherzogin Elisabeth“ an, fuhr in der Folge auf verschiedenen Schiffen, bis zu seiner letzten Fahrt als Matrose auf dem Dampfer „Usambara“ ab März 1933. Ab 1940 in der Kriegsmarine war Brennecke von 1940 bis 1943 als Kriegsberichter in verschiedenen Propagandaeinheiten der Kriegsmarine eingesetzt. Spätestens ab Juli 1944 wurde er bei verschiedenen Unterseebootsflottillen (allerdings ohne Bordverwendungen) und ab März 1945 bei einer Minensuchflottille verwendet. Brennecke war bereits als Kriegsberichter zum Leutnant befördert worden. Er wurde ab Anfang der 1950er Jahre als Sachbuchautor für Marinethemen bekannt und dabei auch sehr erfolgreich. Aber vor allem war Brennecke auch (z.T. unter Pseudonym) intensiv als Romanautor im Bereich der Kriegsromanhefte tätig. Für die ab Anfang der 1950er Jahre erscheinende Heftromanreihe „SOS. Schicksale deutscher Schiffe“ verfasste er mehr als vierzig Romanhefte, angefangen mit „Aller schlechten Dinge sind drei. Versorger für Hilfskreuzer „Thor““ 1959. Im Jahr 1997 ist Brennecke in Stuttgart verstorben.
Im Bundesarchiv ist Brenneckes Nachlass überliefert.
N 852 (Brennecke, Jochen) (115 AE) Materialsammlungen zu verschiedenen Projekten (Admiral Bernhard Rogge, Seeunfälle, Dampfer „Irmtraut Cords“, Transportschiff „Arandora Star“, Leichter Kreuzer „Emden“). Hinzu kommen private Unterlagen Dritter und zahlreiche Fotos.
Weitere relevante Archivalien:
RM 8/1526 Propagandaberichte der Marine-Kriegsberichter-Kompanie Ost.- u.a. Brennecke, Jochen: "Labskaus im Lande der Mitternachtssonne" (1940), "Unterwegs auf Straßen unter dem Polarkreis: RAD beim Straßenbau; Eine Abteilung angelt um die Wette" (1940), "Ein bemerkenswerter Fund.- Norwegische Zeitungen vom November in englischen Kisten" (1940), "Robbenschläger durchbrach die Blockade. Das erste deutsche Schiff dieser Art mit reicher Beute heimgekehrt" (1940), "Zweimal versenkt und immer noch da. Das Schicksal eines deutschen Tankers im hohen Norden" (1940), "Militärmusik zieht in Narwik ein" (1940), "Unsere Blauen Jungs sind gute Marathonläufer" (1940), "Ein Soldat gleich neun Tonnen Laderaum" (1940)
RM 8/1529 Propagandaberichte der Marine-Kriegsberichterkompanie Nord.- u.a. Brennecke, Jochen: „'Schweinsgeige' begrüßt 'Rübenschwein' (Eine merkwürdige Begegnung mitten auf irgendeinem Ozean)“ (1941)
RM 8/1531 Propagandaberichte der Marine-Propaganda-Abteilung Nord.- u.a. Brennecke, Jochen: "Ein englischer Admiral fährt in den Tod" (1941)
RM 8/1533 Propagandaberichte der Marine-Propaganda-Abteilung Nord.- u.a. Brennecke, Jochen: "Selbst die eigenen Verwundeten lassen sie im Stich!" (1941)
RM 8/1538 Propagandaberichte der Marine-Propaganda-Abteilung Nord.- u.a. Brennecke, Jochen: "Von Bord - die Sprengladungen brennen!" (1941)
RM 8/1541 Propagandaberichte der Marine-Propaganda-Abteilung Nord.- u.a. Brennecke, Jochen: "'Cormoran' hat an der 'Sydney' das 'Emden'-Vermächtnis erfüllt" (1941)
RM 8/1543 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Im Südatlantik geknackt. Gefecht mit britischem 6.000 BRT-Dampfer“ (o. Dat.)
RM 8/1545 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Ein Ubootjäger-Kommandant" (o. Dat.), "Einer von vielen" (1942), "Uboote im Mittelmeer" (1942), "Ubootjagdfahrt durch das Mittelmeer" (o. Dat.), "Ohne Werft und ohne Hafen" (1942)
RM 8/1547 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Ubootabwehr im Mittelmeer" (o. Dat.), "'Gift' stand drauf - Kochschinken war drin!" (o. Dat.), "Kein Boot - sondern 'Allah' schreiende Inder" (o. Dat.), "30 feindliche Einheiten - das war zuviel!" (o. Dat.)
RM 8/1548 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Es geht auch anders zwischen Akten und Pragraphen!" (o. Dat.), "Eine englisch-indische Begegnung auf deutschem Kreuzerdeck" (o. Dat.), "Bombe genau auf Ubootsturm" (1942), "Herr Kapitänleutnant - und das alles ohne Angelschein" (o. Dat.), "Ja zum Deibel, was stinkt hier nur?" (o. Dat.)
RM 8/1549 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Kriegstagebuch Prisenfahrt" (1942), "Inder auf deutschem Kreuzer (Preußisch aber verstanden sie!)“ (o. Dat.)
RM 8/1551 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen:, "Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz für Kapitänleutnant Schonder" (1942)
RM 8/1552 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Zigarren gegen Zigarren" (1942), "Immer wache deutsche Soldaten" (1942), "Sascha und die erste Division" (1942), "Einem Kreuzer wird der Stahlleib geschrubbt" (1942), "Durchbruch" (1942), "Freizeit in überseeischen Gewässern" (1942), "Slalomlauf durch die Tore englischer Streitkräfte" (1942), "Tote Schiffe erwachen zu neuem Leben" (1942)
RM 8/1555 Propagandaberichte der 9. Marine-Kriegsberichter-Halbkompanie.- u.a. Brennecke, Jochen: "Der große Bass und eine kleine Sehnsucht" (1942), "Boote laufen ein" (1942), "Man hatte 'Rot' gesehen" (1942), "Die von der alten Schule" (1942), "Uboote im Mittelmeer" (1942)
Werk in Auswahl:
im Dritten Reich
1942 Kreuzerkrieg in zwei Ozeanen. Schwerer Kreuzer „Admiral Scheer“ versenkt 152000 Brutto-Register-Tonnen
in der Bundesrepublik
1953 Schlachtschiff Tirpitz. Tatsachenbericht
1953 Gespensterkreuzer HK 33
1954 Nur 15 kehrten zurück
1955 RRR, das glückhafte Schiff
1955 Schwerer Kreuzer Admiral Scheer (mit Theodor Krancke)
1956 Jäger – Gejagte!
1958 Schwarze Schiffe – weite See
1958 Das große Abenteuer
1959 Unter dem Kreuz des Südens
1959 Klein aber tüchtig
1959 Die „Bremen“ brennt!
1959 Der mißverstandene Funkspruch
1959 Der Fall Laconia
1959 Anspruchslos – aber zäh
1960 Zwei Hufeisen am Turm
1960 Schlachtschiff Bismarck
1960 Mit stehenden Maschinen in die Tiefe
1960 Das wurde der „Stier“ zum Schicksal
1961 Haie im Paradies. Der deutsche U-Boot-Krieg in Asiens Gewässern
1963 Eismeer – Atlantik – Ostsee. Die Einsätze des Schweren Kreuzers „Admiral Hipper“
1966 Bolzen
1967 Hilfskreuzer Thor
1968 Windjammer
1969 Strandungen
1971 Bratjes
1972 U 995 ex norwegisch „Kaura“
1974 Minenschiffe 1939-1945
1975 Tanker. Vom Petroleumklipper zum Supertanker
1976 Panzerschiffe und Linienschiffe
1976 Die deutschen Hilfskreuzer im Zweiten Weltkrieg
1977 Pamir, ein Schicksal
1981 Geschichte der Schiffahrt
1982 Schwerer Kreuzer Admiral Scheer
1983 Hilfskreuzer Kormoran
1984 Die Wende im U-Boot-Krieg
1995 Viermastbark Pamir. Ihr Schicksal im Zentrum des Hurrikans „Carrie“ (mit Karl-Otto Dummer)
1996 Segelschulschiff „Großherzogin Elisabeth“
1996 Kleiner Kreuzer „Wiesbaden“
* 2. Juni 1900 in Saargemünd; † 31. Mai 1978 in Landstuhl
Gert Buchheit war Offizieranwärter der Preußischen Armee und Offizier der Wehrmacht sowie ein sehr erfolgreicher Sachbuchautor zu historischen Themen. Noch 1918 ins Heer eingetreten, diente er in den letzten Monaten des Ersten Weltkrieges, zuletzt als Fahnenjunker-Gefreiter. Nach einem Studium der Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte, abgeschlossen mit der Promotion, war er als Lehrer und Schriftsteller tätig. Im Zweiten Weltkrieg als Offizier des Heeres wieder aktiviert, war er bei den Propagandatruppen im Einsatz, aber auch beim Stab des Militärbefehlshabers Frankreich, zuletzt als Oberleutnant. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er wieder als Schriftsteller tätig, vor allem zu geheimdienstlichen Themen. Heute ist bekannt, dass Buchheit vom BND finanziell gefördert wurde, mit dem Ziel positiver Darstellung der deutschen geheimdienstlichen Tätigkeiten im Krieg und auch der Person Reinhard Gehlens, des Gründers und Präsidenten des BND. Buchheit ist 1978 in Landstuhl verstorben.
Im Bundesarchiv ist Buchheits Nachlass und seine militärische Personalakte überliefert.
N 612 (Buchheit, Dr. Gert (Historiker)) (40 AE) Dokumente zu Nachrichtendiensten und Agenten, hauptsächlich mit Bezug zum Ersten Weltkrieg, ferner Korrespondenz aus den Jahren 1961-1971, u.a. mit ehemaligen Abwehrangehörigen und zur Person von Dr. Roland Freisler.
MSG 2/17721 u.a. Buchheit, Gert: „Die Anfänge des Regiments Brandenburg“
RW 6/838 Tornisterschrift des OKW „Was uns bewegt Heft 5“ (1943).- Buchheit, Gert: „Ein Buch: Schenzinger: Anilin“
RW 6/839 Tornisterschrift des OKW „Was uns bewegt Heft 6“ (1943).- Buchheit, Gert: „Das Wort wird zum Schwert“
RW 6/840 Tornisterschrift des OKW „Was uns bewegt Heft 7“ (1943).- Buchheit, Gert: „Eine politische Wehrmacht“
N 236/12, 18 Schriftwechsel von Karl Dönitz mit Gert Buchheit betr. Hitler als Feldherr (1962)
N 620/23 Schriftwechsel von Franziska Pabst mit Gert Buchheit betr. Biografie von Waldemar Pabst (1972–76)
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1926 Der Totentanz, seine Entstehung und Entwicklung
1928 Rainer Maria Rilke
1930 Die schöne Rheinpfalz
1930 Das Papsttum
1931 Rom im Wandel der Jahrhunderte
1931 Rainer Maria Rilke. Stimmen der Freunde. Ein Gedächtnisbuch
im Dritten Reich
1933 Franz von Papen. Eine politische Biographie
1933 Im Schatten Bismarcks: Brüning, Papen, Schleicher
1934 Kämpfer für das Reich. Von Stein bis Hitler
1936 Das Reichsehrenmal Tannenberg. Seine Entstehung, seine endgültige Gestaltung und seine Einzelkunstwerke
1938 Mussolini und das neue Italien
1941 Bismarck: Führer und Mensch
1942 Vernichtungs- oder Ermattungsstrategie? Vom strategischen Charakter der Kriege
1942 Die faschistische Revolution
in der Besatzungszeit (westliche Besatzungszonen)
1947 Rainer Maria Rilke
1948 Gott und der Anatom
in der Bundesrepublik
1954 Judas Iskarioth
1958 Hitler der Feldherr. Die Zerstörung einer Legende
1958 Helden, Narren, Sünder
1958 Die unheimliche Maskerade
1960 Unbekannte Bekannte
1960 Der Führer ins Nichts. Eine Diagnose Adolf Hitlers
1961 Soldatentum und Rebellion: Die Tragödie der deutschen Wehrmacht
1962 Das Papsttum: Von seiner Einsetzung bis zum Pontifikat Johannes XXIII
1964 Ludwig Beck. Ein preussischer General
1966 Der deutsche Geheimdienst: Geschichte der militärischen Abwehr
1968 Richter in roter Robe: Freisler, Präsident des Volksgerichtshofes
1969 Die anonyme Macht. Aufgaben, Methoden, Erfahrungen der Geheimdienste
1971 Staatskunst
1974 Im Würgegriff der Politik. Vom Geheimkampf der Geheimdienste
1975 Spionage in zwei Weltkriegen: Schachspiel mit Menschen
* 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel; † 22. August 2011 in Münsing-Ammerland
Bernhard-Viktor von Bülow war Offizier der Wehrmacht. Davon abgesehen war er allerdings vor allem der unter seinem Künstlernamen bekannte Humorist „Loriot“. Im August 1941 in die Wehrmacht eingetreten, schlug Bülow die Offizierslaufbahn ein und wurde im Dezember 1942 Leutnant. Er diente den gesamten Krieg über bei den Panzergrenadieren, war eigenen Aussagen zufolge zuletzt Oberleutnant. Nach dem Krieg studierte Bülow Malerei und Graphik, war als Werbegrafiker und bald auch als Cartoonist tätig. Ab 1953 trat er mit Publikationen hervor und ab 1967 folgten eigene Fernsehsendungen. Bis zuletzt aktiv und im deutschen Kulturleben präsent, ist „Loriot“ 2011 in Münsing-Ammerland verstorben.
Im Bundesarchiv ist Loriots militärische Personalakte überliefert.
1955 Unentbehrlicher Ratgeber für das Benehmen in feiner Gesellschaft
1956 Wie wird man reich, schlank und prominent?
1956 Glücklich auf den Leim gegangen
1958 Der Weg zum Erfolg
1959 Wahre Geschichten
1960 Für den Fall...
1961 Wie gewinnt man eine Wahl?
1962 Umgang mit Tieren
1962 Nimm’s leicht!
1963 Loriots Wegweiser zum Erfolg
1964 Der gute Geschmack
1966 Neue Lebenskunst in Wort und Bild
1966 Kleines Hustenbrevier
1968 Loriots großer Ratgeber
1968 Loriot beweist Ihnen...
1970 Loriots Tagebuch
1970 Probleme und ihre Lösungen
1971 Loriots kleine Prosa
1971 Loriots kleiner Ratgeber
1973 Loriots heile Welt
1974 Menschen, die man nicht vergisst
1975 Loriots praktische Winke
1977 Loriots Wum und Wendelin
1980 Loriots Mini-Ratgeber
1981 Die Ehe für Anfängerinnen
1981 Loriots dramatische Werke
1983 Möpse & Menschen. Eine Art Biographie
1986 Szenen einer Ehe
1986 Loriots kleines Tierleben von B bis Z
1987 Loriots kleines Buch der Katastrophen
1991 Pappa ante portas
1997 Herren im Bad
1998 Enkel für Anfänger
1998 Große Deutsche
2003 Das Frühstücksei
2005 Herzliche Glückwünsche. Ein umweltfreundliches Erzeugnis
* 6. April 1923 in Ulm; † 28. März 2008 in Marburg
Karl Christ war Offizier der Wehrmacht, davon jedoch abgesehen vor allem ein sehr bekannter Althistoriker. Im Jahr 1940 in die Wehrmacht, zum Heer, eingezogen, wurde Christ 1942 Offizier, war zuletzt Oberleutnant. Nach sowjetischer Kriegsgefangenschaft von 1944 bis 1948 studierte Christ Altertumswissenschaften und Geographie, abgeschlossen mit der Promotion, später folgte die Habilitation. Einzelne seiner Publikationen erreichten große Resonanz, wie seine Bücher über Caesar, den Untergang der Römischen Republik oder seine Geschichte der römischen Kaiserzeit. Im Jahr 2008 ist Christ in Marburg verstorben.
Im Bundesarchiv ist Christs militärische Personalakte überliefert.
1956 Drusus und Germanicus. Der Eintritt der Römer in Germanien
1960 Antike Münzfunde Südwestdeutschlands. Münzfunde, Geldwirtschaft und Geschichte im Raume Baden-Württembergs von keltischer bis in alamannische Zeit
1963/64 Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland
1967 Antike Numismatik. Einführung und Bibliographie
1972 Von Gibbon zu Rostovtzeff. Leben und Werk führender Althistoriker der Neuzeit
1973 Römische Geschichte. Einführung, Quellenkunde, Bibliographie
1973 Das Römische Weltreich
1979 Krise und Untergang der römischen Republik
1979 Die Römer. Eine Einführung in ihre Geschichte und Zivilisation
1982 Römische Geschichte und deutsche Geschichtswissenschaft
1982/83 Römische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte
1986 Prophetie und Geschichtsschreibung
1988 Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus zu Konstantin
1990 Neue Profile der Alten Geschichte
1991 Geschichte und Existenz
1994 Caesar. Annäherungen an einen Diktator
1996 Von Caesar zu Konstantin. Beiträge zur römischen Geschichte und ihrer Rezeption
1996 Griechische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte
1999 Hellas. Griechische Geschichte und deutsche Geschichtswissenschaft
2001 Die römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian
2002 Sulla. Eine römische Karriere
2003 Hannibal
2004 Pompeius. Der Feldherr Roms
2006 Klios Wandlungen. Die deutsche Althistorie vom Neuhumanismus bis zur Gegenwart
2008 Der andere Stauffenberg. Der Historiker und Dichter Alexander von Stauffenberg
* 18. November 1863 in Hermsdorf bei Wendisch Buchholz; † 8. Februar 1920 in Blankenese
Richard Dehmel war ein im Kaiserreich äußerst populärer Dichter und Schriftsteller. Er hatte ursprünglich Nationalökonomie, Naturwissenschaft und Philosophie studiert und mit Promotion abgeschlossen. Zunächst als Sekretär des Verbandes der Privaten Deutschen Versicherungsgesellschaften beschäftigt, trat Dehmel Anfang der 1890er Jahre mit Veröffentlichungen hervor. Als Dichter populär geworden, war Dehmel ab 1895 als freier Schriftsteller tätig, verfasste neben Gedichten auch Dramen und Erzählungen. In einzelnen Aspekten für seine Zeitgenossen durchaus aufsehenerregend, hatte Dehmels Werk in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im deutschen Kulturleben höchste Anerkennung. Bei Kriegsausbruch 1914 meldete sich Dehmel, obwohl bereits 50 Jahre alt, freiwillig. Er blieb Soldat bis 1916 und rief noch 1918 öffentlich zum Widerstand gegen die Kriegsgegner auf. Er konnte noch 1919 sein Kriegstagebuch publizieren, ist dann jedoch bereits 1920 in Blankenese verstorben.
Im Bundesarchiv ist eine Ausgabe der „Kriegszeitung der Heeresgruppe Scholtz“ aus dem Jahr 1917 überliefert, die ein von Dehmel verfasstes Gedicht enthält: „Deutsche Sendung“. Auch ein Kriegstagebuch von Dehmels Regiment für den Zeitraum 1914-1918 hat sich erhalten.
