„Es ist meine Kindheitserinnerung. Nun sehe ich hier die Fakten auf einem Papier und weiß ganz sicher: Ich habe mich richtig erinnert“. Das sagt Tova Friedman, die Auschwitz-Überlebende, bei ihrem Bundesarchiv-Besuch auf eine Journalistinnenfrage danach, was sie hier gelernt hat. Es ist einer der besonderen Momente am Holocaust-Gedenktag, als Bundesarchiv-Präsident Michael Hollmann die 87-jährige US-Amerikanerin durch den Standort Berlin-Lichterfelde führt.
Friedman wird von ihrer Tochter Taya und ihrem Enkel Aron Goodman begleitet; dieser lässt sie in Tiktok-Videos ihre Geschichte erzählen. In Lichterfelde schaut sie sich auch eine Szene aus dem sowjetischen „Auschwitz“-Film nach der Befreiung an, in dem sie als Kind zu sehen ist, das seinen mit der Häftlingsnummer tätowierten Arm in die Kamera hält. Der Film stammt aus dem Bundesarchivbestand. Einen Tag nach Ihrem Besuch hält Tova Friedman im Deutschen Bundestag eine bewegende Rede.
Die Kraft filmischer Erzählungen wird in diesen Tagen wieder zu spüren sein, wenn die Berlinale eröffnet wird. Wie passend für uns als staatliches Filmarchiv, dass der Eröffnungsfilm „No Good Men“ auch auf unserem Außengelände in Hoppegarten bei Berlin gedreht wurde. Denn dort lagern wir nicht nur einen Teil besonders alter Filme, sondern betreiben auch eine der europaweit modernsten Digitalisierungsstrecken. Für das Filmteam der afghanischen Komödie über eine Kamerafrau in Kabul übrigens war bei der Location die Optik mitentscheidend: Bis 1989/90 arbeitete hier unter anderem die Chiffrier-Abteilung der DDR-Staatssicherheit.
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