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Ein Mann mit Brille steht in einem weißen Hemd vor einem Roll-Up und lächelt. Er hält ein kleines Buch in die Kamera.

Kurt Hochstuhl anlässlich seiner Buchvorstellung in der Erinnerungsstätte im Jahr 2011, Quelle: Rainer Wollenschneider

Förderverein Rastatt

Der Förderverein trauert um Kurt Hochstuhl

Der Förderverein der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Rastatt, trauert um sein ehemaliges Vorstandsmitglied und langjährigen Mitstreiter Dr. Kurt Hochstuhl, der am 1. September völlig unerwartet im Alter von 71 Jahren verstorben ist.

Die Erinnerung an die Revolution von 1848/49 und den Einsatz der Menschen vor nunmehr 175 Jahren für Freiheit und Recht hat Kurt Hochstuhl zeitlebens beschäftigt. Wichtig war ihm dabei, zu zeigen, dass es damals nicht nur um „große Politik“ auf nationaler Bühne ging, sondern die Bewegung vor allem auf regionalem und lokalem Engagement basierte, Lebensbedingungen zu verändern und politische Mitbestimmung zu erkämpfen. Als Historiker und Archivar hat er dazu Quellen gesucht, gefunden und ausgewertet. Genannt seien hier seine Bearbeitung des Eichstettener Fundes von Akten der Revolutionsarmee von 1849 und seine wegweisende Untersuchung über die politischen Vereine in Baden von 1847 bis 1849, mit der er zeigen konnte, dass die Revolution über eine flächendeckende Unterstützung in ganz Baden verfügte.

An Forschungsergebnisse anknüpfend war ihm die Vermittlung wichtig. Ihm ging es darum, das Wissen um die Kämpfe für Freiheit und Demokratie in die heutige Zeit zu übersetzen und aus dem Engagement früherer Generationen Kraft für das Heute zu schöpfen. Er beriet und schrieb Beiträge für Ausstellungsprojekte wie die große Landesaustellung zur Revolution in Karlsruhe zum Jubiläumsjahr 1998. Mit seinem profunden Wissen schrieb er Bücher, die alle ansprachen: zum Revolutionsgeschehen in Gernsbach und natürlich besonders zu nennen seine Biografie von Friedrich Hecker. Unvergessen ist seine Buchvorstellung im überfüllten Ausstellungsraum in der Erinnerungsstätte am 1. September 2011.

Wir haben uns dann sehr gefreut, als er sich bereiterklärte – nachdem ihm der Ruhestand wieder etwas mehr Zeit gab –, sein Wissen und seine Ideen im Vorstand des Fördervereins einzubringen. Damit schloss sich auch für ihn ein Kreis, denn die Erinnerung an die Revolution von 1848/49 – ihre Kämpfe und ihre Werte – war ein Thema, für das er sich in seinen vielen anderen Aktionsfeldern stets eingesetzt hatte.

Wir haben Kurt Hochstuhls offene, immer klare und entschiedene Art, die er mit einer humorvollen Leichtigkeit begleitete, sehr geschätzt. Wir haben gerne mit ihm zusammengearbeitet.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden, die eine schmerzliche Lücke spüren. Wir werden ihn nicht vergessen.

Jonas Weber / Clemens Rehm für den Förderverein der Erinnerungsstätte

Elisabeth Thalhofer für das Bundesarchiv, Erinnerungsstätte