PH 5-I/169 "Kriegszeitung der Heeresgruppe Scholtz"; darin in Nr.183: Dehmel, Richard: "Deutsche Sendung" (1917)
PH 10-II/1086 Infanterie-Regiment Nr. 31, 2. Kompanie.- Kriegstagebuch (1914-1918)
N 215/2 Frentz-Sudermann, Hans: "Er hat sich nie vor Furcht gebeugt. Erinnerung an Richard Dehmel, dessen Geburtstag sich zum 100. Mal jährt“ (1963); "Richard Dehmel. 100. Geburtstag des Lyrikers am 18. November 1963“ (1963)
N 976/11 "Volksstimme - Gottesstimme. Kriegsgedichte von Richard Dehmel".- Flugblatt zugunsten des Infanterie-Regiments 31 (1914)
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1891 Erlösungen. Eine Seelenwandlung in Gedichten und Sprüchen
1893 Aber die Liebe. Ein Ehemanns- und Menschenbuch
1895 Lebensblätter. Gedichte und Anderes
1896 Der Mitmensch (Drama)
1896 Weib und Welt. Gedichte und Märchen
1896 Die stille Stadt
1899 Lucifer. Ein Tanz- und Glanzspiel
1900 Fitzebutze. Allerhand Schnickschnack für Kinder (mit Paula Dehmel)
1903 Zwei Menschen. Roman in Romanzen
1904 Der Buntscheck. Ein Sammelbuch herzhafter Kunst für Ohr und Auge deutscher Kinder
1907 Die Verwandlungen der Venus. Rhapsodie
1907 Anno Domini 1812 (Gedicht)
1909 Eine Lebensmesse. Dichtung
1909 Hundert ausgewählte Gedichte
1911 Die Gottesnacht. Ein Erlebnis in Träumen
1911 Michel Michael (Komödie)
1912 Jesus und Psyche. Phantasie bei Klinger
1913 Schöne wilde Welt. Neue Gedichte und Sprüche
1914 Volksstimme Gottesstimme. Kriegsgedichte
1916 Litauische Scherzlieder
1917 Kriegs-Brevier
1917 Die Menschenfreunde (Drama)
1918 Prolog deutsche Einheit
in der Weimarer Republik
1919 Zwischen Volk und Menschheit. Kriegstagebuch
1919 Empörung
* 5. September 1896 in Hadersdorf-Weidlingau bei Wien; † 23. Dezember 1966 in Wien
Heimito von Doderer war Offizier der k.u.k. Armee und der Wehrmacht, aber vor allem auch einer der bekanntesten österreichischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1914 als Kriegsfreiwilliger in die k.u.k. Armee eingetreten, stand Doderer im Kriegseinsatz bis 1916, zuletzt als Leutnant. Von 1916 bis 1918 befand er sich in russischer, bzw. sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr studierte Doderer Jura, abgeschlossen mit der Promotion. Er war in der Folge als Lektor und Schriftsteller tätig und trat 1933 in die österreichische NSDAP ein. Im Jahr 1940 wurde er in die Wehrmacht einberufen und wurde als Offizier der Luftwaffe eingesetzt, zuletzt als Hauptmann. Bei Kriegsende 1945 geriet Doderer in Oslo in Kriegsgefangenschaft, wurde noch 1945 daraus entlassen und wurde wieder als Schriftsteller tätig. Bald darauf gelang ihm 1951 mit dem Roman „Die Strudlhofstiege“ sein größter Erfolg. Im Jahr 1966 ist Doderer in Wien verstorben.
Im Bundesarchiv ist Doderers militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/189355 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
in Republik und Ständestaat Österreich
1923 Gassen und Landschaft
1924 Die Bresche
1930 Das Geheimnis des Reichs
1930 Der Fall Gütersloh
im Dritten Reich
1938 Ein Mord, den jeder begeht
1940 Ein Umweg
in der Republik Österreich
1951 Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrates Julius Zihal
1951 Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre
1953 Das letzte Abenteuer
1956 Die Dämonen. Nach der Chronik des Sektionsrates Geyrenhoff
1957 Ein Weg im Dunklen
1958 Die Posaunen von Jericho
1959 Grundlagen und Funktion des Romans
1959 Die Peinigung der Lederbeutelchen
1962 Die Merowinger oder Die totale Familie
1963 Die Wasserfälle von Slunj
1964 Tangenten. Tagebuch eines Schriftstellers 1940–1950
1966 Unter schwarzen Sternen
1966 Meine neunzehn Lebensläufe und neun andere Geschichten
* 16. Juli 1889 in Krefeld; † 27. Januar 1959 in Strümp
Hans Ellenbeck war Offizier der Preußischen Armee und der Wehrmacht und ein zu seiner Zeit sehr bekannter Propaganda-Schriftsteller. Im Jahr 1883 in die Preußische Armee eingetreten, war Ellenbeck 1914 bis 1918 im Kriegseinsatz, zuletzt als Oberleutnant. Es folgte ein Studium der Germanistik, abgeschlossen mit der Promotion. Von 1924 bis 1928 war Ellenbeck Mitglied des Reichstages für die DNVP, ab 1927 war er als Lehrer tätig. Im Jahr 1933 wurde Ellenbeck Mitglied der SA. Im Jahr 1939 trat er in die Wehrmacht ein, war zuletzt Major. Ellenbeck wurde 1940 im Oberkommando der Wehrmacht Leiter des Referates für die Abwehr feindlicher Propaganda, war auch als Redakteur zuständig für die „Mitteilungen für das Offizierkorps“. Hinzu kam die Veröffentlichung eigener militärischer Schriften. Es gibt Aussagen, nach denen Ellenbeck ab 1950 Geschäftsführer des Stifterverbandes der deutschen Industrie war. Als Schriftsteller ist er nicht mehr hervorgetreten. Im Jahr 1959 ist er in Strümp verstorben.
Im Bundesarchiv ist Ellenbecks militärische Personalakte überliefert.
MSG 2/14988 u.a. Ellenbeck, Hans: "Der Offizier und seine Rekruten" (1943)
RW 4/1252 Ellenbeck, Hans: "Der Offizier als Führer im Kampf gegen die feindliche Propaganda" (1943)
RW 4/1254 Ellenbeck, Hans: "Der Offizier und seine Rekruten" (1943)
RW 6/587 u.a Ellenbeck, Hans: "Ziele und Methoden der bolschewistischen Propaganda"
RW 6/655 Ellenbeck, Hans: "Sturmglocken über Deutschland" (1943)
RW 6/656 Tornisterschrift des OKW.- Ellenbeck, Hans: "Der Kompaniechef" (1940)
RW 6/658 Tornisterschrift des OKW.- Ellenbeck, Hans: "Der Kompaniechef" (1942)
RW 6/690 Tornisterschrift des OKW Heft 45 (1941).- Ellenbeck, Hans: "Die Verantwortung des deutschen Offiziers"
RW 6/834 Tornisterschrift des OKW "Was uns bewegt" Heft 1 (1943).- Ellenbeck, Hans: "Der Offizier als Führer in der nationalistischen Wehrmacht"
RW 6/842 Tornisterschrift des OKW "Was uns bewegt" Heft 9 (1943).- Ellenbeck, Hans: "Vor der letzten Erprobung"
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1911 Die Sage vom Ursprung des Deutschen Meistergesangs
in der Weimarer Republik
1926 Student, Volk und Staat
1927 Die proletarische Not als Aufgabe nationaler Staatspolitik!
im Dritten Reich
1933 Was Spengler uns gibt und nimmt
1934 Ostafrika Siedlungsland? Welche Kriegserfahrungen liegen hierüber vor?
1940 Der Kompaniechef
1941 Die Verantwortung des deutschen Offiziers
1943 Der Offizier und seine Rekruten
1943 Der Offizier als Führer im Kampf gegen die feindliche Propaganda
1943 Sturmglocken über Deutschland
* 4. August 1879 in Berlin; † 2. Mai 1971 in Tübingen
Waldemar Erfurth war Offizier der Preußischen Armee, der Reichswehr und der Wehrmacht. Im Jahr 1897 in die Preußische Armee eingetreten, war Erfurth im Ersten Weltkrieg als Generalstabsoffizier bei verschiedenen Verbänden eingesetzt und ab Januar 1919 dem Chef des Generalstabes des Feldheeres zugeteilt. Ab Juni 1919 war er wieder als Generalstabsoffizier bei verschiedenen Verbänden eingesetzt. Er wurde in die Reichswehr übernommen, war ab März 1924 Bataillons-Kommandeur, ab Dezember 1927 Chef des Stabes des Gruppenkommandos 1 und ab September 1929 Infanterie-Führer II. Im Oktober 1931 schied er auf eigenen Wunsch als Generalleutnant aus dem Dienst. Erfurth studierte im Anschluß Geschichte und schloss das Studium mit der Promotion ab. Er übernahm im September 1934 die Leitung der Gruppe Auswertung von Kriegserfahrungen im Truppenamt, ab 1935 Generalstab des Heeres. Im Oktober 1935 schließlich in die Wehrmacht eingetreten, wurde Erfurth Chef der 7. (Kriegswissenschaftlichen) Abteilung im Generalstab des Heeres und 1938 Oberquartiermeister V (Kriegsgeschichte) im Generalstab des Heeres. Ab 1940 General der Infanterie wurde Erfurth im selben Jahr Vertreter der Wehrmacht im Sachverständigenbeirat des Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschland. Im Juni 1941 wurde er zum Kommandeur des Verbindungsstabes Nord in Finnland ernannt, woraus später der Deutsche General beim Oberkommando der finnischen Wehrmacht wurde. In dieser Funktion verblieb Erfurth bis September 1944. Von 1945 bis 1947 in US-Kriegsgefangenschaft wirkte Erfurth in der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Armee mit. In den 1950er Jahren veröffentlichte Erfurth mehrere militärhistorische Werke, die einige Bekanntheit erlangten, aber auch bis heute unterschiedlich bewertet werden. Im Jahr 1971 ist Erfurth in Tübingen verstorben.
Im Bundesarchiv ist Erfurths Nachlass, seine militärische Personalakte und ein Personaldossier überliefert. Hinzu kommt ein Eintrag in einer Vorschlagsliste des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern.
PERS 6/299616 Personaldossier des Heerespersonalamts
RW 59/2900 Vorschlagslisten mit Begründungen für die Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern; darin u.a. Waldemar Erfurth
Weitere relevante Archivalien:
MSG 2/169 Erfurth, Waldemar: "Das militärische Verhältnis Deutschlands zu Finnland im 2. Weltkriege 1940-1944" (ca. 1950)
MSG 109/578 Lebenslauf zu General der Infanterie Waldemar Erfurth
RH 2/752 Enthält u.a.: Berichte des Kommandeurs des Verbindungsstabes Nord, Gen.d.Inf. Erfurth (1941-1944)
RH 18/357 Schriftwechsel des Chefs der Heeresarchive Friedrich von Rabenau mit dem Oberquartiermeister V (Kriegsgeschichte) Waldemar Erfurth
RH 60/58 Enthält u.a. Erfurth, Waldemar: "Sicherstellung der militärischen Belange bei der im Gange befindlichen Neuordnung des Reichsarchivs" (1934)
RH 61/62 Korrespondenz des Präsidenten der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres Wolfgang Foerster mit dem Oberquartiermeister V (Kriegsgeschichte) Waldemar Erfurth
RH 61/270 Korrespondenz des Präsidenten der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres Wolfgang Foerster mit dem Oberquartiermeister V (Kriegsgeschichte) Waldemar Erfurth
RH 61/480 Schriftwechsel von General der Artillerie Föhrenbach mit dem Oberquartiermeister V (Kriegsgeschichte) Waldemar Erfurth betr. Begegnungsgefecht der 10. Infanterie-Division bei Ethe am 22.8.1914 (1938/39)
RW 4/639 Enthält u.a.: Der Deutsche General beim Oberkommando der finnischen Wehrmacht (General der Infanterie Erfurth) über die innenpolitische Lage nach Neuwahl des finnischen Staatspräsidenten (1943)
RW 6/26 Enthält u.a.: Einsetzung von General der Infanterie Erfurth als General z.b.V. 4 in Leipzig (1944)
ZA 1/1288 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Finnlands letzter Krieg, 1941 – 1944, Band 1“ (1949)
ZA 1/1289 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Finnlands letzter Krieg, 1941 – 1944, Band 2“ (1949)
ZA 1/1703 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Denkschrift zur deutschen kriegsgeschichtlichen Forschung und Überlieferung“ (1945)
ZA 1/1853 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Die tieferen Probleme des deutschen Generalstabes“ (1950)
ZA 1/1908 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Der OQu für Kriegsgeschichte. Das Entstehen seiner Organisation und seine Aufgaben“ (1948)
ZA 1/1930 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: " Die Tätigkeit des Deutschen Generals beim Oberkommando der finnischen Wehrmacht“ (1948)
ZA 1/1984 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar (mit Hellmuth Reinhardt): „Freiwilliger Dienst im deutschen Heer und in den im Zweiten Weltkrieg mit Deutschland verbündeten Heeren“ (1951)
ZA 1/2029 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Militärische Gleichrichtung und Verbindung zwischen Deutschland und Finnland“ (ca. 1950)
ZA 1/2372 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Die Kriegsführung im hohen Norden“ (1951)
ZA 1/2652 Studie für die Historical Division der US-Armee.- Erfurth, Waldemar: „Der deutsche Generalstab von 1918 bis 1945“ (ca. 1950)
Im Bundesarchiv sind Reste der Unterlagen des Deutschen Generals beim Oberkommando der finnischen Wehrmacht überliefert.
1939 Der Vernichtungssieg. Eine Studie über das Zusammenwirken getrennter Heeresteile
in der Bundesrepublik
1950 Der finnische Krieg 1941–1944
1957 Die Geschichte des deutschen Generalstabes von 1918 bis 1945
* 11. September 1909 in Bromberg; † 24. November 1988 in Florenz
Joachim Fernau war Offizier („SS-Führer“) der Waffen-SS und Kriegsberichter. Fernau war ab Anfang der 1930er Jahre als Journalist tätig. Im Jahr 1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen, im März 1940 erfolgte sein freiwilliger Eintritt in die Waffen-SS und im August 1941 wurde er zum SS-Untersturmführer (entspricht einem Leutnant in der Wehrmacht) befördert. Fernau wurde bei der SS-Standarte „Kurt Eggers“, der Propagandaeinheit der Waffen-SS, eingesetzt und war zuletzt SS-Obersturmführer. Ab Dezember 1943 war er bei der Außenstelle Paris der SS-Standarte „Kurt Eggers“ eingesetzt, ab Juli 1944 als deren Leiter. Große Bekanntheit erlangte er 1944 mit seiner Publikation „Das Geheimnis der letzten Kriegsphase“, in der er einen für Deutschland günstigen Kriegsausgang aufgrund des Einsatzes von „Wunderwaffen“ prophezeite. Diese durch keine realistischen Aussichten gedeckten Fantasien weckten seinerzeit unbegründete Hoffnungen und sollten zum kämpferischen Aushalten motivieren. Sie finden auch heute noch in entsprechend empfänglichen Kreisen ein fasziniertes (und gläubiges) Publikum. Nach dem Krieg arbeitete Fernau wieder als Journalist und Schriftsteller und war dabei bis zuletzt sehr erfolgreich und viel gelesen. Allerdings forderte sein vielfach als reaktionär, antidemokratisch und völkisch eingeschätzter Stil mehr und mehr Kritik heraus. Vereinzelt gab es scharfe Beurteilungen seiner Behandlung geschichtlicher und literarischer Themen durch Fachwissenschaftler. Im Jahr 1988 ist Fernau in Florenz verstorben. Im Zuge seines 100. Geburtstages 2009 wurde Fernau von rechtsextremen Kreisen wiederentdeckt und sein Werk findet seither in einschlägigen Kreisen erneute Beachtung.
Im Bundesarchiv ist ein Eintrag in der Kriegsstammrolle der SS-Standarte „Kurt Eggers“, der Propagandaeinheit der Waffen-SS, überliefert.
RS 16/38 Kriegsstammrollen der SS-Standarte „Kurt Eggers“.- darin u.a. SS-Obersturmführer Joachim Fernau
Weitere relevante Archivalien:
RH 12-23/1218 Enthält u.a. Fernau, Joachim: „Das Geheimnis der letzten Kriegsphase“ (1944)
Im Bundesarchiv sind Reste der Unterlagen der SS-Standarte "Kurt Eggers" überliefert.
1942 Afrika wartet. Ein kolonialpolitisches Bilderbuch
in der Bundesrepublik
1950 Geheimnis im Moor
1952 „Deutschland, Deutschland über alles …“ Von Arminius bis Adenauer
1953 Abschied von den Genies. Die Genies der Deutschen und die Welt von morgen
1953 Fibel der Demokratie. Ein Buch für solche, die viel fragen, und solche, die viel antworten müssen
1954 Heldentum nach Ladenschluss
1954 Bericht von der Furchtbarkeit und Grösse der Männer
1958 Und sie schämeten sich nicht
1958 Lexikon alter Malerei
1960 Die jungen Männer
1960 Hauptmann Pax
1961 Suite Nr. 1
1961 Rosen für Apoll. Die Geschichte der Griechen
1963 Weinsberg oder Die Kunst der stachligen Liebe
1963 Bei einer Zigarre zu lesen...
1966 Disteln für Hagen. Bestandsaufnahme der deutschen Seele
1967 Der Gottesbeweis
1968 Die Genies der Deutschen
1969 Wie es euch gefällt
1970 Brötchenarbeit
1971 Cäsar lässt grüßen. Die Geschichte der Römer
1973 Ein Frühling in Florenz
1974 Die treue Dakerin
1975 Ein wunderbares Leben
1976 Ernst und Schabernack
1977 Halleluja. Die Geschichte der USA
1979 Die Gretchenfrage. Variationen über ein Thema von Goethe
1980 Mein dummes Herz
1981 Sprechen wir über Preußen. Die Geschichte der armen Leute
1981 Komm nach Wien, ich zeig‘ dir was
1982 War es schön in Marienbad. Goethes letzte Liebe
1983 Zum Glück
1984 Guten Abend, Herr Fernau
1986 Sappho
1989 Und Er sah, daß es gut war. Das Alte Testament erzählt
1989 Herztöne
* 6. Juli 1887 in Eisenach; † 16. Oktober 1917 bei Peude auf Ösel
Walter Flex war lange Zeit neben Ernst Jünger der in Deutschland bekannteste Offizier und Schriftsteller. Flex war nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Germanistikstudium 1909 als Dramatiker bekannt geworden. Nach mehreren Jahren als Hauslehrer (vor allem bei der Familie Bismarck) meldete Flex sich 1914 freiwillig zur Preußischen Armee. Er stand in der Folge, ab 1915 als Leutnant, in Frontverwendungen und publizierte gleichzeitig weiter. Seine noch 1914 herausgebrachten Kriegsgedichte waren sehr erfolgreich und erhöhten seinen Bekanntheitsgrad als Dichter und Schriftsteller. Dies nahm allerdings noch massiv zu infolge seiner Kriegserzählung „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ im Jahr 1916. Dieses Werk zählte jahrzehntelang zu den populärsten und meistgelesensten deutschen Texte über den Ersten Weltkrieg. Das darin enthaltene Gedicht „Wildgänse rauschen durch die Nacht“ gewann darüber hinaus eine eigene große Popularität. Im Jahr 1917 wurde Flex zum Großen Generalstab abkommandiert. Vermutlich war dies der Versuch, den äußerst populären Dichter vor dem Tod an der Front zu bewahren. Flex sollte eine militärhistorische Ausarbeitung zu einer Phase des bisherigen Kriegsgeschehens an der Ostfront erstellen. Nach Abschluss der Arbeit ging Flex auf eigenen Wunsch zurück an die Front. Beim „Unternehmen Albion“, der groß angelegten amphibischen Operation zur Besetzung der baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon, ist Flex 1917 bei Peude auf Ösel gefallen.
