Ein Blick in die Geschichte der eigenen Familie kann der Beginn sein. Und der Einstieg für individuelle und allgemeine Nachforschung. So war es in den vergangenen Wochen, als es um die Mitgliedschaft von Vorfahren in der NSDAP ging. Die Kartei mit ihren 12,7 Millionen Karten stand deshalb so im Fokus, weil die National Archives der USA Mikrofilmkopien aus der Nachkriegszeit online gestellt und damit einen digitalen Ansturm ausgelöst hatten.
Dort, wo seit 1994 die Originale und Digitalisate einsehbar sind, bei uns im Bundesarchiv nämlich, gehen jährlich mehr als 75.000 Anfragen zu Personen in der NS-Zeit ein, Tendenz steigend. Hier gilt bei Personenanfragen deutsches Datenschutzrecht, 100 Jahre nach Geburt oder zehn Jahre nach Tod. Unser Ziel bleibt es, die Kartei insgesamt online zu stellen, wenn die Fristen in den kommenden Jahren ablaufen. Solange unterstützen wir all diejenigen bei vertieften individuellen Fragen genauso wie diejenigen, die sich zum Beispiel selbst in unseren Online-Schwerpunkten allgemein über die großen Linien der NS-Zeit informieren wollen. Und wir tun dies mit voller Kraft, wie die gerade erschienene Online-Edition der Reichskanzlei bis 1939 zeigt, in der sich die Abgründe des menschenverachtenden Nazi-Regimes Zeile für Zeile in nüchternem Behördendeutsch nachlesen lassen.
Mit einem Sprung in die Gegenwart sind wir in diesem Newsletter dort, wo ein Herz unserer Digitalisierung schlägt. Ein Kollege stellt eine der modernsten Digitalisierungsstrecken für historische Filme vor. Apropos digital: an dieser Stelle ein „Daumen hoch“ für unsere Onlineredaktion fürs Knacken der 10.000-Follower-Grenze bei Instagram. Und dann landen wir noch kurz in Leipzig, wo eine neue Dauerausstellung in der „Runden Ecke“ die Arbeit der DDR-Staatssicherheit plastisch macht, und in Schwerin, wo der nächste Katastrophenschutz-Anhänger seinen Dienst aufnimmt – in der Hoffnung, dass er möglichst selten gebraucht wird.
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