Beim diesjährigen Fest der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober in Saarbrücken erfreute sich das Zelt des Bundesarchivs eines großen Interesses. Viele Besucherinnen und Besucher waren erstaunt, dass die Staatssicherheit der DDR „so tief im Westen“ aktiv war. Auch das neue Dokumentenheft „Die Stasi im Saarland“ fand großen Absatz.
Das Bundesarchiv war mit vielfältigen Angeboten vor Ort. Besonders beliebt waren die historischen Fotos von Saarbrücken aus den verschiedensten Jahrzehnten. Die Besucherinnen und Besucher rätselten, wo dieses Gebäude einmal stand und wie sich jene Straße im Laufe der Jahre verändert hat.
Großes Interesse gab es auch in diesem Jahr wieder an den Anträgen zur Akteneinsicht. Egal, ob Einsicht in die eigene Stasi-Akte oder Familienforschung zu Großvater und Urgroßvater während der beiden Weltkriege: Viele Gäste ließen sich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beraten.
Ihr Wissen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Geschichtsquiz am Stand testen, um anschließend in Reproduktionen wichtiger Akten des Bundesarchivs zu blättern. Der Einheitsvertrag, Schindlers Liste und die Stasi-Dokumentation einer Ballon-Flucht waren einige der beliebtesten Akten. Für alle, die sich für alte Schriften interessierten, wurden Einführungen zu Sütterlin- und Kurrent-Schriften angeboten.
Am 23. Oktober 1955 entschied die Bevölkerung des Saarlandes in einer Volksabstimmung darüber, ob das 1945 vom Deutschen Reich abgetrennte Saargebiet künftig einen europäischen Status erhalten sollte. Die Menschen entschieden sich dagegen, was den Weg zur Angliederung des Saarlandes als zehntes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland ebnete. Beim Einblick in die Kabinettsprotokolle konnten Besucherinnen und Besucher die Diskussionspunkte der Politiker aus dem damaligen Regierungskabinett nachlesen.
Auf der Bühne des Dialogforums sprachen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Mitarbeitende des Bundesarchivs über Fluchten und deutsch-deutsche Beziehungen.