Im Bundesarchiv ist die von Flex verfasste Darstellung zur russischen Frühjahrsoffensive 1916 im Schriftgut des Großen Generalstabs überliefert. Darin ist auch ein Nachruf enthalten.
PH 3/2319 „Der grosse Krieg in Einzeldarstellungen“.- Heft 31: Flex, Walter: „Die russische Frühjahrsoffensive 1916“ (1917; 1919 publiziert)
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1909 Demetrius (Drama)
1910 Der Schwarmgeist
1910 Im Wechsel (Gedichte)
1912 Lothar (Drama)
1913 Die evangelische Frauenrevolte in Löwenberg
1913 Zwölf Bismarcks (Novellen)
1913 Klaus von Bismarck (Drama)
1914 Das Volk in Eisen (Gedichte)
1914 Sturmruf (Gedicht)
1914 Ostdeutsches Kinderlied (Gedicht)
1914 Im Schützengraben (Gedicht)
1915 Sonne und Schild (Gedichte)
1915 Vom großen Abendmahl. Verse und Gedanken
1915 Der Kanzler Klaus von Bismarck
1916 Die schwimmende Insel. Kriegsmärchenspiel
1916 Der Wanderer zwischen beiden Welten
1917 Im Felde zwischen Nacht und Tag (Gedichte)
1917 Leutnantsdienst. Neue Gedichte aus dem Felde
1918 Wallensteins Antlitz. Gesichte und Geschichten vom Dreißigjährigen Krieg (postum)
1918 Weihnachtsmärchen des 50. Regiments (postum)
in der Weimarer Republik
1919 Die russische Frühjahrsoffensive 1916 (Der Große Krieg in Einzeldarstellungen, Band 33) (postum)
1919 Wolf Eschenlohr (postum)
1920 Lothar (postum)
1923 Die Bauernführer (postum)
1924 Das Blut der Almuth Petrus (postum)
* 15. September 1908 in Oberriexingen; † 9. Juni 1976 in Reutlingen
Gerd Gaiser war Offizier der Wehrmacht und ein sehr erfolgreicher Schriftsteller der 1950er und 1960er Jahre. Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Malerei und Kunstgeschichte arbeitete Gaiser als Kunstmaler und schließlich als Lehrer, war als solcher ab 1933 Mitglied im NS-Lehrerbund und trat 1937 in die NSDAP ein. Er veröffentlichte Gedichte und Texte in Zeitschriften. Im Februar 1940 (nach Grundausbildung 1937) wurde Gaiser in die Wehrmacht eingezogen, zur Luftwaffe, war zuletzt Oberleutnant. Er hatte Verwendungen bei Jagdgeschwadern und in Führungsstäben der Jagdflieger, eingesetzt als Offizier z.b.V., als Adjutant, als Ordonnanzoffizier. Ab Januar 1944 war Gaiser beim Jagdfliegerführer Rumänien eingesetzt, ab Oktober 1944 beim Jagdfliegerführer Oberitalien, seit Juni 1944 als Ib- oder Ic-Offizier im Stabsdienst. In den Jahren 1941 und 1942 wurde er jeweils mehrere Tage zum „Deutschen Dichtertreffen“ in Weimar abkommandiert. Nach Kriegsende war er ab 1947 zunächst wieder als Maler und ab 1949 als Lehrer tätig, aber ab den 1950er Jahren zunehmend als Schriftsteller. Seine Romane in den 1950ern waren sehr erfolgreich. Mit dem Roman „Die sterbende Jagd“ von 1953 thematisierte Gaiser die Situation bei den Jagdfliegern gegen Kriegsende. Sein schriftstellerisches Werk blieb jedoch nicht ohne Kritik, wurde und wird vereinzelt als von der NS-Ideologie geprägt empfunden. Gaiser verfasste auch zahlreiche kunstgeschichtliche Werke. Von 1962 bis 1973 war Gaiser als Professor für Kunsterziehung tätig. Im Jahr 1976 ist er in Reutlingen verstorben.
Im Bundesarchiv ist Gaisers militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/240027 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
im Dritten Reich
1938 Die Plastik der Renaissance und des Frühbarock in Neukastilien
1941 Reiter am Himmel (Gedichte)
in der Bundesrepublik
1949 Zwischenland (Erzählungen)
1950 Eine Stimme hebt an
1953 Reutlingen
1953 Die sterbende Jagd
1955 Das Schiff im Berg
1956 Einmal und oft (Erzählungen)
1957 Gianna aus dem Schatten
1958 Aniela
1958 Schlußball
1959 Gib acht in Domokosch (Erzählungen)
1959 Revanche (Erzählungen)
1959 Sizilianische Notizen
1959 Damals in Promischur
1960 Die Fuchsstute
1960 Am Pass Nascondo (Erzählungen)
1962 Klassiker der modernen Malerei
1963 Tempel Siziliens (mit Konrad Helbig)
1963 Moderne Malerei
1963 Alte Meister der modernen Malerei
1965 Gazelle, grün. Erzählungen und Aufzeichnungen
1965 Der Mensch, den ich erlegt hatte. (Erzählungen)
1967 Vergeblicher Gang
1968 Mittagsgesicht und andere Erzählungen
1968 Flug über Schwarzwald und Schwabenland
1971 Merkwürdiges Hammelessen. (Erzählungen)
1972 Der Motorradunfall (Erzählungen)
1974 Umgang mit Kunst
1975 Alpha und Anna
1977 Ortskunde. Heimatschilderungen
* 20. November 1851 in Stettin; † 23. März 1931 in Wiesbaden
Karl Galster war Offizier der Norddeutschen Bundesmarine und der Kaiserlichen Marine. Galster trat 1868 in die Norddeutsche Bundesmarine ein, die im Zuge der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 durch die Übernahme der Marinestrukturen der Hansestädte in die Preußische Marine und deren Zuständigkeitsausdehnung auf das gesamte Bundesgebiet entstanden war. Zwischen 1869 und 1872 in Asien eingesetzt, fand Galster ab 1882 im Bereich der Marineartillerie Verwendung. Er war von 1890 bis 1893 Lehrer für Marineartillerie an der Marineakademie, von 1893 bis 1897 und erneut von 1899 bis 1900 Kommandant des Artillerie-Schulschiffes „Mars“ und von 1897 bis 1899 Kommandant des Linienschiffs „Kurfürst Friedrich Wilhelm“. Im Juli 1900 wurde Galster Inspekteur der Marineartillerie, 1904 Inspekteur der Schiffsartillerie. Im Jahr 1907 schied Galster auf eigenen Wunsch aus dem Dienst. Im September 1916 wurde er auf eigenen Wunsch aus den Listen der mit Uniform verabschiedeten Offiziere gestrichen. Galster war noch zu seinen Dienstzeiten, aber vollends im Ruhestand, bekannt für seine öffentlich vorgebrachte Kritik an Tirpitz, dessen Fixierung auf Großkampfschiffe er für verfehlt hielt. Die Marine führte Galster intern unter den „Feinden der Marine“. Auch nach dem Krieg blieb Galster publizistisch aktiv, kritisierte insbesondere die amtliche Kriegsgeschichtsschreibung der Marine. Im Jahr 1931 ist Galster in Wiesbaden verstorben.
Im Bundesarchiv ist Galsters militärische Personalakte überliefert.
RM 2/1791 Enthält u.a. Galster, Karl: "Ist es vom militärischen Standpunkt aus betrachtet ratsam, die Zahl der Hochbrücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal noch zu vermehren?" (1908)
RM 5/1926 Enthält u.a. Galster, Karl: "Ist es vom militärischen Standpunkt aus betrachtet ratsam, die Zahl der Hochbrücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal noch zu vermehren?" (1908)
RM 5/3836 Schriftwechsel zwischen dem Reichstags-Abgeordneten Dr. Struve und Karl Galster betr. Handelskrieg mit U-Booten (1917/18)
RM 5/6794 Enthält u.a. Galster, Karl: "Kriegsbereitschaft an der Meeresküste" (1908)
RM 6/263 Akte betitelt "Feinde der Marine"; darin enthalten Karl Galster
Im Bundesarchiv sind die Unterlagen des Artillerie-Schulschiffes „Mars“ überliefert.
Unterlagen der Schiffsartillerie-Inspektion sind hingegen nicht überliefert.
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1885 Die Schiffs- und Küstengeschütze der deutschen Marine
1906 Der Kampf der Hauptgeschwader in der Seeschlacht von Tsuschima
1907 Genügt unsere Küstenverteidigung?
1907 Welche Seekriegsrüstung braucht Deutschland?
1908 Kriegsbereitschaft an der Meeresküste
in der Weimarer Republik
1925 England, deutsche Flotte und Weltkrieg
* 18. August 1908 in Königsberg; † 27. März 1991 in Brake
Heinrich Gerlach war Offizier der Wehrmacht. Bekannt wurde er durch die schriftstellerische Darstellung seiner Erlebnisse in Stalingrad. Nach einem Studium der Fächer Latein, Deutsch und Französisch, dem 2. Staatsexamen und Lehramts-Referendariat arbeitete Gerlach ab 1933 als Lehrer. Im Jahr 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, wechselte in die Offizierslaufbahn und war zuletzt Oberleutnant. Gerlach war ab April 1941 im Fronteinsatz, zunächst auf dem Balkan, ab Juni 1941 an der Ostfront. Mit der Kapitulation in Stalingrad Ende Januar 1943 geriet Gerlach in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er engagierte sich im „Bund Deutscher Offiziere“ (BDO) und im „Nationalkommitee Freies Deutschland“ (NKFD). Für die Zeitung „Freies Deutschland“ des NKFD schrieb er zahlreiche Artikel. Der Volksgerichtshof verurteilte Gerlach in Abwesenheit zum Tode, seine Familie kam in Sippenhaft. Im Jahr 1950 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, flüchtete Gerlach vor Nachstellungen des sowjetischen Geheimdienstes von Berlin nach Niedersachsen, wo er 1951 wieder in den Schuldienst trat. Der in der Gefangenschaft konzipierte und als Manuskript verfasste Roman „Durchbruch bei Stalingrad“ wurde 1949 von sowjetischen Stellen beschlagnahmt. Gerlach publizierte aus seinen Erinnerungen 1957 eine Rekonstruktion, die sehr erfolgreich war. Es folgte ein weiteres Buch über die Zeit seiner Gefangenschaft. Im Jahr 1973 in Pension gegangen, ist Gerlach 1991 in Brake verstorben. Erst nach seinem Tod wurde das in Moskau befindliche Manuskript wiederentdeckt und 2016 veröffentlicht.
Im Bundesarchiv ist eine Kopie des in Moskau befindlichen Romanmanuskripts von „Durchbruch bei Stalingrad“ überliefert.
MSG 2/5588 Romanmanuskript (Kopie) von „Durchbruch bei Stalingrad“ mit handschriftlichen Korrekturen (1944). Noch gültiges Urheberrecht!
Werk in Auswahl:
in der Bundesrepublik
1957 Die verratene Armee. Ein Stalingrad-Roman
1966 Odyssee in Rot. Bericht einer Irrfahrt
1978 Nur der Name blieb. Glanz und Untergang der alten Preußen
1994 Preussen (postum)
2016 Durchbruch bei Stalingrad (postum)
* 17. Juli 1882 in Jülich; † 29. Mai 1970 in Bremen
Otto Groos war Offizier der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine. Nach Eintritt in die Kaiserliche Marine 1900 diente er als Offizier im Ersten Weltkrieg an Bord verschiedener Schiffe. Ab Ende Dezember 1918 in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Admiralstabs der Marine beschäftigt, wurde Groos nach dem Krieg in derselben Funktion in die Reichsmarine übernommen und war bis 1926 in der Kriegsgeschichtlichen Abteilung der Marineleitung tätig. Groos war insbesondere mit der Abfassung der Bände zum Krieg in der Nordsee im Reihenwerk „Der Krieg zur See 1914-18“ befaßt und galt dabei auch innerhalb der Marine als unbedingter und unkritischer Anhänger von Tirpitz. Von Januar 1926 bis Juni 1927 war Groos als Kommandant des Kleinen Kreuzers „Hamburg“ auf einer Weltreise. Ab 1931 war Groos Chef des Marinekommandoamts. Im Jahr 1934 als Vizeadmiral in den Ruhestand gegangen, wurde Groos 1939 reaktiviert und als Chef des Sonderstabes für Handelskrieg und wirtschaftliche Kampfmaßnahmen verwendet, zuletzt als Admiral, und 1944 aus dem Dienst in den Ruhestand entlassen. Bereits ab Ende der 1920er Jahre war Groos auch als Verfasser grundsätzlicher Werke zum Seekrieg hervorgetreten. Er ist 1970 in Bremen verstorben.
Im Bundesarchiv ist Groos Nachlass und seine militärische Personalakte überliefert.
N 165 (Groos, Dr. Otto (Konteradmiral)) (23 AE) Lebenserinnerungen 1900-1945, u.a. aus der Tätigkeit als Chef des Marinekommandoamtes im Reichswehrministerium (1931-1934)
PERS 6/2415 Personalakte der Wehrmacht (Kriegsmarine)
Weitere relevante Archivalien:
RM 6/61 Enthält u.a. Groos, Otto: "Das Zusammenwirken von Heer und Flotte auf deutscher und englischer Seite in den ersten Monaten des Weltkrieges" (1921)
RM 6/91 Schriftwechsel von Gerhard Bidlingmaier mit Otto Groos
RM 8/143 Enthält u.a. Groos, Otto: "Das Zusammenwirken von Heer und Flotte auf deutschen und englischer Seite in den ersten Monaten des Weltkrieges" (1921)
RM 8/1708 Vizeadmiral a. D. Groos.- Kommandierung zur Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Marine
RM 20/1576 Groos, Otto: "Gedanken über Kriegführung zur See zwischen Frankreich und Deutschland" (1934)
RW 6/836 Tornisterschrift des OKW "Was uns bewegt" Heft 3 (1943).- u.a. Groos, Otto: "Die Tonnageschlacht"
Im Bundesarchiv werden die Unterlagen des Kleinen Kreuzers „Hamburg“ überliefert.
1922-37 Der Krieg zur See 1914-1918: Der Krieg in der Nordsee (6 Bände)
1929 Seekriegslehren im Lichte des Weltkrieges
1929 Mit der Hamburg um die Welt
im Dritten Reich
1940 Was jeder vom Seekrieg wissen muß
1940 Die Grenzen der britischen Seemacht
1943 Der Seekrieg
* 17. Juni 1913 in Bremen; † vermutlich Anfang Mai 1945 in Berlin
Felix Hartlaub studierte Romanistik und Geschichte und schloss mit der Promotion ab. Kurz darauf, mit Kriegsbeginn 1939, wurde er zur Wehrmacht eingezogen, zunächst als Flaksoldat zu einer Sperrballoneinheit am Kaiser-Wilhelm-Kanal. Über Beziehungen kurzzeitig zu einer Archivkommission des Auswärtigen Amtes zur Sichtung von erbeuteten französischen Akten abkommandiert, kam Hartlaub 1942 zur Dienststelle des Beauftragten für die militärische Geschichtsschreibung im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und war dort bei der Erstellung des Kriegstagebuchs des OKW eingesetzt. Hartlaub betätigte sich seit Mitte der 1930er Jahre schriftstellerisch, ohne noch selbst publizieren zu können. Im Mai 1945 ging er auf dem Weg von Berlin zu seiner neuen Einheit in Spandau verschollen. Im Jahr 1955 wurde Hartlaub schließlich für tot erklärt. Ab Anfang der 1950er Jahre wurden die literarischen Arbeiten Hartlaubs durch seine Schwester publiziert.
Im Bundesarchiv befindet sich eine von Hartlaub verfasste Teilstudie zum Kriegstagebuch des OKW, die im Nachlass des Kriegstagebuchführers Prof. Dr. Percy Ernst Schramm überliefert wurde.
Im Bundesarchiv werden die Unterlagen des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht und des dort geführten Kriegstagebuchs des OKW verwahrt.
