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Bild mit Gunter Kaufmann (l.) und Clemens Rehm (r.), die Gründungsmitglied Dietmar Greiser aus dem Vorstand des Fördervereins Erinnerungsstätte e. V. verabschieden

Gunter Kaufmann (l.) und Clemens Rehm (r.) verabschieden Gründungsmitglied Dietmar Greiser aus dem Vorstand des Fördervereins Erinnerungsstätte e. V., Quelle: Rainer Wollenschneider

Förderverein Rastatt

Vielfältige Arbeit trägt Früchte

Bericht von der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Erinnerungsstätte e. V. am 6. Juni 2019

Die wesentliche Aufgabe der Bundesarchiv- Erinnerungsstätte im Residenzschloss Rastatt, Aktivitäten zu begleiten und zu unterstützen, sahen Vorsitzender Prof. Gunter Kaufmann und Geschäftsführer Dr. Clemens Rehm bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Erinnerungsstätte e. V. am 6. Juni 2019 als gelungen an. Bei der positiven Entwicklung der Besucherzahlen 2018 auf 13 035 Besucher, so der kommissarische Leiter Dr. Andrej Bartuschka, habe sich das Engagement der Ehrenamtlichen gelohnt.
"Wir müssen noch viel mehr die demokratischen Traditionen wach halten", appellierte Rehm. Ein wichtiger Schritt, nachdem die AfD für eine Stiftung den Namen des Revolutionärs Gustav Struve vereinnahmt hatte, sei schon 2019 erfolgt. Zusammen mit den Turnerbünden und dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V." wurde am 14. Mai 2019 eine Tagung durchgeführt, um Struve ins richtige Licht zu rücken.
In diesem Zusammenhang erwähnte Bartuschka, dass vermehrt Schreiben von Reichsbürgern, die andere Akzente der Präsentation in der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte fordern, eingegangen seien. Staatliche Stellen seien darüber informiert worden. Allerdings, so Bartuschka, sind keine direkten Drohungen unter den Anschreiben gewesen. Rehm mahnte zur Vorsicht, dass von gewissen nationalen Kreisen, nationale Symbole wie die Farben Schwarz-Rot-Gold und Ereignisse der Demokratiegeschichte vereinnahmt werden könnten: "Das dürfen wir nicht zum Missbrauch überlassen."
Wichtig für den Förderverein und die Mitglieder waren die letzten beiden Ausgaben des "Rastatter Freiheitsboten". Darin wurde dokumentiert, wie der Förderverein bei der Schaffung von Rahmenbedingungen bei Abendveranstaltungen und der Betreuung von prominenten Besuchern engagiert dabei war. Clemens Rehm erwähnte auch, dass durch die Erinnerung die Jahre 1918/19 ins rechte Licht gerückt wurden, mit Veranstaltungen zur Revolution 1918, der badischen Verfassung 1919 und dem Frauenwahlrecht 1919.
Zur Sprache kam auch die Vernetzung von Rastatt in der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“, wobei sich die Erinnerungsstätte über Rehm in das „Hambacher Manifest“ einbringen konnte. Zu den Finanzen des Fördervereins erwähnte Oliver Kolb, dass nicht zuletzt durch Spenden die Bilanz ausgeglichen und die Gemeinnützigkeit bestätigt worden sei. Bei 234 Mitgliedern ist die Entwicklung etwas rückläufig. Ins Auge gefasst wurden bei der Aussprache Maßnahmen, auch über die sozialen Medien, bis hin zu einem Förderverein-Blog, der über Aktivitäten informieren soll. Ein Ausschuss soll dazu gebildet werden.
Verabschiedet aus dem Vorstand wurde das Gründungsmitglied Dr. Dietmar Greiser. Gleichzeitig fanden Neuwahlen statt. Dabei wurden neben Geschäftsführer Clemens Rehm auch Vorsitzender Gunter Kaufmann und Stellvertreter Herbert Fraß bestätigt. Auch Oliver Kolb (Schatzmeister), Martina Schinke (Schriftführerin) und die BeisitzerInnen Dr. Irmgard Stamm, Judith Benke, Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck und Rainer Wollenschneider wurden bestätigt. Neu als Beisitzer kam Roland Walter hinzu.
Im Anschluss hielt Vorstandsmitglied Wolfgang Hochbruck einen Vortrag zum Thema "Badische Revolutionäre, der amerikanische Bürgerkrieg und die deutsche Demokratie".

Rainer Wollenschneider