Am 4. und 5. November 2021 trafen sich in Rastatt Mitglieder von über 50 Museen, Erinnerungs- und Gedenkorten, Vereinen, Archiven, Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen aus ganz Deutschland, um sich für das 2023/24 anstehende 175-jährige Jubiläum der Revolution von 1848/49 zu vernetzen. Das Ziel der geplanten Kooperation ist es, die Sichtbarkeit dieses wichtigen demokratiegeschichtlichen Jubiläums auf regionaler, nationaler und auch europäischer Ebene zu erhöhen, handelte es sich bei dieser Revolution doch um die erste europaweite Bewegung für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.
Die Tagung wurde vom Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen und der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte organisiert und von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete ein gleichermaßen umfang- wie abwechslungsreiches Programm: Nach einleitenden Vorträgen zur Aktualität der Revolution von 1848/49 und zum Erinnern auf europäischer Ebene widmeten sich mehrere Beiträge dem Thema, wie die Revolution von 1848/49 durch eine stärkere Einbeziehung historischer Persönlichkeiten anschaulicher präsentiert werden kann. In Arbeitsgruppen wurden die Vortragsimpulse weiter vertieft.
Ein Abendvortrag zu der Frage, ob und wie der Blick auf die Demokratiegeschichte die heutige Demokratie stärken kann, beendete den ersten Tag. Nachdem Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt hatte, beleuchtete Prof. Dr. Peter Steinbach, der Wissenschaftliche Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die demokratische Entwicklung in Deutschland von der Revolution 1848/49 über die Weimarer Republik und den schwierigen Neuanfang nach 1945 und thematisierte auch die Herausforderungen, vor denen die Demokratie heute steht. Musikalisch eingerahmt wurde der Vortrag durch Revolutionslieder des Theaterensembles „Axensprung“, das für das Jubiläum ein Theaterstück zur Revolution von 1848/49 vorbereitet.
Am zweiten Konferenztag widmeten sich die Teilnehmenden in Vortragsrunden und Arbeitsgruppen weiter der Frage, mit welchen Vermittlungsangeboten das öffentliche Interesse für 1848/49 gestärkt werden könne. Szenische Inszenierungen, die Neuentdeckung historischer Orte, die Anwendung von digitalen Elementen und Online-Angeboten oder die Einbeziehung von Social Media in die Vermittlung waren nur einige der Möglichkeiten, die erörtert wurden. Führungen durch das Stadtmuseum Rastatt sowie durch die Erinnerungsstätte rundeten das Programm ab.
Um zahlreiche Impulse für ihre Arbeit und für das Jubiläum 2023/24 reicher, trennten sich die Tagungsteilnehmer mit der festen Absicht, ihre jeweiligen Aktivitäten, Planungen und Vermittlungsformate für das Revolutionsjubiläum weiter abzustimmen und zu koordinieren.
Das Programm zum Download: Auftakttagung Jubiläumsnetzwerk 1848/49 (PDF, 203 KB, Datei ist nicht barrierefrei ⁄ barrierearm)