1940 Don Juan d’Austria und die Schlacht bei Lepanto
in der Bundesrepublik
1950 Von unten gesehen. Impressionen und Aufzeichnungen des Obergefreiten Felix Hartlaub (postum)
1951 Parthenope oder Das Abenteuer in Neapel (postum)
1955 Im Sperrkreis (postum)
1999 Paris 1941 (postum)
2002 In den eigenen Umriss gebannt (postum)
2011 Kriegsaufzeichnungen aus Paris (postum)
2013 Italienische Reise (postum)
2014 Aus Hitlers Berlin – 1934 bis 1938 (postum)
2022 Aufzeichnungen aus dem Führerhauptquartier (postum)
* 7. Mai 1899 in Frankfurt am Main; † 26. Februar 1968 in Bad Nauheim
Friedrich Wilhelm Heinz war Offizier der Preußischen Armee, Freikorps-Angehöriger und Offizier der Wehrmacht. Er war in den 1920er und 1930er Jahren auch als Journalist und Schriftsteller tätig. Im Mai 1916 meldete sich Heinz freiwillig zur Preußischen Armee und stand bis 1918 an der Front, zuletzt als Leutnant. Ab 1919 diente Heinz in verschiedenen Formationen während der Kämpfe in Oberschlesien. Im März 1920 nahm Heinz als Angehöriger der Marine-Brigade Ehrhardt am Kapp-Lüttwitz-Putsch teil und im Anschluss daran Ende März 1920 wurde Heinz aus der Vorläufigen Reichswehr als Oberleutnant entlassen. Er schloss sich nun der Organisation Consul an und war an den Ermordungen von Matthias Erzberger und Walther Rathenau und dem Mordversuch an Philipp Scheidemann beteiligt, aber auch an Fememordversuchen. Seiner Darstellung nach gründete er Anfang 1921 einen eigenen Wehrverband, war auch 1921 an den Kämpfen in Oberschlesien beteiligt und arbeitete von 1922 bis 1924 mit einem Ausbildungsbataillon der Reichswehr zusammen. Ab 1925 verlagerte sich seine Tätigkeit und er war als Journalist und Schriftsteller tätig, politisch extrem rechts positioniert. Ab 1929 war er Mitglied der NSDAP, wobei er sich auf Seiten Strassers gegen Hitler engagierte und in der Folge wieder aus der Partei ausgeschlossen wurde. Im Jahr 1931 wurde Heinz Vorsitzender des Nationalverbands Deutscher Schriftsteller. Ab 1933 wurde es für Heinz, obwohl klar rechts stehend, mit seinen Positionen immer schwieriger, seine Bücher wurden verboten, das persönliche Risiko wurde für ihn angesichts der Säuberungen 1934 größer. Im Juli 1936 trat Heinz in die Wehrmacht ein und kam in die Abwehrabteilung des Reichskriegsministeriums, woraus nach 1938 das Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht wurde. Heinz engagierte sich weiter als Teil einer rechten Opposition. Im Jahr 1938 war er Teil von Planungen, Hitler gewaltsam zu stürzen. Ab Januar 1941 war Heinz Kommandeur des I. Bataillons im Lehrregiment Brandenburg z.b.V. 800. Von Januar bis Herbst 1943 war er Kommandeur des Verbands 804 in der Division Brandenburg. Nach dem 20. Juli 1944 wurde Heinz verhaftet und verhört, aber wieder frei gelassen. Als Dokumente aus dem Jahr 1938 entdeckt wurden, die ihn belasteten, wurde gegen Heinz Mitte November 1944 ein Haftbefehl erlassen. Der rechtzeitig gewarnte Heinz konnte allerdings untertauchen und sich bis Kriegsende in Berlin verstecken. Seine Familie geriet jedoch in Sippenhaft, ein geistig behinderter Sohn wurde in eine Euthanasieanstalt verbracht und dort ermordet. Heinz selbst wurde in Abwesenheit der Fahnenflucht angeklagt. Nach dem Krieg begann Heinz einen Nachrichtendienst aufzubauen, im direkten Auftrag des Bundeskanzleramtes – den Friedrich-Wilhelm-Heinz-Dienst als Teil der Zentrale für Heimatdienst im Bundeskanzleramt. Dadurch geriet er in Gegnerschaft zum Bundesnachrichtendienst unter Führung von Reinhard Gehlen. Im Jahr 1953 wurde Heinz von seiner Aufgabe entbunden und sein Dienst aufgelöst. Er arbeitete von da an in der Werbebranche. Im Jahr 1968 ist Heinz in Bad Nauheim verstorben.
Im Bundesarchiv werden Heinz‘ militärische Personalakte und eine Verfahrensakte zu einem Militärgerichtsprozess gegen Heinz überliefert.
PERS 15/155431 Wehrmachtgerichtliche Verfahrensakte.- Anklage wegen Fahnenflucht (1944)
Im Bundesarchiv werden die Reste der Überlieferung des Amtes Ausland/Abwehr verwahrt.
RW 5 (OKW / Amt Ausland/Abwehr) Im Bundesarchiv werden auch die Reste der Unterlagen der Division Brandenburg und ihrer Vorgänger und Abspaltungen überliefert.
1933 Nation und Schrifttum (mit Franz Alfons Gayda und Franz Schauwecker)
1933 Die Nation greift an. Geschichte und Kritik des soldatischen Nationalismus
1933 Kameraden der Arbeit. Deutsche Arbeitslager: Stand, Aufgabe und Zukunft
1934 Mensch Unbekannt. Begegnung und Erinnerung
* 9. Februar 1906 in Höhscheid bei Solingen; † 8. Juni 1987 in Bonn
Walter Henkels war Offizier der Wehrmacht, zuletzt Leutnant und ein seinerzeit bekannter politischer Journalist. Er war ursprünglich Verwaltungsbeamter, von 1931 bis 1938 in verschiedenen Verwendungen bei der Stadt Leichlingen, arbeitete von 1936 bis 1939 in der Presseabteilung des Landesverkehrsverbandes Rheinland. Henkels wurde nach erster militärischer Ausbildung 1938 bei der Flaktruppe im Jahr 1939 zur Wehrmacht (Luftwaffe) eingezogen. Er wurde dort ab 1941 als Kriegsberichter eingesetzt. Nach dem Krieg war Henkels als Journalist und Schriftsteller tätig, mit Schwerpunkt auf politische Berichterstattung aus der Bundeshauptstadt Bonn. Über seine Kriegserfahrungen hat er 1978 ein Buch veröffentlicht – „Eismeerpatrouille“. Henkels war zu seiner Zeit sehr erfolgreich und viel gelesen, war Mitbegründer und später Vorstand der Bundespressekonferenz und des Deutschen Presseclubs. Im Jahr 1988 ist Henkels in Bonn verstorben.
Im Bundesarchiv sind Henkels Nachlass und seine militärische Personalakte überliefert.
N 1838 (Henkels, Walter) (62 AE) Persönliche Unterlagen, Schriftwechsel, dazu publizierte Artikel, Texte und Fotos
PERS 6/226394 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
im Dritten Reich
1943 Östliche Silhouetten
1943 38 Mann stürmen Vichy (Kriegsbücherei der deutschen Jugend, Heft 140)
in der Bundesrepublik
1953 Zeitgenossen
1963 Bonn für Anfänger
1963 99 Bonner Köpfe
1964 Bad Godesberg
1965 „… gar nicht so pingelig, meine Damen und Herren …“– Neue Adenauer-Anekdoten
1966 Doktor Adenauers gesammelte Schwänke
1966 111 Bonner Köpfe
1967 Ganz das Gegenteil
1968 Lokaltermin in Bonn. Der „Hofchronist“ erzählt
1969 Kohlen für den Staatsanwalt
1971 Jagd ist Jagd & Schnaps ist Schnaps
1973 Bonn
1973 Bacchus muss nicht Trauer tragen
1974 Deutschland, deine Rheinländer. Da braust kein Ruf wie Donnerhall
1975 Neue Bonner Köpfe
1975 … aber der Wagen der rollt – Walter Scheel anekdotisch
1976 Wer einen Treiber erschießt, muß die Witwe heiraten
1977 Keine Angst vor hohen Tieren
1978 Eismeerpatrouille. Als Kriegsflieger in der Arktis
1979 Ja ja, sagte der alte Oberförster
1981 Bonner Köpfe in Wort und Bild
1982 Neue Bonner Köpfe
1982 Die Lage war immer so ernst. Ein Chronist erinnert sich
1982 Die Kunst, Böcke zu schiessen
1983 Adenauers gesammelte Bosheiten
1984 Der Kanzler hat die Stirn gerunzelt – 35 Jahre Bonner Szene
1985 Die leisen Diener ihrer Herren
1986 Bacchus muß nicht Trauer tragen – Eine Moselreise ohne Liebeskummer
1986 Alltag in Trizonesien
1987 Henkels grosses Bonnorama
1987 Der rote Teppich. Große Gala in Bonn
* 13. Oktober 1906 in Frankfurt am Main; † 22. April 2007 in Mainz
Karl Holzamer war ZDF-Intendant und Professor für Pädagogik und Philosophie – und zuvor Offizier der Wehrmacht. Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Romanistik und Germanistik begann Holzamer zunächst eine Universitätslaufbahn und war ab Ende 1931 beim Westdeutschen Rundfunk beschäftigt, später Reichssender Köln. Der Aktenlage nach war Holzamer Mitglied der NSDAP und der SA. Im Jahr 1939 wurde Holzamer zur Wehrmacht eingezogen, zur Luftwaffe und war zunächst Bordschütze, kam dann zur Propagandatruppe der Luftwaffe und wurde als Wortberichter eingesetzt, zuletzt als Oberleutnant. Nach dem Krieg und französischer Kriegsgefangenschaft wurde Holzamer Professor für Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Als Vertreter der Universität Mainz wurde er 1949 Mitglied des Rundfunkrates des Südwestfunks. Im Jahr 1962 wurde Holzamer erster Intendant des neugegründeten ZDF. Seit Ende der 1940er Jahre publizierte Holzamer Werke zu philosophischen und pädagogischen Themen. Im Jahr 1977 ging er in den Ruhestand, im Jahr 2007 ist Holzamer in Mainz verstorben.
Im Bundesarchiv wird Holzamers militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/170456 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1930 Der Begriff des Sinnes, entwickelt im Anschluss an das „irreale Sinngebilde“ bei Heinrich Rickert
in der Besatzungszeit (westliche Besatzungszonen)
1947 Grundfragen des neuzeitlichen Humanismus
1947 Einführung in die Philosophie. Grundlegung der Erkenntnis-Theorie als Fundament der übrigen Disziplinen
in der Bundesrepublik
1949 Einführung in die Pädagogik
1951 Grundriss einer praktischen Philosophie: Freiheit, Toleranz, Sittlichkeit, Ressentiment
1954 Kind und Radio
1959 Die Einführung junger Menschen in die soziale Verantwortung
1961 Philosophie
1963 Autoritarismus und Nationalismus. Ein deutsches Problem?
1965 Kunst und Wesen der Schrift
1966 Die Verantwortung des Menschen für sich und seinesgleichen. Reden und Aufsätze
1966 Das Kind vor Radio und Fernsehen
1969 Kunst und Konfektion im Bereich der Publizistik. Versuch eines Brückenschlags
1970 Projekte, Probleme und Perspektiven des Fernstudiums im Medienverbund
1979 Das Wagnis. Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt
1983 Anders, als ich dachte. Lebenserinnerungen des ersten ZDF-Intendanten
1985 Denken – Danken – Denkmal
1990 Einführung in die Welt des Denkens
2003 Lebensreise zwischen Philosophie und Fernsehen
* 18. April 1837 in Berlin; † 19. September 1900 in Berlin
Max Jähns war Offizier der Preußischen Armee, zuletzt Oberstleutnant, und ein seinerzeit sehr bekannter Schriftsteller zu militärhistorischen Themen. Im Jahr 1854 in die Preußische Armee eingetreten, war Jähns 1864 Teilnehmer am Deutsch-Dänischen Krieg. Er nahm 1865 seinen Abschied, um zu studieren, kehrte jedoch 1866 in die Armee zurück und nahm am Deutschen Krieg teil. Ab Dezember 1866 wurde er im Preußischen Kriegsministerium eingesetzt. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde er als Eisenbahnlinien-Kommissar verwendet, zunächst in Pommern, schließlich in Nancy. Ab 1872 war er Lehrer für Geschichte der Kriegskunst an der Kriegsakademie. Im Jahr 1886 trat Jähns in den Ruhestand. Er veröffentlichte weiter zu militärhistorischen Themen und ist 1900 in Berlin verstorben. Jähns hat insbesondere große mehrbändige Überblickswerke zur preußisch-deutschen Militärgeschichte veröffentlicht.
1865 Geschichte des 2. Rheinischen Infanterieregiments Nr. 28
1872 Roß und Reiter in Leben, Sprache, Glauben und Geschichte der Deutschen (2 Bände)
1873 Das französische Heer von der Großen Revolution bis zur Gegenwart
1874 Jugenderinnerungen Karl Friedrichs von Klöden
1876 Die Schlacht von Königgrätz
1878 Atlas zur Geschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zum Ende des 16. Jahrhunderts: Bewaffnung, Marsch- und Kampfweise, Befestigung, Belagerung, Seewesen
1880 Handbuch einer Geschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance, Technischer Theil: Bewaffnung, Kampfweise, Befestigung, Belagerung, Seewesen
1885 Heeresverfassungen und Völkerleben
1889-91 Geschichte der Kriegswissenschaften, vornehmlich in Deutschland (3 Bände)
1893 Über Krieg, Frieden und Kultur
1894 Feldmarschall Moltke
1896 Der Vaterlandsgedanke und die deutsche Dichtung
1899 Entwicklungsgeschichte der alten Trutzwaffen
* 29. März 1895 in Heidelberg; † 17. Februar 1998 in Riedlingen
Ernst Jünger ist vermutlich der bekannteste deutsche Schriftsteller und Offizier. Nach einem kurzen Intermezzo bei der Französischen Fremdenlegion als Schüler trat Jünger 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Preußische Armee ein, diente den gesamten Ersten Weltkrieg über an der Westfront, zuletzt als Leutnant. Sein autobiographischer Bericht über seine Kriegserlebnisse „In Stahlgewittern“ von 1920 wurde zum bekanntesten und am weitesten verbreiteten Kriegsroman des Ersten Weltkrieges. Jünger wurde in die Reichswehr übernommen und blieb zugleich als Schriftsteller tätig, dabei in klarer Gegnerschaft zur Republik, aber auch in zunehmender Abgrenzung zum aufkommenden Nationalsozialismus. Im Jahr 1923 ist er aus der Reichswehr ausgeschieden und etablierte sich als Publizist und Schriftsteller. Seine Werke blieben weiterhin sehr erfolgreich, wobei er in seinen zwischen 1933 und 1939 entstandenen Werken deutlich Distanz zum Nationalsozialismus erkennen ließ. Im August 1939 als Offizier reaktiviert, wurde Jünger zunächst als Kompanieführer am Westwall und schließlich beim West-Feldzug, in Frankreich eingesetzt. Ab Juli 1940 wieder zurück in Deutschland, wurde er mit seinem Regiment im Februar 1941 als Wachtruppe nach Paris verlegt. Jünger wurde dort noch im Frühjahr 1941 in den Stab des Militärbefehlshabers Frankreich versetzt. Infolge des Rückzuges aus Frankreich verließ Jünger Paris Mitte August 1944. Die von ihm 1942 veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen „Gärten und Straßen“ enthielten Passagen, die als grundsätzliche Kritik am Nationalsozialismus verstanden werden konnten und insbesondere von Goebbels auch so verstanden wurden. In der Folge wurde für Veröffentlichungen seiner Werke von staatlicher Seite keine Papierzuteilung mehr bewilligt – was das Heer nicht davon abhielt, Texte Jüngers in seinen Publikationsreihen zu drucken. Das NS-Regime hatte grundsätzlich eine sehr ambivalente Sicht auf Jünger, sein Sohn wurde der Wehrkraftzersetzung angeklagt, zur Frontbewährung begnadigt und ist dabei gefallen. Vermutlich auf Betreiben des Chefs des OKW, Generalfeldmarschall Keitel, wurde Jünger für dienstuntauglich erklärt und als Hauptmann verabschiedet. Im Januar 1945 wurde ihm die Leitung einer Volkssturmeinheit übertragen. Jünger war Träger des Pour le Mérite und der letzte Ordenskanzler der Ordensgemeinschaft – wie auch der letzte Überlebende der Ordensgemeinschaft. Der bis zuletzt aktive und veröffentlichende Jünger ist im Jahr 1998 in Riedlingen verstorben.
In der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs befinden sich die nach 1945 entstandenen Akten der Ritterschaft des Ordens Pour le Mérite, die sich zuletzt in Jüngers Besitz befanden. Die älteren Unterlagen der Generalordenskommission gingen im Krieg verloren. Die vorhanden Unterlagen zeigen in geringem Umfang auch Jüngers Wirken als Ordenskanzler und auch bereits zuvor als Angehöriger der Ritterschaft. Im Jahr 1975 übernahm Ernst Jünger letztmalig das Amt des Ordenskanzlers. Nach Jüngers Tod wurden die erhaltenen Hand- und Sachakten der Ritterschaft durch Jüngers Witwe der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs im Jahr 2000 übergeben.
PERS 15/92692 Wehrmachtgerichtliche Verfahrensakte gegen den Sohn Ernst.- Anklage wegen Abhören feindlicher Sender u.a.
PH 10-II/901 Füsilier-Regiment Nr. 73: Kartenausschnitt zum Raum Gommecourt - Hebuterne - Serre mit Einzeichnung "Wäldchen 125" (Schauplatz einer autobiographischen Erzählung Jüngers)
RH 1/1156, RH 1/1162, RH 1/1171 HDv 130 Ausbildungsvorschrift für die Infanterie (1922) (Mitarbeit Jüngers) Militär-Wochenblatt 1.10.1921: Jünger, Ernst: „Die Technik in der Zukunftsschlacht“ Militär-Wochenblatt 15.5.1923: Jünger, Ernst: „Über Angriffsgeschwindigkeit“
N 69/67 Schreiben von Ernst Jünger an Luise Jodl betr. Alfred Jodl (1973)
N 253/253 Schriftwechsel zwischen Alfred von Tirpitz und Ernst Jünger (1927/28)
N 683/7 Korrespondenz zwischen dem Bundesarchiv und Ernst Jünger zum Verbleib zweier von Jünger im Auftrage Speidels angefertigter Denkschriften zum Verhältnis von Wehrmacht und NSDAP sowie zur Geiselfrage im besetzten Frankreich (1966)
Im Bundesarchiv sind die nicht in Frankreich verbliebenen Unterlagen des Militärbefehlshabers Frankreich überliefert.
1918 Das Wäldchen 125. Eine Chronik aus den Grabenkämpfen
in der Weimarer Republik
1920 In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers
1922 Der Kampf als inneres Erlebnis
1923 Sturm
1925 Feuer und Blut
1929 Das abenteuerliche Herz. Aufzeichnungen bei Tag und Nacht
1929 Der Kampf um das Reich
1930 Die totale Mobilmachung
1930 Krieg und Krieger
1932 Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt
im Dritten Reich
1934 Blätter und Steine
1936 Afrikanische Spiele
1938 Das abenteuerliche Herz. Figuren und Capriccios
1939 Auf den Marmorklippen
1942 Gärten und Straßen
in der Bundesrepublik
1949 Strahlungen
1949 Heliopolis. Rückblick auf eine Stadt
1951 Der Waldgang
1952 Die Eberjagd
1952 Besuch auf Godenholm
1957 Gläserne Bienen
1959 An der Zeitmauer
1960 Der Weltstaat
1970 Annäherungen. Drogen und Rausch
1973 Die Zwille
1977 Eumeswil
1980 Siebzig verweht I
1981 Siebzig verweht II
1983 Aladins Problem
1984 Autor und Autorschaft
1985 Eine gefährliche Begegnung
1987 Zwei Mal Halley
1993 Siebzig verweht III
1995 Siebzig verweht IV
1997 Siebzig verweht V
* 9. April 1917 in Markranstädt; † 13. September 2000 in Thomasville, Georgia (USA)
Rolf Kauka war Offizier der Wehrmacht. Bekannt geworden ist er jedoch als Schöpfer und Verleger des Comic-Magazins „Fix und Foxi“. Der gelernte Drogerist Kauka war in den 1930er Jahren als Zeichner tätig. Im November 1938 zur Wehrmacht eingezogen, wurde er Angehöriger der Luftwaffe, in der Flaktruppe. Im Mai 1939 wechselte Kauka in die Offizierslaufbahn, war zuletzt Oberleutnant. Er nahm am Polenfeldzug teil, ebenso am Westfeldzug und am Krieg in Rußland. Nach dem Krieg war Kauka ab 1947 als Verleger tätig. Erfolgreich wurde er mit der Etablierung des Comic-Magazins „Fix und Foxi“ ab 1955, das ganz bewußt als deutsche Reaktion auf die dominierende Position des Comic-Magazins „Micky Maus“ des Disney-Konzerns geschaffen wurde. Kauka blieb mit „Fix und Foxi“ und auch anderen Magazinen dauerhaft erfolgreich. Sein Versuch, die französische Comicserie „Asterix und Obelix“ in Lizenz auf deutsch herauszugeben scheiterte jedoch. Kauka versah die französischen Zeichnungen mit klar revisionistischen und auch rassistischen Texten, brachte die Original-Charaktere in eine „germanische“ Umgebung. Die Lizenz wurde ihm daraufhin wieder entzogen. Auch sonst vertrat Kauka bisweilen Positionen, auch in seinem Comic-Magazin, die als rechtsradikal bezeichnet werden können. Neuen Forschungen zufolge scheint Kauka ab 1950 als Informant des BND tätig gewesen zu sein. Nach seinem Rückzug aus dem Geschäftsleben in den 1970ern, zog Kauka in die USA und ist dort im Jahr 2000 in Thomasville, Georgia verstorben.
