Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv kommt mit seiner Wanderausstellung nach Frankfurt am Main. Vom 10. Juni bis 3. Juli 2026 ist „Alles Wissen wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ im VHS-Zentrum Nord zu sehen. Die Ausstellung stellt Objekte aus dem Archiv in den Mittelpunkt, über die sich die Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihre Methoden und die oftmals drastischen Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen erschließen lassen.
Ausstellung zeigt Stasi-Unterlagen vor Ort und online
Sieben Vitrinen zeigen Faksimiles von 21 Objekten aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Dazu gehört ein großer, handgefertigter Buchstabe „A“ (wie Ausreise) aus Alufolie und Krepp-Papier aus der Gegenstandsablage der Stasi. Ein Ehepaar hatte ihn 1985 ins Fenster seiner Wohnung gehängt, um den Wunsch zur Ausreise öffentlich zu dokumentieren – und musste deshalb in UntersuchungshaftUntersuchungshaftFreiheitsentziehende Zwangsmaßnahme zur Sicherung des Strafverfahrens. Die Untersuchungshaft begann.... Gezeigt wird auch ein Stasi-Observationsfoto aus Berlin 1986: Zu erkennen ist einer der Beteiligten des Attentats auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ beim Betreten der libyschen Botschaft in Ost-Berlin.
Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.
Podiumsdiskussion und Beratungsangebote
Begleitend zur Ausstellung findet am 18. Juni um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Stadthaus (Markt 1) statt. Daniela Münkel (Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv), Peter Wurschi (Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und Steffi Barthel (Zeitzeugin) sprechen über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft. Mechthild Harting (Redakteurin Frankfurter Allgemeine Zeitung) moderiert die Gesprächsrunde.
Am 18. Juni von 18 bis 21 Uhr gibt es in einer Bürgersprechstunde die Möglichkeit, einen Antrag auf Einsicht in Stasi-Akten zu stellen. Eine Mitarbeiterin des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archiv berät zur Antragstellung vor Ort.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Es wird um Anmeldung unter vhs.frankfurt.de mit Kursnummer 0108-01 oder unter vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/182247 gebeten.
Bereits am 10. Juni gibt es anlässlich der Eröffnung der Ausstellung um 18 Uhr die Möglichkeit, an einem geführten Rundgang durch die Ausstellung teilzunehmen. Parallel dazu bietet das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv in der Zeit von 18 bis 21 Uhr und am 11. Juni, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr eine Bürgersprechstunde an und berät zu Anträgen auf Einsicht in Stasi-Unterlagen.
Die Ausstellung ist vom 10. Juni bis 3. Juli 2026 im VHS-Zentrum Nord, Tituscorso 7, 60439 Frankfurt am Main zu sehen. Sie ist Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.