Im Bundesarchiv ist Kaukas militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/150244 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
in der Bundesrepublik
1953 Till Eulenspiegel (Comic-Heft)
ab 1955 Fix und Foxi (Comic-Magazin)
1954 Eulenspiegels bunte Kinderwelt
1955/56 Kunterbunt (Comic-Magazin)
1958 Neue Münchhausen Abenteuer
1960 Das Geheimnis der alten Mühle
ab 1964 Lupo (Comic-Magazin)
ab 1965 deutsche Bearbeitung von Asterix und Obelix und weiterer franko-belgischer Comic-Serien
ab 1967 Bussi Bär (Vorschulmagazin)
1988 Luzifer
* 4. Juli 1900 in Berlin; † 7. Dezember 1968 in München
Walther Kiaulehn war ein sogenannter „Sonderführer“ der Wehrmacht, eingesetzt als Kriegsberichter. Zu Sonderführern wurden Inhaber gesuchter ziviler Befähigungen ohne ausreichende militärische Kenntnisse ernannt. Die Sonderführer wurden dabei in verschiedene Einstufungen analog zu den militärischen Dienstgraden unterteilt. Ein Sonderführer (Z) entsprach einem Leutnant, also dem untersten Offiziersrang. Kiaulehn war gelernter Elektromonteur, war jedoch seit 1924 als Schriftsteller tätig. Er war insbesondere ab 1930 für das Feuilleton der „B.Z. am Mittag“ tätig. In seinem Werk von 1932 „Lehnaus Trostfibel und Gelächterbuch“ fanden sich einige kritische Passagen über den Nationalsozialismus. Im Jahr 1933 wurde das Buch verboten. Kiaulehn wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und ab 1940 als Kriegsberichter eingesetzt. Bis 1943 arbeitete er vor allem für die Auslandsillustrierte „Signal“. Im Jahr 1943 wurde er „unabkömmlich“ gestellt und für laufende Dreharbeiten als Drehbuchschreiber verwendet. Zeitweilig wurde er auch als Sprecher der UfA-Wochenschauen eingesetzt. Kiaulehn blieb jedoch in der Folge weiter in Verwendung als Kriegsberichter. Eine überlieferte wehrmachtgerichtliche Verfahrensakte vom Januar 1945 bezeichnet ihn als Sonderführer (Z) und Feldwebel. Kiaulehn war angeklagt wegen Trunkenheit, Nichtausführung von Befehlen, Beleidigung und Widerstand. Das Verfahren wurde schließlich ausgesetzt und auf die sofortige Abstellung zur kämpfenden Truppe entschieden. Nach dem Krieg arbeitete Kiaulehn zunächst als Schauspieler und Kabarettist und ab den 1950ern als Journalist und Schriftsteller. Sein Buch über Berlin von 1958 ist bis heute viel gelesen und immer wieder neu aufgelegt. Im Jahr 1968 ist Kiaulehn in München verstorben.
Im Bundesarchiv ist eine Verfahrensakte zu einem Militärgerichtsprozess gegen Kiaulehn überliefert.
PERS 15/6125 Wehrmachtgerichtliche Verfahrensakte.- Anklage wegen Trunkenheit und Beleidigung
Weitere relevante Archivalien:
MSG 2/9658a Aquarelle und Zeichnungen des Pressezeichners Hans Liska mit einem Vorwort von Walther Kiaulehn (1944)
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1932 Lehnaus Trostfibel und Gelächterbuch. Feuilletons
im Dritten Reich
1933 Die eisernen Engel. Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen von der Antike bis zur Goethezeit
1938 Lesebuch für Lächler
in der Besatzungszeit (westliche Besatzungszonen)
1948 Feuerwerk bei Tage
in der Bundesrepublik
1958 Tabak
1958 Berlin. Schicksal einer Weltstadt
1959 Der Zug der 41 Glasmacher
1961 Rüdesheimer Fragmente
1967 Mein Freund der Verleger. Ernst Rowohlt und seine Zeit
* 29. August 1866 in Culm, Westpreußen; † 26. September 1914 bei Loivre bei Reims
Hermann Löns war ein im Kaiserreich äußerst bekannter und erfolgreicher Heimatschriftsteller. Sein Werk besteht aus Lyrik, Jagderzählungen und Erzählungen mit starkem regionalen Bezug (Niedersachsen, Lüneburger Heide). Ab 1891 war Löns als Journalist tätig, war ein viel gelesener Lokalreporter. Ab 1901 veröffentlichte er Gedichte und ab 1902 publizierte er Essays und seine gesammelten journalistischen Beiträge. Löns war ein engagierter Verfechter des Naturschutzgedankens und Mitbegründer des Heideschutzparks, des späteren Naturparks Lüneburger Heide. In seiner Gedichtsammlung „Der kleine Rosengarten“ von 1911 befindet sich das Gedicht „Matrosenlied“ mit der Textzeile „Denn wir fahren gegen Engeland“, das als vertontes Lied bis in den Zweiten Weltkrieg äußerst populär war. Der nationalistisch eingestellte und antisemitische Schriftsteller meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger und ist bereits Ende September 1914 bei Loivre nahe Reims gefallen. Im Jahr 1934 wurden Löns‘ Gebeine unter großer öffentlicher Beteiligung von Frankreich nach Deutschland überführt. Das zunächst geplante Staatsbegräbnis fand jedoch nicht statt. Daraufhin erfolgte zunächst eine Bestattung durch die SA und 1935 eine erneute Bestattung durch die Reichswehr. Löns blieb als Autor weiterhin, auch über 1945 hinaus, hoch angesehen.
Im Bundesarchiv ist eine Abschrift seines Kriegstagebuchs, die im Heeresarchiv Potsdam zwischen 1936 und 1945 Teil der Dauerausstellung war, überliefert. Das Tagebuch läuft bis zum Tag vor seinem Tod. Sein Tod wurde von jemand anderem eingetragen.
RH 18/1957 Tagebuch des Kriegsfreiwilligen Hermann Löns (24.8.-26.9.1914)
Weitere relevante Archivalien:
PH 10-IV/25 Gruppe Brimont.- u.a. Artilleriekarte (1918) mit Einzeichnung der Todesstelle von Hermann Löns
1907 Mein braunes Buch. 21 Erzählungen aus der Heide
1909 Der letzte Hansbur. Bauernroman aus der Lüneburger Heide
1909 Dahinten in der Heide. Niedersächsischer Roman
1909 Mümmelmann. Ein Tierbuch
1909 Mein blaues Buch. Balladen und Romanzen
1910 Der Wehrwolf. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg
1911 Das zweite Gesicht. Eine Liebesgeschichte
1911 Der zweckmäßige Meyer. Ein schnurriges Buch. 20 Humoresken aus dem Naturleben
1911 Kraut und Lot. Ein Buch für Jäger und Heger
1911 Da draußen vor dem Tore. Heimatliche Naturbilder
1911 Der kleine Rosengarten (Gedichte)
1912 Haidbilder. Neue Folge von Mein braunes Buch
1912 Auf der Wildbahn. Jagdnovellen
1913 Mein buntes Buch. Naturschilderungen
1914 Goldhals. Ein Tierbuch für die Jugend
1917 Widu. Ein Tierbuch (postum)
1917 Die Häuser von Ohlenhof. Roman eines Dorfes (postum)
1918 Ho‘Rüd‘hoh! Jagderlebnisse (postum)
* 20. Januar 1915 in Berlin; † 12. April 1972 in Hamburg
Kurt Marek war Offizier der Wehrmacht und zugleich nach dem Krieg ein weltweit erfolgreicher Autor. Im Jahr 1938 in die Wehrmacht eingezogen, wechselte Marek im Herbst 1939 in die Offizierslaufbahn, war zuletzt Oberleutnant. Marek wurde in der Luftwaffe als Kriegsberichter eingesetzt. In Italien in US-Kriegsgefangenschaft geraten, war er ab 1946 als Journalist tätig. Im Jahr 1949 veröffentlichte er unter dem Pseudonym „C. W. Ceram“ mit dem Sachbuch „Götter, Gräber und Gelehrte“ einen Welterfolg. Marek publizierte weitere Titel und 1972 schloß sich mit „Der erste Amerikaner“ ein weiterer Welterfolg an. Im Jahr 1972 ist Marek in Hamburg verstorben.
Im Bundesarchiv ist Mareks militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/180631 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Werk in Auswahl:
im Dritten Reich
1941 Wir hielten Narvik
1943 Rote Spiegel überall am Feind. Von den Kanonieren des Reichsmarschalls
in der Bundesrepublik
1949 Götter, Gräber und Gelehrte. Roman der Archäologie
1953 Heinrich Schliemann, der Entdecker Trojas
1954 Entdecker versunkener Welt
1955 Enge Schlucht und schwarzer Berg. Entdeckung des Hethiter-Reiches
1957 Götter, Gräber und Gelehrte im Bild
1960 Provokatorische Notizen
1961 Yestermorrow
1965 Eine Archäologie des Kinos
1965 Götter, Gräber und Gelehrte in Dokumenten
1972 Der erste Amerikaner. Das Rätsel des vor-kolumbianischen Indianers
* 26. Oktober 1800 in Parchim; † 24. April 1891 in Berlin
Helmuth von Moltke war zunächst vor allem einer der einflußreichsten und bekanntesten Offiziere in der Geschichte der Preußischen Armee. Im Jahr 1811 als Kadett in die Dänische Armee eingetreten, wechselte er 1822 in die Preußische Armee. In den 1820er Jahren veröffentlichte Moltke verschiedentlich Novellen in Zeitschriften, um so seine kargen Dienstbezüge aufzubessern, konnte sich damit und mit dienstlicher Unterstützung auch Bildungsreisen ins Ausland ermöglichen. Ab 1833 im Großen Generalstab eingesetzt, ging Moltke von 1836 bis 1839 als Militärberater und Instrukteur zur Osmanischen Armee, nahm an zwei Feldzügen teil, nahm an Gefechten teil und sammelte so Kriegserfahrungen. Im Jahr 1857 übernahm Moltke als Chef des Großen Generalstabes die Planungen für Mobilmachung und Einsatz der Preußischen Armee. Es gelang ihm, die Stellung des Chefs des Großen Generalstabes zu festigen und letztlich unabhängig vom Preußischen Kriegsministerium zu werden. Moltke war der Verantwortliche für die Planung der Einsätze der Preußischen Armee und ihrer Verbündeten in den Einigungskriegen. Hieraus erwuchsen Moltke größte Bewunderung und Verehrung in der Armee, aber auch in der zivilen Öffentlichkeit. Davon abgesehen war Moltke immer wieder auch schriftstellerisch tätig. Er verfasste Berichte über seine Erfahrungen im Osmanischen Reich und andere Reisen. Es erschienen darüber hinaus mehrere Bände mit militärwissenschaftlichen Werken von ihm. Moltke verblieb bis ins hohe Alter in seinem Amt, Gesuche um Entlassung wurden vom Kaiser mehrfach abgelehnt. Erst 1888 wurde Moltke auf eigenen Wunsch aus dem Dienst entlassen und im Jahr 1891 ist Moltke in Berlin verstorben.
Reichhaltiger Nachlass, der Moltkes Leben, aber auch sein Wirken intensiv darstellt. Im Nachlass enthalten sind Zeichnungen Moltkes (N 16/79-82) sowie Manuskripte und Unterlagen, die Moltke als Schriftsteller dokumentieren (N 16/11-13, 17-19, 84, 98-108).
In den im Schriftgut des Heeresarchivs Potsdam überlieferten Unterlagen aus der Dauerausstellung im Archivgebäude auf dem Brauhausberg in Potsdam, befindet sich eine Sammlung von Dokumenten zu Helmuth von Moltke, die aus dem im Heeresarchiv verwahrten Nachlass entnommen wurden.
1841 Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839
1845 Der russisch-türkische Feldzug 1828–29
1863 Der italienische Feldzug des Jahres 1859
1877 Briefe aus Rußland
1879 Wanderbuch: Handschriftliche Aufzeichnungen aus dem Reisetagebuch
1891-93 Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten des General-Feldmarschalls Grafen Helmuth von Moltke (8 Bände)
* 12. August 1894 in Ahlbeck auf Usedom; † 11. Oktober 1970 in Waldesch bei Koblenz
Erich Murawski war der erste Leiter der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs. Er war zuvor Offizier der Preußischen Armee und der Wehrmacht. Im Jahr 1914 hatte sich Murawski als Kriegsfreiwilliger gemeldet und den gesamten Ersten Weltkrieg über im Kriegseinsatz gestanden, zuletzt als Leutnant. Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur und Theaterwissenschaft war Murawski bis 1924 Dramaturg am Stadttheater Essen und anschließend bis 1927 bei einem Verlag beschäftigt. Im Jahr 1927 wurde er Geschäftsführer des Grenzmarkdienstes Posen-Westpreußen und 1930 Leiter der Pressestelle des Provinzialverbandes Pommern. Im Jahr 1934 wurde er aus dieser Stelle vom Gauleiter von Pommern entlassen. Murawski trat noch 1934 in die SA ein und in die Reichswehr (ab 1935 Wehrmacht). Er wurde in der Reichswehr/Wehrmacht im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und schließlich der Propaganda eingesetzt, zunächst als Presseoffizier im Wehrkreis II. Ab 1937 im Reichskriegsministerium beschäftigt, wurde Murawski schließlich ab 1938 in der Abteilung für Wehrmachtpropaganda im Oberkommando der Wehrmacht verwendet. Dort verfasste er die „Richtlinien für Propaganda-Offiziere“. Bekannt wurde Murawski auch während des Westfeldzuges als Sprecher der Erläuterungen des Wehrmachtberichts im Rundfunk. Seine Veröffentlichung über den Westfeldzug noch 1940 fand große Verbreitung. Von 1942 bis 1944 Kommandeur einer Propagandaeinheit und danach Befehlshaber einer Einheit an der Ostfront, geriet Murawski 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1953 zurückkehrte. Als 1955 für die neu eingerichtete Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs ein erster Leiter gesucht wurde, fiel die Wahl auf Murawski. Im Jahr 1960 in Ruhestand gegangen, ist Murawski 1970 in Waldesch bei Koblenz verstorben. Sein 1962 veröffentlichtes Werk über den Wehrmachtbericht wird von Fachwissenschaftlern als unkritisch gegenüber seinem Untersuchungsgegenstand bewertet.
Unterlagen aus der literarischen und wissenschaftlichen Tätigkeit nach dem 2.Weltkrieg. Im Nachlass befinden sich auch Unterlagen zu einer geplanten Biographie von Generaloberst Johannes Blaskowitz (N 355/66-67) und mehrere Bände mit Kurzgeschichten Murawskis (N 355/58 und N 355/59-62) sowie ein Drama (N 355/53), eine Novelle (N 355/54) und Erzählungen (N 355/55-56).
1921 Das deutsche Theater, seine Organisation und sein Publikum
1929 Grenzmark Posen-Westpreußen
1930 Land im Licht
1930 Grenzmark Posen-Westpreußen und der Regierungsbezirk Westpreußen
1931 Pommern. Das Grenzland am Meer
im Dritten Reich
1933 Papa Wrangel
1937 Kameraden im II. Korps
1940 Der Durchbruch im Westen. Chronik des holländischen, belgischen und französischen Zusammenbruchs
in der Bundesrepublik
1962 Der deutsche Wehrmachtbericht 1939–1945. Ein Beitrag zur Untersuchung der geistigen Kriegführung
1965 Der Wehrkreis II
1969 Die Eroberung Pommerns durch die Rote Armee
* 25. Dezember 1913 in Emden; † 13. Oktober 1996 in Hannover
Henri Nannen ist zunächst natürlich der bekannte Journalist und langjährige Chefredakteur der Zeitschrift „Stern“. Davon abgesehen war Nannen allerdings auch Offizier der Wehrmacht. Ab 1934 war Nannen als Radioreporter für den Reichssender München tätig, ab 1937 als Journalist. Sein Schwerpunkt waren Kunst und Kunstgeschichte, ein entsprechendes Studium hatte er abgebrochen. Nach Absolvierung einer dreimonatigen Übung Anfang 1939 wurde Nannen im August 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Er war zunächst als Funker, später als Dolmetscher eingesetzt, ab November 1940 schließlich als Kriegsberichter, vor allem im Rundfunk. Im Herbst 1941 wurde Nannen als Sonderführer (Z) geführt. Zu Sonderführern wurden Inhaber gesuchter ziviler Befähigungen ohne ausreichende militärische Kenntnisse ernannt. Die Sonderführer wurden dabei in verschiedene Einstufungen analog zu den militärischen Dienstgraden unterteilt. Ein Sonderführer (Z) entsprach einem Leutnant, also dem untersten Offiziersrang. Im Juli 1942 wurde Nannen zum Feldwebel befördert, der Sonderführer-Status wurde im Oktober 1942 aufgehoben, im Oktober 1943 wurde er zum Leutnant befördert. Ab März 1944 war er als Führer eines Propagandazuges bei der 10. Armee in Italien eingesetzt. Nannen selbst hat bereits 1975 ausgeführt, dass er später zur Waffen-SS gewechselt ist und in deren Propagandaeinheit verwendet wurde. Spätestens im Juni 1944 war er Angehöriger der Propaganda-Abteilung „Südstern“ der SS-Standarte „Kurt Eggers“, der Propagandaeinheit der Waffen-SS. Im Jahr 1944 verfasste er einen Roman für die „Kriegsbücherei der deutschen Jugend“. Ab 1946 wurde Nannen als Zeitungsherausgeber tätig und von 1949 bis 1980 war er Chefredakteur des „Stern“, bis 1983 auch dessen Herausgeber. In der Literatur zu Nannen wird hervorgehoben, dass Titel und Konzeption des frühen „Stern“ denen der NS-Zeitschrift „Der Stern“ von 1938/39 entsprechen, dessen Leiter Kurt Zentner von Nannen auch beim späteren „Stern“ beschäftigt wurde. Nannen etablierte sich in der Bundesrepublik auch als ein bedeutender Sammler expressionistischer Kunst. Im Jahr 1996 ist Nannen in Hannover verstorben.
Im Bundesarchiv ist Nannens militärische Personalakte überliefert.
1943 Kleines Musikbrevier. Ein Buch der Bilder aus 8 Jahrhunderten
1943 Glanz von innen. Dichter über Bildwerke, die sie lieben
1944 Störungsfeuer von „M 17“. Ein Flaksoldat besteht seine Feuerprobe
in der Bundesrepublik
ab 1948 Stern (Zeitschrift)
1984 Lieber Sternleser! Briefe an den Leser 1958–1983
1988 Ein Tag, den Sie nicht vergessen werden
1993 Die Meisterwerke der Sammlung Henri Nannen
* 24. November 1922 in Frankfurt a.d. Oder; Todesdatum unbekannt
Justus Wilhelm von Oechelhäuser war ein Offizier der Wehrmacht, der nach dem Krieg seine Erlebnisse in mehreren Werken darstellte. Im Oktober 1940 in die Wehrmacht eingetreten, kam Oechelhäuser zur Panzertruppe. Von Mai bis Dezember 1941 bei der Besatzungstruppe in Frankreich war Oechelhäuser ab Juni 1942 an der Ostfront eingesetzt, ab Januar 1943 als Offizier, zuletzt als Oberleutnant. Seine Werke liefern eine unmittelbare und authentische Darstellung, insbesondere sein Erinnerungsbericht von 1960 „Wir zogen in das Feld“. Nach Kriegsende und Kriegsgefangenschaft machte Oechelhäuser eine Lehre und arbeitete offenbar als Kaufmann.
Im Bundesarchiv ist Oechelhäusers militärische Personalakte überliefert.
* 19. April 1864 in Kyritz; † 31. August 1944 in Ascona
Lothar Persius war ein Offizier der Kaiserlichen Marine und ein zu seiner Zeit sehr bekannter und durchaus umstrittener Marine-Schriftsteller. Im Jahr 1883 in die Kaiserliche Marine eingetreten, nahm Persius 1885-86 an der Weltreise der Korvette „Elisabeth“ teil und hatte in der Folge verschiedene Verwendungen inne. Bereits ab 1887 veröffentlichte Persius Texte über die Marine, zunächst unter Pseudonym. Im Jahr 1898 war Persius Marineattaché auf den PhilippinenAb Anfang der 1900er Jahre nahmen seine Publikationen, in denen er starke Kritik an Tirpitz übte, zu. Persius war ein engagierter Befürworter des Einsatzes von Ubooten und lehnte die starke Konzentration auf Bau und Einsatz großer Schlachtschiffe ab. Von 1903 bis 1904 war Persius Kommandant des Ungeschützten Kreuzers „Seeadler“, einem in Ostasien eingesetzten Schiff des Kreuzergeschwaders. In dieser Zeit veröffentlichte er als „Briefe aus Tsingtau“ betitelte Beiträge für den Ostasiatischen Lloyd, was zur Beendigung seines Kommandos führte. Im Jahr 1908 erhielt er nach kritischen Artikeln über die Flottenpläne ein dienstliches Veröffentlichungsverbot und nahm daraufhin als Kapitän zur See seinen Abschied. Er wurde nun als Journalist tätig und veröffentlichte weiter, einerseits sehr erfolgreiche Marine-Sachbücher, andererseits aber auch sehr grundsätzliche Kritik an der Marineführung. Persius betrachte die Leistungen der Kaiserlichen Marine im Krieg sehr nüchtern, sah die britische Flotte grundsätzlich und dauerhaft im Vorteil und vertrat diese Sicht öffentlich. Die Marine reagierte mit starken Entgegnungen und zählte Persius intern zu den „Feinden der Marine“. Persius war von 1912 bis 1920 für das „Berliner Tageblatt“ tätig, schrieb nach dem Krieg aber auch für pazifistische und sozialistische Blätter. Im Jahr 1920 ging er als Journalist in den Ruhestand und emigrierte 1933 in die Schweiz. Im Jahr 1944 ist Persius in Ascona verstorben.
RM 6/263 Akte betitelt "Feinde der Marine"; darin enthalten Lothar Persius; dazu: Persius, Lothar: "Das Seeoffizierkorps und der Krieg" (1919)
RM 3/9753-9754 Akten zu den Veröffentlichungen von Lothar Persius; darin u.a.: Persius, Lothar: "Die Tirpitz-Legende“ (1918)
RM 3/30443 Stellungnahme der Marine zu den Ausführungen von Lothar Persius über den mißhandelten Geist in der Flotte (o. Dat.)
RM 9/12 u.a. Sammlung von Stellungnahmen und Zeitungsausschnitten zu Lothar Persius (1919)
RM 27-XIII/25 u.a. Korvettenkapitän Scheibe: "Stellungnahme zu den Ausführungen des Kapitäns zur See a.D. Persius über den mißhandelten Geist der Flotte" (ca. 1919)
RM 45-II/2 Stellungnahmen zu den Ausführungen von Lothar Persius über den mißhandelten Geist in der Flotte
Im Bundesarchiv sind die Unterlagen des Ungeschützten Kreuzers „Seeadler“ überliefert.
1913 Der Zusammenbruch: die Seeschlacht bei Borkum und Helgoland
1914 Schlachtschiff und Unterseeboot
1914 Marineauskunftsbuch: Wegweiser auf dem Gebiet der Kriegs- und Handelsflotten und Berater für die Laufbahn
1914 Der See-Krieg
1918 Tirpitz, der Totengräber der deutschen Flotte
1918 Graf Ernst zu Reventlow
1918 Die Tirpitz-Legende
in der Weimarer Republik
1919 Der Seekrieg
1919 Wie es kam, daß der Anstoß zur Revolution von der Flotte ausging
1925 Warum die Flotte versagte
1925 Menschen und Schiffe in der Kaiserlichen Flotte
* 17. Februar 1892 in Berlin; † 12. März 1955 in Avegno
Theodor Plievier war Soldat der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg und wurde im Jahr 1930 durch einen Roman, in dem er seine Erlebnisse verarbeitete, bekannt. In seiner Jugend war Plievier als Seemann tätig, aber auch als Minenarbeiter in Südamerika. Im Jahr 1914 in Hamburg von der Polizei aufgegriffen, wurde Plievier zur Kaiserlichen Marine eingezogen. Er diente auf dem Hilfskreuzer „Wolf“ auf dessen Kaperfahrten bis nach Neuseeland. Während des Weltkrieges verbüsste er mehrere Arreststrafen wegen Insubordination. Am Matrosenaufstand in Wilhelmshaven im November 1918 war Plievier aktiv beteiligt. Nach dem Krieg engagierte er sich politisch, war geprägt von anarchistischen Ideen und publizierte entsprechende Flugschriften. Er nahm unterschiedliche Tätigkeiten an, betrieb aber auch einen Buchhandel mit Versand und eine Teestube. Ab 1925 war er vor allem als Schriftsteller tätig. Mit seinem Roman „Des Kaisers Kulis“ von 1930 wurde er als Schriftsteller bekannt, auch international. Im Jahr 1933 emigrierte Plievier nach Prag. Bei der Bücherverbrennung 1933 waren auch Titel von Plievier enthalten, im Jahr 1934 wurde er ausgebürgert. Über mehrere Stationen gelangte er in die Sowjetunion. Im September 1943 trat er in das Nationalkommitee Freies Deutschland (NKFD) ein. In Kenntnis der von der Sowjetunion erbeuteten Feldpost aus Stalingrad erarbeitete er einen Roman über Stalingrad, der ihn weiter bekannt machte. Nach dem Krieg zunächst in der Sowjetisch besetzten Zone, wechselte Plievier 1947 in den Westen und arbeitete als Schriftsteller. Im Jahr 1953 zog er in die Schweiz und ist 1955 in Avegno verstorben.
Im Bundesarchiv sind die Unterlagen des Hilfskreuzers „Wolf“ überliefert.
1930 Des Kaisers Kulis. Roman der deutschen Kriegsflotte
1930 Zwölf Mann und ein Kapitän (Novellen)
1932 Über seine Arbeit
1932 Der Kaiser ging, die Generäle blieben
in der Sowjetunion
1935 Deutschland erwache und andere Haken-Kreuz-Lieder
1935 Antifaschistischer Kampf (Gedichte)
1936 Das große Abenteuer
1939 Im Wald von Compiegne
1940 Die Männer der „Cap Finisterre“
1940 Das Tor der Welt
1941 Im letzten Winkel der Erde
1941 Nichts als Episode…
1942 Der Igel (Erzählungen)
1943 Gekabelt aus Moskau
1943 Die fatale letzte Patrone
1943 10 Jahre Kulturbarbarei, 10 Jahre freie deutsche Kultur im Exil
1943/44 Stalingrad
in der Besatzungszeit (Sowjetisch besetzte Zone)
1946 Haifische
1946 Generale unter sich
in der Besatzungszeit (westliche Besatzungszonen)
1947 Eine deutsche Novelle
1947 Das gefrorene Herz (Erzählungen)
1948 Einige Bemerkungen über die Bedeutung der Freiheit
in der Bundesrepublik
1951 Der Seefahrer Wenzel und die Töchter der Casa Isluga
1952 Moskau
1954 Berlin
* 20. August 1905 in Bamberg; † 5. August 1978 in München
Clemens von Podewils war Offizier der Wehrmacht und Schriftsteller. Nach einem Jurastudium, abgeschlossen mit der Promotion, war Podewils ab 1928 in Paris als Kulturkorrespondent für verschiedene Zeitungen tätig. Von 1932 bis 1934 Presseattaché an der deutschen Botschaft in Brüssel, widmete er sich ab 1935 der Verwaltung eines geerbten Gutes in Böhmen. Ab 1939 war Podewils Soldat der Wehrmacht, zuletzt Oberleutnant, eingesetzt als Kriegsberichter. Eigenen Angaben zufolge war er beim Kommandant von Paris tätig. Von 1944 bis 1946 in britischer Kriegsgefangenschaft, veröffentlichte er ab Ende der 1940er Jahre, vor allem Gedichte. Von 1949 bis 1975 war Podewils Generalsekretär der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, publizierte weiter Gedichte, aber auch Erzählungen. Zusätzlich war er als Übersetzer ausländischer Lyrik ins Deutsche tätig. Im Jahr 1978 ist Podewils in München verstorben.
Im Bundesarchiv ist Podewils als ehemaliger Kriegsgefangener in einem Erfassungsbogen der sogenannten „Maschke-Kommission“ überliefert.
B 205/1442 Erfassungsbögen von ehemaligen Kriegsgefangenen (ca. 1962); darin u.a. Dr. Clemens Graf von Podewils (Dienststelle Stab Kommandant Paris)
Weitere relevante Archivalien:
RH 9/272 Zeitschrift „Die Heeresverwaltung“ 8. Jahrgang; darin u.a. in Heft 2 (Februar 1943) Podewils, Clemens: „Nachschub und Kampf“ (1943)
Im Bundesarchiv sind die nicht in Frankreich verbliebenen Unterlagen des Militärbefehlshabers Frankreich überliefert.
1929 Die aussenpolitische Gewalt im Britischen Reich
im Dritten Reich
1941 Söhne der Heimat. Ein epischer Bericht aus unseren Tagen
in der Besatzungszeit (westliche Besatzungszonen)
1948 Savan (Gedichte)
in der Bundesrepublik
1952 Don und Wolga. Aufzeichnungen aus dem Jahre 1942
1953 Wiedergeburt (Gedichte)
1955 Der Zriny
1956 Totenreden für Gottfried Benn
1957 Im Frührot
1967 Gedichte
1975 Tendenzwende? Zur geistigen Situation der Bundesrepublik
1978 Wegwarte (Gedichte) (postum)
* 20. Oktober 1923 in Reichenberg, Tschechoslowakei; † 18. Februar 2013 in Prien am Chiemsee
Otfried Preußler war natürlich zunächst einer der bekanntesten und produktivsten deutschsprachigen Kinderbuchautoren. Davon abgesehen war Preußler allerdings auch Offizier der Wehrmacht. Preußler hatte 1939 bereits in der Hitler-Jugend Führungsfunktionen inne und war 1940 mit einer entsprechenden Veröffentlichung hervorgetreten. Im Jahr 1942 wurde er in die Wehrmacht eingezogen, schlug 1944 die Offizierslaufbahn im Heer ein und war zuletzt Leutnant. Preußler war bei der Infanterie und aus seiner Zeit an der Fahnenjunker-Schule in Dresden ist eine dienstliche Beurteilung überliefert. Von 1944 bis 1949 war Preußler in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach einem Studium Anfang der 1950er Jahre und dem entsprechenden Vorbereitungsdienst arbeitete Preußler als Grundschullehrer, zuletzt als Rektor. Ab Anfang der 1950er schrieb er auch Stücke für den Kinderrundfunk. Sein Kinderbuch „Der kleine Wassermann“ von 1956 war ein großer Erfolg, dem bis in die 1970er Jahre immer weitere und noch größere Erfolge folgten. Im Jahr 2013 ist Preußler in Prien am Chiemsee verstorben.
Im Bundesarchiv ist eine militärische Beurteilung Preußlers als Offizieranwärter überliefert.
RH 17/876 Schule I für Fahnenjunker der Infanterie Dresden.- Beurteilungen von Lehrgangsteilnehmern, darin u.a. Otfried Preußler (1944)
Werk in Auswahl:
im Dritten Reich
1940 Lieber Soldat!
1942 Abend. Nächtliche Landschaft (Gedichte)
1944 Erntelager Geyer
in der Bundesrepublik
1950 Die vier heiligen Dreikönige
1950 Der Rossdieb von Fünsing
1951 Lustig ist die Fasenacht
1951 Lieb Nachtigall, wach auf
1951 Kasperl hat ein gutes Herz
1951 Es geistert auf der Mitteralm
1951 Der Perserschah
1951 Der fahrende Schüler im Paradeis
1951 Das Spiel vom lieben langen Jahr
1951 Das fremde Bleichgesicht
1952 Wir wollen auf die Reise gehn
1953 Das Spiel von den sieben Gesellen
1953 Das erste Brot in diesem Jahr
1954 Ei guten Tag, Frau Base
1956 Der kleine Wassermann
1957 Die kleine Hexe
1958 Bei uns in Schilda
1959 Thomas Vogelschreck
1962 Der Räuber Hotzenplotz
1966 Das kleine Gespenst
1968 Die Abenteuer des starken Wanja
1969 Neues vom Räuber Hotzenplotz
1971 Krabat
1972 Die dumme Augustine
1973 Hotzenplotz 3
* 19. Oktober 1881 in Berlin; † 5. September 1967 in Naumburg (Saale)
Kurt von Priesdorff war Offizier der Preußischen Armee und später Polizeioffizier bei der Berliner Sicherheitspolizei. Im Jahr 1892 als Kadett in die Preußische Armee eingetreten, diente Priesdorff als Major im Ersten Weltkrieg, eingesetzt im Zentraldepartement des Preußischen Kriegsministeriums. Nach Kriegsende war Priesdorff ab 1919 als Referent im Reichsabwicklungsamt eingesetzt, wechselte 1920 zur Berliner Polizei, ab 1921 als Inspekteur der Berliner Sicherheitspolizei, mit dem Auftrag, diese gemäß alliierter Vorgaben aufzulösen. Ab 1921 befand sich Priesdorff auf dem Familiensitz seiner Frau, wechselte jedoch 1923 von dort in eine Funktion beim Auswärtigen Amt. Im Jahr 1943 verließ Priesdorff Berlin und ging nach Freyburg. Ab 1945 engagierte Priesdorff sich dort verstärkt kommunalpolitisch. Bekannt geworden und bis heute wirksam ist Priesdorff aufgrund seines mehrbändigen Werkes „Soldatisches Führertum“, in dem er unter starker Abstützung auf den damals noch vorhandenen Personalunterlagen der Preußischen Armee ausführliche Biographien zu den Generalen der deutschen Streitkräfte vorlegte. Aufgrund des kriegsbedingten Verlustes der Personalunterlagen stellen die Biographien Priesdorffs die letzten und auch noch sehr detaillierten Auswertungen dieser Quellen dar. Ihr Wert für die Forschung ist dadurch erheblich. Im Jahr 1967 ist Priesdorff in Naumburg (Saale) verstorben.
Im Bundesarchiv wird Priesdorffs Nachlass verwahrt.
N 556 (Priesdorff, Kurt von (Major, Historiker)) (19 AE) Der Nachlass besteht aus den von Priesdorff verfassten Biographien von Generalen – den später veröffentlichten ebenso wie den unveröffentlichten. Weitere Nachlaßteile befinden sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin
Weitere relevante Archivalien:
MSG 2/12081 Schweinitz, Georg von: "Meine Erinnerungen an Kurt von Priesdorff" (1967/68)
N 754/30 Schriftwechsel von Robert Kosch mit Kurt von Priesdorff zur Herausgabe von "Soldatisches Führertum" (1940)
RH 1/17 betr. "Soldatisches Führertum" von Kurt von Priesdorff (1936-1940)
RH 18/874 Heeresarchiv Potsdam.- Nachlassverzeichnis Kurt von Priesdorff (März 1945)
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1906 Offizier-Stammliste des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommerschen) Nr. 2.
in der Weimarer Republik
1927 Nachrichten über die Familie von Linsingen
1929 Mitglieder der Familie von Hertzberg
im Dritten Reich
1933 Seydlitz
1934 Geßler
1934 von Oppen
1935 Prinz Louis Ferdinand von Preußen
1935-42 Soldatisches Führertum (10 Bände)
1936 Ein großer Soldat aus dem Hause Lippe
1937 Scharnhorst
1939 Gneisenau
1940 Prinz Eugen
1943 Saldern, der Exerziermeister des Großen Königs
* 24. Dezember 1894 in Leipzig; † 3. Juli 1985 in Tübingen
Friedrich Ruge war Offizier der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine, der Kriegsmarine und der Bundesmarine – oder wie er es selbst im Titel seiner Autobiographie formulierte: Offizier „in vier Marinen“. Im Jahr 1914 in die Kaiserliche Marine eingetreten, nahm Ruge als Marineoffizier am Ersten Weltkrieg teil und wurde nach dem Krieg in die Reichsmarine übernommen (ab 1935 Kriegsmarine). Von 1924 bis 1926 zum Studium freigestellt, hatte Ruge in der Folge verschiedene Verwendungen. Von 1932 bis 1934 war er Flottillenchef und von 1937 bis 1941 Führer von Minensuchverbänden. Von Februar 1941 bis Mai 1943 war er Befehlshaber Sicherung West, bis August 1943 Befehlshaber des Deutschen Marinekommandos Italien. Von November 1943 bis August 1944 war Ruge als Admiral z.b.V. beim Heeresgruppenkommando B eingesetzt – als Marineberater für die erwartete alliierte Invasion. Ab November 1944 leitete er das Hauptamt für Kriegsschiffbau im Oberkommando der Kriegsmarine. 1945/46 in britischer Kriegsgefangenschaft war Ruge ab 1946 zunächst als Übersetzer und Sprachlehrer tätig, bevor er von 1949 bis 1952 für das Naval Historical Team der US-Navy tätig wurde und zugleich als Berater der Bundesregierung für Marineangelegenheiten. Ruge war Mitverfasser der Himmeroder Denkschrift von 1950 zur Frage einer deutschen Wiederbewaffnung. Ab 1950 war Ruge auch publizistisch zu Marinethemen tätig. Im Jahr 1955 in das Amt Blank eingetreten, wurde Ruge im selben Jahr in das neu aufgebaute Bundesministerium für Verteidigung übernommen, wurde 1956 Leiter der Marine-Abteilung im Ministerium, dem späteren Führungsstab der Marine. Im Jahr 1957 wurde Ruge der erste Inspekteur der Marine. Im Jahr 1961 in den Ruhestand getreten, war Ruge von 1961 bis 1971 Präses des Arbeitskreises für Wehrforschung. Im Jahr 1985 ist Ruge in Tübingen verstorben.
Im Bundesarchiv wird Ruges Nachlass verwahrt, dazu seine militärische Personalakte.
N 379 (Ruge, Friedrich) (369 AE) Der umfangreiche Nachlass umfasst Unterlagen, die vor allem den Aufbau der Bundesmarine und Marinevereinigungen betreffen, aber auch Themen des Zweiten Weltkriegs behandeln.
1942 Ottern und Drachen, aber entgrätet und für Landratten genießbar
1943 Ausgeschlippt!
1944 Die Sicherungsstreitkräfte im Küstenvorfeld
in der Bundesrepublik
1951 Entscheidung im Pazifik. Die Ereignisse im Stillen Ozean 1941–1945
1953 Seemacht und Sicherheit. Eine Schicksalsfrage für alle Deutschen
1954 Der Seekrieg 1939–45
1959 Rommel und die Invasion. Erinnerungen
1963 Politik, Militär, Bündnis
1967 Politik und Strategie. Strategisches Denken und politisches Handeln
1969 Scapa Flow 1919. Das Ende der deutschen Flotte
1971 Bündnisse in Vergangenheit und Gegenwart. Unter besonderer Berücksichtigung von UNO, NATO, EWG und Warschauer Pakt
1979 The Soviets as Naval Opponents, 1941–1945
1979 In vier Marinen. Lebenserinnerungen als Beitrag zur Zeitgeschichte
1981 Die Sowjetflotte als Gegner im Seekrieg
* 14. Oktober 1894 in Hamburg; † 12. November 1970 in Göttingen
Percy Ernst Schramm war Offizier der Preußischen Armee und der Wehrmacht, ist aber vor allem als Historiker bekannt. Schramm trat 1914 in die Preußische Armee ein und nahm bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Leutnant. Nach dem Krieg studierte er Geschichte, Kunstgeschichte, Historische Hilfswissenschaften und Staatsrecht, promovierte und etablierte sich als Mittelalter-Historiker. 1928 folgte die Habilitation. Von 1934 bis 1938 war Schramm Mitglied der Reiter-SA. Seine Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus war zumindest angepasst. Im Jahr 1939 in die Wehrmacht eingezogen , wurde Schramm im Oberkommando der Wehrmacht als Kriegstagebuchführer (zusammen mit Helmuth Greiner) eingesetzt, zuletzt als Major. Dieses Kriegstagebuch des OKW brachte Schramm schließlich zwischen 1961 und 1969 in einer kommentierten Edition heraus. In US-Kriegsgefangenschaft bis 1948 nahm Schramm danach seine Universitätstätigkeit wieder auf. Im Jahr 1970 ist Schramm in Göttingen verstorben.
RW 4/457 u.a.: Genehmigung zur Veröffentlichung des Manuskripts von Percy Ernst Schramm "Deutschland und Übersee" (1945); Ablehnung der Ausarbeitung von Percy Ernst Schramm über die Ereignisse im Westen, 17. Sept. - 16. Dez. 1944 (1945)
Im Bundesarchiv werden die Unterlagen des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht und des dort geführten Kriegstagebuchs des OKW verwahrt.
1920 Ahnentafel der Familien Goßler & Schramm in Hamburg
1921 Verzeichnis gedruckter Quellen zur Geschichte Hamburgischer Familien unter Berücksichtigung der näheren Umgebung Hamburgs
1928 Die zeitgenössischen Bildnisse Karls des Grossen
1928 Kaiser, Rom und Renovatio. Studien und Texte zur Geschichte des römischen Erneuerungsgedankens vom Ende des Karolingischen Reiches bis zum Investiturstreit
im Dritten Reich
1937 Geschichte des englischen Königtums im Lichte der Krönung
1943 Hamburg, Deutschland und die Welt
in der Bundesrepublik
1949 Kaufleute zu Haus und über See
1950 Deutschland und Übersee. Der deutsche Handel mit den anderen Kontinenten, insbesondere Afrika, von Karl V. bis zu Bismarck. Ein Beitrag zur Geschichte der Rivalität im Wirtschaftsleben
1952 Die Anerkennung Karls des Grossen als Kaiser
1954 Bürgertum: Geschichte und Aufgabe
1954-1956 Herrschaftszeichen und Staatssymbolik. Beiträge zu ihrer Geschichte vom dritten bis zum sechzehnten Jahrhundert
1955 Kaiser Friedrich II. Herrschaftszeichen
1957 Die Kaiseridee des Mittelalters
1958 Sphaira, Globus, Reichsapfel. Wanderung und Wandlung eines Herrschaftszeichens von Caesar bis zu Elisabeth II. Ein Beitrag zum „Nachleben“ der Antike
1961-1969 Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab). 1940–1945. Geführt von Helmuth Greiner und Percy Ernst Schramm (4 Bände)
1962 Denkmale der deutschen Könige und Kaiser Band 1: Ein Beitrag zur Herrschergeschichte von Karl dem Großen bis Friedrich II. 768–1250
1962 Hamburger Biedermeier
1962 Die Niederlage 1945
1963 Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier 1941–1942 (mit Henry Picker)
1963 Die Invasion 1944
1963-1964 Neun Generationen. Dreihundert Jahre deutscher „Kulturgeschichte“ im Lichte der Schicksale einer Hamburger Bürgerfamilie (1648–1948)
1969 Gewinn und Verlust. Die Geschichte der Hamburger Senatorenfamilien Jencquel und Luis (16. bis 19. Jahrhundert). Zwei Beispiele für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel in Norddeutschland
1978 Denkmale der deutschen Könige und Kaiser Band 2: Ein Beitrag zur Herrschergeschichte von Rudolf I. bis Maximilian I. 1273–1519
* 20. April 1898 in Hersbruck; † 27. Dezember 1983 in Prien am Chiemsee
Wilhelm von Schramm war Offizier der Bayerischen Armee und der Wehrmacht. Im Januar 1915 in die Bayerische Armee eingetreten, nahm Schramm am Ersten Weltkrieg bis 1918 teil, zuletzt als Leutnant. Durch die Verleihung des Militär-Max-Josephs-Ordens 1917 wurde Wilhelm Schramm zum „Ritter von Schramm“ nobilitiert. Im Jahr 1919 aus der Armee ausgeschieden, war Schramm nach einem Germanistik-Studium, abgeschlossen mit der Promotion, zunächst als Lehrer an Volkshochschulen und ab 1924 als Journalist tätig, ab 1930 bei den „Münchner Neuesten Nachrichten“. Im Jahr 1933 als politisch unzuverlässig entlassen, war er bis 1935 als Schriftsteller tätig und ab 1935 Verlagsleiter des zu Ullstein gehörenden Arcadia-Verlags. Ab 1937 war Schramm als Chefredakteur der Zeitschrift „Deutsche Infanterie“ beschäftigt. Im Jahr 1939 für die Wehrmacht reaktiviert, war Schramm zunächst als Zensur-Offizier und Ordonnanz-Offizier bei Armeeoberkommandos eingesetzt, aber schließlich auch als Kriegsberichter. Ab September 1944 war Schramm in der Abteilung für Wehrmachtpropaganda im Oberkommando der Wehrmacht verantwortlich für die Abfassung des Wehrmachtberichts, zuletzt als Major. Nach Kriegsende war Schramm bis 1946 in US-Kriegsgefangenschaft und im Anschluß bis 1947 Pressechef der Evangelischen Hilfe. Ab 1947 war Schramm wieder als Schriftsteller tätig. Im September 1957 trat er als Angestellter in den Dienst der Bundeswehr, wurde Referent im Wehrbezirkskommando VII (München) und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politische Wissenschaften in München. Im Jahr 1983 ist Schramm in Prien am Chiemsee verstorben.
Im Bundesarchiv wird Schramms Nachlass verwahrt, dazu seine militärischen Personalakten.
N 633 (Schramm, Dr. Wilhelm Ritter von (Major d.R., Schriftsteller)) (40 AE) Korrespondenz und Arbeitsunterlagen zu Schramms Veröffentlichungen; Vortragsmanuskripte, Materialsammlungen zu deutschen Geheimdiensten, zur „Roten Kapelle“, zum Widerstand, zu Clausewitz. Dazu Unterlagen zu einem Projekt „Schicksale deutscher Berufssoldaten 1945-1953“ und Notizbücher
1922 Ueber die Träume und Traumdichtungen bei Jean Paul
1930 Vorpostengefecht
1930 Schöpferische Kritik des Krieges (in Ernst Jünger: Krieg und Krieger)
1931 Die Allgäuer Botschaft
1932 Radikale Politik. Die Welt diesseits und jenseits des Bolschewismus
im Dritten Reich
1933 Die Theaterkritik im neuen Deutschland
1933 Die roten Tage. Roman aus der Münchener Rätezeit
1933 Die Ohrfeige im Graben
1934 Neubau des deutschen Theaters
1939 Ostwärts von Tarnopol
in der Bundesrepublik
1949 Rommel: Schicksal eines Deutschen
1953 Der 20. Juli in Paris
1954 Erhebung 1944
1954 Die Stunde der Volkshochschule
1957 Staatskunst und bewaffnete Macht
1964 Aufstand der Generale. Der 20. Juli in Paris
1964 Beck und Goerdeler: Gemeinschaftsdokumente für den Frieden 1941–1944
1967 Verrat im Zweiten Weltkrieg
1970 Doppelspiel
1973 Sprich vom Frieden, wenn du den Krieg willst
1974 Geheimdienst in Europa 1937–1945
1974 Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg. Organisationen, Methoden, Erfolge
1976 Clausewitz. Leben und Werk
1979 Die Bücherkiste. Das literarische München 1919–1924
1980 Hitler und die Franzosen
* 23. Juli 1908 in Konstantinopel; † 9. Oktober 1960 bei Léopoldville, Kongo
Hans-Jürgen Soehring war Offizier der Wehrmacht und Botschafter. Nach einem Jurastudium und dem 2. Staatsexamen trat Soehring 1937 in die NSDAP ein und bat um Übernahme in den Militärjustizdienst der Luftwaffe. Noch 1937 trat er in die Wehrmacht, Luftwaffe, ein, war zunächst Kriegsgerichtsrat, zuletzt Oberleutnant. Von August 1937 bis Januar 1938 war Soehring als Kriegsrichter bei der Legion Condor eingesetzt. Es folgte eine Verwendung als Kriegsrichter beim Feldgericht des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftgau IV. Im Juni 1940 wurde er in selber Verwendung versetzt zum Feldgericht des Kommandeurs der Luftwaffe bei der Heeresgruppe B. Damit einher ging eine Versetzung nach Paris und dort stand Soehring ab 1940 in einer Liebesbeziehung zu der damals sehr populären französischen Filmschauspielerin Arletty (d.i. Léonie Bathiat; 1898-1992). Soehring wurde noch 1943 als Feldwebel und Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe und Dienstaufsichtsrichter geführt und als geeignet zum Kriegsoffizier beschrieben. Im Mai 1943 wurde von der Division „Hermann Göring“ erbeten, Soehring zu diesem Verband zu versetzen. Im Antrag der Division wird Soehring als „ein persönlicher Bekannter des Herrn Reichsmarschalls“ bezeichnet, die Versetzung solle auf Wunsch des Reichsmarschalls erfolgen. Eine noch 1943 vorgebrachte Bitte seiner neuen Dienststelle um bevorzugte Beförderung zum Oberleutnant wurde allerdings abgelehnt, da Soehring bereits im Rahmen der sogenannten „Richteraktion“ (Übernahme ziviler Juristen in den Militärjustizdienst und beschleunigte Durchbeförderung zum Offizier) „im Eiltempo“ vom Gefreiten zum Leutnant befördert worden sei und sich vor einer erneuten Beförderung erst als Truppenführer im Feldeinsatz bewähren müsse. Diese Episode wird im Internet vereinzelt falsch dargestellt. Im März 1944 befand sich Soehring bei der Fallschirm-Panzerdivision „Hermann Göring“, mittlerweile als Oberstabsrichter. Im August 1944 wurde er zum Reichskriegsgericht versetzt. Nach dem Krieg war Soehring zunächst als Schriftsteller tätig, war Mitglied der „Gruppe 47“ und erlangte 1948 mit seiner Veröffentlichung „Cordelia“ Aufmerksamkeit. Er ging schließlich nach Argentinien, kehrte jedoch zurück und trat 1954 in den Auswärtigen Dienst ein. Er ging als Konsul 1. Klasse nach Luanda in Portugiesisch-Angola, wurde 1957 Generalkonsul in Belgisch-Kongo und 1960 dort Botschafter. Bei den Unruhen im Jahr 1960 organisierte Soehring den Schutz der dortigen Deutschen. Beim Baden im Fluß Kongo ist Soehring 1960 tödlich verunglückt.
Im Bundesarchiv wird Soehrings militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/162260 Personalakte der Wehrmacht (Luftwaffe)
Das Bundesarchiv verwahrt die noch vorhandenen Unterlagen des Feldgerichts des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftgau IV.
Ebenfalls überliefert sind die noch vorhandenen Unterlagen des Feldgerichts des Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ und der Gerichte unterstellter Verbände.
* 10. Mai 1880 in Gleiwitz; † 18. Mai 1967 in Hamburg
Arno Spindler war Offizier der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine. Im Jahr 1898 in die Kaiserliche Marine eingetreten, nahm Spindler als Angehöriger des Kreuzergeschwaders von 1900 bis 1902 an der Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes in China teil. Ab 1907 war Spindler Chef einer Unterseeboots-Halbflottille. Ab 1915 wurde er im Reichsmarineamt als Dezernent und ab 1917 als Abteilungschef für Unterseebootswesen eingesetzt. Nach dem Krieg wurde Spindler in die Reichsmarine übernommen, wurde 1921 Chef des Stabes des Allgemeinen Marineamtes und hatte ab 1923 Leitungsfunktionen im Marinekommandoamt inne. Im Oktober 1925 schied Spindler aus dem aktiven Dienst aus und wurde Sachbearbeiter im Marinearchiv. Er verfasste mehrere Bände des Reihenwerks „Der Krieg zur See 1914-18“ und weitere Einzelbände. Von September 1939 bis Mai 1943 wurde er als wissenschaftlicher Referent in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung im Oberkommando der Kriegsmarine verwendet. Ab 1939 wurde er zusätzlich als stellvertretender Prisenrichter am Oberprisenhof Berlin eingesetzt. Im Jahr 1940 wurde er wieder in aktiven Dienst als Offizier übernommen. Im Mai 1943 wurde er schließlich als Konteradmiral aus dem aktiven Dienst entlassen, blieb aber weiter in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung beschäftigt. Nach dem Krieg veröffentlichte Spindler weitere Werke zu marinehistorischen, aber auch politischen Themen. Im Jahr 1967 ist Spindler in Hamburg verstorben.
Im Bundesarchiv wird Spindlers militärische Personalakte überliefert.
PERS 6/2452 Personalakte der Wehrmacht (Kriegsmarine)
Weitere relevante Archivalien:
RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine.- Handakten von Konteradmiral a. D. Arno Spindler
RM 8 Sammlung von Konteradmiral a. D. Spindler betr. den Handelskrieg mit Unterseebooten“
RM 20 Sammlung von Konteradmiral a. D. Spindler betr. fremde Unterseebootentwicklung
RM 20/1567 u.a. Spindler, Arno: "Aufgaben und Organisation eines Seekriegsleitungsstabes, unter Berücksichtigung der Entwicklung des deutschen Admiralstabes" (1926)
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1932 Der Krieg zur See 1914 – 1918: Der Handelskrieg mit U-Booten. Band 1. Vorgeschichte
im Dritten Reich
1933 Der Krieg zur See 1914 – 1918: Der Handelskrieg mit U-Booten. Band 2. Februar bis September 1915
1934 Der Krieg zur See 1914 – 1918: Der Handelskrieg mit U-Booten. Band 3. Oktober 1915 bis Januar 1917
1935 Der "Lusitania"-Fall
1941 Der Krieg zur See 1914 – 1918: Der Handelskrieg mit U-Booten. Band 4. Februar bis Dezember 1917
1942 Die Wehrkraft der Vereinigten Staaten
in der Bundesrepublik
1954 Aus Paris nichts Neues
1960 Wie es zu dem Entschluss zum uneingeschränkten U-Boots-Krieg 1917 gekommen ist
1966 Der Krieg zur See 1914 – 1918: Der Handelskrieg mit U-Booten. Band 5. Januar bis November 1918
* 10. Juli 1902 in Berlin; † 1. November 1983 in Tutzing
Hermann Teske war der zweite Leiter der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs und zuvor Offizier der Reichswehr und der Wehrmacht. Im April 1922 war Teske in die Reichswehr eingetreten. Er stand ab 1924 bei dem in der Reichswehr prominenten Infanterie-Regiment 9. Als Offizier (seit 1923) war Teske ab Anfang der 1930er Jahre im Bereich der körperlichen/sportlichen Ausbildung tätig und wechselte schließlich 1936 an die Kriegsakademie. Ab Juli 1938 stand Teske im Generalstabsdienst. Von 1940 ab folgten mehrere Jahre mit Verwendungen im Transportwesen an der Front, insbesondere ab Januar 1942 als Deutscher Transportbevollmächtigter für Finnland und ab Februar 1943 als General des Transportwesens der Heeresgruppe Mitte. Ab Dezember 1944 Kommandeur des Grenadier-Regiments 326 und schließlich einer Kampfgruppe, wurde Teske schwer verwundet. Kurzzeitig befand er sich gegen Kriegsende in Ehrenhaft des Reichsführers-SS. Nach US-Kriegsgefangenschaft zunächst 1945 und erneut 1946/47, folgte seine Mitarbeit bei der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Armee. Ab 1948 war Teske als Schriftsteller tätig, zu militärischen Themen. Ab 1957 war er Chefredakteur der Zeitschrift „Wehrkunde“. Als 1960 ein Nachfolger für den in den Ruhestand getretenen ersten Leiter der Abt. Militärarchiv des Bundesarchivs gesucht wurde, fiel die Wahl auf ihn. Von 1960 bis 1966 leitete Teske die Abt. Militärarchiv und konnte dabei insbesondere seine zahlreichen persönlichen Kontakte zu ehemaligen hochrangigen Offizieren der Wehrmacht, bzw. deren Familien für die Einwerbung privater ebenso wie amtlicher Unterlagen nutzen. Im Jahr 1966 ist Teske auf eigenen Wunsch aus dem Dienst ausgeschieden und 1983 in Tutzing verstorben.
Im Bundesarchiv wird Teskes Nachlass verwahrt, dazu seine militärischen und zivilen Personalakten.
N 407 (Teske, Hermann (Oberst, Oberarchivrat)) (120 AE) Tagebuchaufzeichnungen von den Kriegsschauplätzen an der Ostfront und aus Finnland, u.a. als General des Transportwesens der Heeresgruppe Mitte; Schriftwechsel mit General Vincenz Müller. Im Nachlass ist ein Band mit drei Erzählungen Teskes überliefert (N 407/98).
MSG 2/10650 Brief von Claus Schenk von Stauffenberg an Hermann Teske zum Tode von Teskes Vater (Kopie)
MSG 2/19769 Hermann Teske.- Porträtfoto (ca. 1960-1967)
RH 19-II/325-326 Handakten des Generals des Transportwesen Mitte, Oberst i. G. Teske (1943/44)
RH 20-17/15 Oberst i.G. a.D. Hermann Teske.- Die Offensiv-Operationen der 17. Armee im Osten bis zum Dnjepr 1941 (Lemberg - Tarnopol - Uman von) (1941)
RH 20-17/706 Tagebuchartige Aufzeichnungen des Bevollmächtigten Transportoffiziers der 17. Armee 30.6.-11.7.1941, u.a. von Major i.G. Teske
RL 1/5 u.a. Aufhebung der Ehrenhaft für Hermann Teske und andere Personen und Überlegung zum Einsatz der Frontbewährung bei der 6. SS-Armee
Im Bundesarchiv werden als Unterlagen des Deutschen Transportbevollmächtigten Finnland nur die Handakten von Oberstleutnant Teske verwahrt.
Unterlagen des Grenadier-Regiments 326 von 1944 sind nicht überliefert.
Werk in Auswahl:
in der Weimarer Republik
1930 Nahkampf-Schule
im Dritten Reich
1933 Wehrhaft durch Körpererziehung
1936 Zehntausend Mann. Die zogen ins Manöver … Ein Erlebnisbericht
1936 Vormilitärische Schulerziehung
1938 Aufgaben und Stellung des Unteroffiziers (Der Unteroffizier Heft 1)
1938 Der Sport- und Sportgeräte-Unteroffizier (Der Unteroffizier Heft 7)
1939 Wir marschierten für Grossdeutschland. Erlebtes und Erlauschtes aus dem großen Jahre 1938
in der Bundesrepublik
1952 Die silbernen Spiegel. Generalstabsdienst unter der Lupe
1955 Bewegungskrieg. Führungsprobleme einer Infanterie-Division im Westfeldzug 1940
1957 Colmar Freiherr von der Goltz. Ein Kämpfer für den militärischen Fortschritt
1965 General Ernst Köstring. Der militärische Mittler zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, 1921–1941
1968 Berlin und seine Soldaten. 200 Jahre Berliner Garnison
1974 Wenn Gegenwart Geschichte wird …
* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg
Kurt Tucholsky war zunächst vor allem ein äußerst bekannter Schriftsteller – hoch angesehen von vielen damals wie heute, scharf verurteilt und abgelehnt vor allem von konservativen und nationalistischen Kreisen, insbesondere durch die Nationalsozialisten. Davon abgesehen war Tucholsky aber auch Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Jurastudium wurde Tucholsky 1915 zur Preußischen Armee eingezogen. Nach eigenem Bekennen allem Militärischen völlig abhold, stieg Tucholsky dennoch in den Rang eines Vizefeldwebels auf. Von 1916 bis 1918 wurde er bei der Herausgabe der Feldzeitung der Artillerie-Fliegerschule Ost „Der Flieger“ eingesetzt, in der er eigene Gedichte unter Pseudonym („Theobald Tiger“) platzierte. In den 1920er Jahren veröffentlichte Tucholsky zahlreiche Texte, oft unter Pseudonym, in denen er scharfe Kritik an Regierung und Militär, aber vor allem auch am aufkommenden Nationalsozialismus übte. Als Journalist schrieb er vor allem auch für die Zeitschrift „Weltbühne“. Im Jahr 1930 emigrierte Tucholsky desillusioniert bezüglich der weiteren Entwicklung in Deutschland nach Schweden. Bei den öffentlichen Bücherverbrennungen im Mai 1933 wurden auch Tucholskys Werke dem Feuer übergeben. Im Jahr 1935 ist Tucholsky in Göteborg, vermutlich durch Suizid, verstorben.
Im Militärarchiv sind die Ausgaben der durch Tucholsky herausgegebenen Feldzeitung „Der Flieger“ überliefert, darin mehrere kleine Beiträge von ihm selbst (unter dem Pseudonym „Theobald Tiger“).
PH 21/215-216 Feldzeitung der Artillerie-Fliegerschule Ost "Der Flieger" (1916-1918)
Werk in Auswahl:
im Kaiserreich
1912 Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte.
1914 Der Zeitsparer
1915 Die Vormerkung aus § 1179 BGB und ihre Wirkungen
in der Weimarer Republik
1919 Fromme Gesänge
1920 Träumereien an preußischen Kaminen
1922 Kasperle als Spitzel
1922 Die entartete Prinzeß
1927 Ein Pyrenäenbuch
1928 Mit 5 PS
1929 Deutschland, Deutschland über alles. Ein Bilderbuch
1929 Das Lächeln der Mona Lisa
1931 Lerne lachen ohne zu weinen
1931 Schloß Gripsholm
im Dritten Reich
1934 Saar-Verrat des Hakenkreuzes?
1935 Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas
* 19. Juli 1832 in Freystadt; † 30. September 1910 in Stockholm, Schweden
Julius von Verdy du Vernois war ein preußischer General und Kriegsminister und darüber hinaus einer der bekanntesten Militärschriftsteller seiner Zeit. Im Jahr 1844 in die Preußische Armee eingetreten, wurde Verdy du Vernois in den Einigungskriegen als Offizier eingesetzt. Im Deutschen Krieg 1866 war er Angehöriger des Stabes der vom preußischen Kronprinzen geführten 2. Armee. Von 1868 bis 1871 leitete Verdy du Vernois die kriegsgeschichtliche Abteilung des Großen Generalstabs. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 war er Abteilungschef im Großen Hauptquartier und kehrte danach wieder in den Großen Generalstab zurück. Ab 1875 war er als Brigade-Kommandeur eingesetzt. Verdy du Vernois trat als Verfasser grundlegender militärtheoretischer Schriften hervor und fand darin große nationale wie internationale Resonanz. Von 1879 bis 1883 war er Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Preußischen Kriegsministerium. Im Jahr 1887 wurde er Gouverneur von Straßburg und schließlich ab 1889 Preußischer Kriegsminister. Im Jahr 1890 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Dienst. Verdy du Vernois publizierte weiterhin und war ein international hoch angesehener Militärtheoretiker und -schriftsteller. Im Jahr 1910 ist Verdy du Vernois in Stockholm verstorben.
Im Bundesarchiv bildet sich Verdy du Vernois‘ Tätigkeit in den Unterlagen der von ihm geleiteten Dienststellen ab. Darüber hinaus gibt es lediglich ein biographisches Dokument.
MSG 2/20152 Dr. Theodor Toeche-Mittler: "Stammbaum der literarischen Kinder Seiner Exzellenz des Königlichen Generals der Infanterie, Chefs des Infanterie-Regiments Graf Schwerin (3. Pomm.) Nr. 14, Herrn Dr. Julius von Verdy du Vernois"
Weitere relevante Archivalien:
N 253/363 u.a. Schriftwechsel von Alfred von Tirpitz mit Julius von Verdy du Vernois (1909)
N 324/5 Ansprachen aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens des Preußischen Kriegsministeriums.- Ansprache von Julius von Verdy du Vernois als Führer der Abordnung ehemaliger Angehöriger des Kriegsministeriums
Das Bundesarchiv verwahrt die Überlieferung des Preußischen Kriegsministeriums ab 1867.
1876 Kriegsgeschichtliche Studien nach der applikatorischen Methode. Heft I, Taktische Details aus der Schlacht von Custoza am 24. Juni 1866
1876 Beitrag zu den Kavallerie-Übungs-Reisen
1876 Beitrag zum Kriegsspiel
1889 Über Praktische Felddienst-Aufgaben
1891 Studien über den Krieg. Auf Grundlage des deutsch-französischen Krieges 1870/71
1894 Im Großen Hauptquartier 1870/71. Persönliche Erinnerungen
1895 Studien über Felddienst. Neu bearbeitet auf Grund der Felddienst-Ordnung vom 20. Juli 1894
1900 Im Hauptquartier der Zweiten Armee 1866 unter dem Oberbefehl Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen Friedrich Wilhelm v. Preußen
1905 Im Hauptquartier der Russischen Armee in Polen 1863–1865
1908 Grenz-Detachements
In Anbetracht der großen kriegsbedingten Schriftgutverluste im militärischen Überlieferungsbereich ist es nicht erstaunlich, dass die Überlieferung zu Schriftstellern, Publizisten und Journalisten mit militärischer Vergangenheit bis 1945 äußerst fragmentarisch ist. Zu vielen prominenten Schriftstellern können im Schriftgut des Militärarchivs keine oder nur sehr rudimentäre Hinweise festgestellt werden. Relevantes Schriftgut, das vermutlich einst vorhanden war, muss heute in vielen Fällen als kriegsbedingt verloren angesehen werden.
Dies betrifft zum Beispiel die folgenden Schriftsteller, zu denen sich zumindest in der Abt. Militärarchiv bislang weder Nachlässe, noch irgendwelche Werke, noch personenbezogene Unterlagen ermitteln ließen. Das schliesst nicht aus, dass zum Beispiel im Schriftgut der ehemaligen Wehrmachtauskunftstelle, das heute in der Abteilung DR (Deutsches Reich) des Bundesarchivs verwahrt wird, Unterlagen oder Karteieinträge vorliegen. Eine personenbezogene Recherche dort kann also durchaus sinnvoll sein (weitere Informationen unter „Benutzungshinweise“):
Alfred Andersch
Gottfried Benn
Werner Bergengruen
Heinrich Böll
Hans Gustav Bötticher („Joachim Ringelnatz“)
Rudolf Borchardt
Wolfgang Borchert
Georg Britting
Lothar-Günther Buchheim
Hans Carossa
Alfred Döblin
Günter Eich
Günter Grass
Rudolf Hagelstange
Wolf Justin Hartmann
Curt Jany
Friedrich Georg Jünger
Erich Kästner
Johann Wilhelm Kinau („Gorch Fock“)
Siegfried Lenz
Alexander Lernet-Holenia
Alfred Lichtenstein
Detlev von Liliencron
Friedrich Sieburg
Ernst Stadler
August Stramm
Frank Thiess
Fritz von Unruh
Arnold Vieth von Golßenau („Ludwig Renn“)
Alfred Weidenmann
Peter von Zahn
Kurt Zentner
Carl Zuckmayer
Davon abgesehen sind vereinzelt Schriftstellerinnen im militärischen Schriftgut dokumentiert. So zum Beispiel in der Zeitschrift „Die Heeresverwaltung“, 8. Jahrgang, Heft 2 (1943) ein Beitrag von Ina Seidel, der vor und nach 1945 sehr bekannten Schriftstellerin: RH 9/272 u.a. Seidel, Ina: „Frauen im Dienste des Heeres“ – ein sehr regimegemäßer Beitrag der sehr regimenahen Autorin.
Recherchestrategien
1. Prüfung auf Nachlässe
Der erste Ansatz sollte immer sein, zu prüfen, ob zu der gesuchten Person ein Nachlass überliefert ist. Dies kann in invenio an zwei Stellen geprüft werden. Unter diesem Link kann festgestellt werden, ob zur gesuchten Person ein förmlicher Nachlassbestand vorhanden ist:
In der Tektonik des Bundesarchivs aufzufinden über: „Bestände“ > „Nachlässe und Sammlungen“ > „Nachlässe“. Die Nachlassbestände sind alphabetisch sortiert.
Zusätzlich können Nachlassunterlagen aber auch im Sammelbestand MSG 2 „Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte 1849-1945“ vorliegen. Dort finden sich entsprechende Unterlagen ebenfalls nach Namen alphabetisch sortiert, siehe folgender Link:
In der Tektonik erreichbar ist diese Stelle über: „Sammlungen“ -> „Militärgeschichtliche Sammlungen“ -> „MSG 2“ und dort in der „Klassifikation“ über „MSG 2“ > „Neue personenbezogene Klassifikation zum Zeitraum 1849-1949“ und dort alphabetisch sortiert.
Zu beachten ist, dass bei privaten Unterlagen besondere Benutzungsbedingungen, eventuell sogar Benutzungsbeschränkungen vorliegen können. Unter Umständen können Digitalisate aus diesem Grund auf privaten Rechnern nicht geöffnet werden. In diesen Fällen kontaktieren Sie bitte die Abt. Militärarchiv: militaerarchiv@bundesarchiv.de, damit wir Ihnen weiterhelfen können.
2. Prüfung auf personenbezogene Unterlagen
Eine zweite Prüfung sollte auf amtliche personenbezogene Unterlagen abzielen, siehe folgender Link:
In invenio erreichen Sie die entsprechende Recherchemöglichkeit über den Reiter „Suche“. Dort gehen Sie auf „Namenssuche“ und können, ggf. unter Nutzung der angebotenen Filtermöglichkeiten, nach der gewünschten Person recherchieren.
Zu beachten ist, dass bei personenbezogenen Unterlagen eventuell noch gültige personenbezogene Schutzfristen wirksam sein können. Auch hier kann es deshalb sein, dass Digitalisate auf privaten Rechnern nicht geöffnet werden können. In diesen Fällen kontaktieren Sie bitte die Abt. Militärarchiv: militaerarchiv@bundesarchiv.de. Wir helfen Ihnen weiter. Es ist auch durchaus möglich, dass über die für Sie recherchierbaren Unterlagen hinaus personenbezogene Hinweise vorhanden sind. Es kann daher durchaus sinnvoll sein, eine förmliche personenbezogene Anfrage zu stellen. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter diesem Link.
3. Allgemeine Recherche mit Namen
Die gesuchte Person kann aber auch ganz allgemein Gegenstand des Handelns einer Behörde geworden sein, sei es dass die Person Korrespondenz mit einer Behörde führte oder die Behörde sich aus ihrer Zuständigkeit mit der Person befasste. Daher ist es sinnvoll, mit dem Namen der Person eine allgemeine Recherche durchzuführen. Hierzu geben Sie in invenio bei „Suchbegriffe“ den entsprechenden Namen ein. Sie können dabei auf der linken Seite in der Tektonik den Suchbereich näher eingrenzen.
4. Suche nach Schriftgut der relevanten Dienststellen
Wenn Sie Dienststellen, Verbände oder Einheiten wissen, bei denen die gesuchte Person tätig war, können Sie nach Schriftgut dieser Stellen recherchieren. Sie gehen ebenfalls über invenio vor. Sie können die Bezeichnung dieser Einrichtung in „Suchbegriffe“ eingeben und so direkt danach recherchieren. Hier kann es wichtig sein, mit eingeschränkten Suchwörtern und/oder Trunkierungen zu arbeiten. Oder Sie gehen über die Tektonik auf der linken Seite vor. Dort können Sie sich durch die Überlieferungsbereiche des Bundesarchivs „durchklicken“. Die Überlieferung der preußisch-deutschen Streitkräfte bis 1945 finden Sie unter diesem Link oder in der Tektonik über: „Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945)“ > „Militär“ und dort nach Streitkräften unterteilt.
Unterlagen zu Soldaten als Schriftsteller einsehen
Das Bundesarchiv hat die Aufgabe, Archivgut konservatorisch zu sichern, inhaltlich zu erschließen und zugänglich zu machen. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Recherchen und ermöglichen Ihnen die selbstständige Benutzung des Archivguts. Mit der Datenbank invenio können Sie in unseren Beständen recherchieren. Hier finden Sie ausführliche Hilfen zur Benutzung von invenio. Digitalisierte Akten können Sie online über invenio einsehen oder als Scans herunterladen.
Online einsehen
Das Bundesarchiv verfolgt das Ziel, sämtliche Bestände der Wehrmacht und Waffen-SS zu digitalisieren und online zugänglich zu machen. Aufgrund der schieren Menge an Akten wird es jedoch noch mehrere Jahre dauern, bis dieses Ziel erreicht wird. Digital einsehbare Unterlagen erkennen Sie in invenio an dem Link „Digitalisat anzeigen“.
Bitte beachten Sie, dass aufgrund der angesprochenen Digitalisierungsbestrebungen des Bundesarchivs einzelne Bestände zeitweise für die Benutzung gesperrt sein können. Aktuelle Hinweise hierzu finden Sie hier.
Weitere Möglichkeiten
Für die Benutzung von Archivgut, das nicht digitalisiert vorliegt, haben Sie drei Möglichkeiten:
Die oben genannten Nachlassbestände liegen im Bundesarchiv aufgrund von privatrechtlichen Vereinbarungen vor. Besondere Benutzungsbedingungen bestehen nicht. Die Benutzung dieser Nachlassbestände unterliegt keinen anderen Bedingungen als der Beachtung der Persönlichkeitsrechte Betroffener und Dritter. Zu diesen zählen insbesondere auch die aus dem Urheberrecht erwachsenden Nutzungs- und Verwertungsrechte.
Wenn Sie die besagten Nachlassbestände einsehen möchten, bitten wir Sie, neben Ihrem Benutzungsantrag auch die Besondere Verpflichtungserklärung für die Nutzung von Archivgut privater Herkunft einzureichen. Da es sich um Unterlagen privater Herkunft handelt, ist für die Benutzung die Unterzeichnung einer solchen Erklärung erforderlich. Sie verpflichten sich damit, die schutzwürdigen Belange von Personen, die in den Unterlagen genannt werden, angemessen zu wahren und Urheberrechte zu beachten.
Bei dem Bestand MSG 2 ist, da es sich um eine Sammlung zahlreicher privater Abgaben handelt, stets eine individuelle Prüfung der Akten und deren Rechtesituation nötig. Wenn Sie Akten gefunden haben, die Sie gern einsehen möchten, dann bitten wir Sie, uns deren Archivsignaturen mitzuteilen. In der Regel ist die Benutzung von Akten aus MSG 2 nicht an besondere Benutzungsbedingungen geknüpft und die Unterzeichnung einer besonderen Verpflichtungserklärung genügt. Die Rechtesituation erfordert jedoch eine der Benutzung vorausgehende Prüfung. Hierfür bitten wir um Ihr Verständnis.
Um unser digitales Beratungsangebot kontinuierlich zu verbessern, freuen wir uns über Ihre Anregungen und Wünsche. Teilen Sie uns diese gerne mit unter: militaerarchiv@bundesarchiv.de.
Dr. Thomas Menzel Stand: Februar 2026
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