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Blick in die Wanderausstellung. Zu sehen sind mehrere Stelen mit Glasvitrinen, in denen sich Dokumente, Fotos und Objekte befinden.

Blick in die Wanderausstellung, Quelle: Bundesarchiv / Hoffmann

Pressemitteilung

Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ im Helmut-Schmidt-Forum Hamburg

Eröffnung am 17. Juli mit Podiumsdiskussion

Die großformatige Karte zeigt einen detaillierten Stadtplan der DDR-Stadt Güstrow, 1981 Reiseziel des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Aufgeklebte Schwarz-Weiß-Fotografien markieren zentrale Orte der Stadt, auf der rechten oberen Seite steht in schwarzer Schrift „Aktion ‚Dialog‘“: Am 13. Dezember 1981 besuchte Schmidt die Stadt im Bezirk Schwerin für ein deutsch-deutsches Gipfeltreffen. Minutiös begleitete und überwachte die DDR-Staatssicherheit den Termin. Es galt, Zwischenfälle auszuschließen und Kontakte zwischen dem Bundeskanzler und der Bevölkerung zu verhindern. Im Vorfeld hatten tausende „Vorbeugungsgespräche“ und Wohnungsdurchsuchungen bei potenziellen Störern stattgefunden. Fast 5.000 Stasi-Kräfte sicherten den Einsatz ab, ebenso viele Menschen erhielten Verbote, in die Region zu reisen.

Die Überblickskarte, die Einblicke in die Planung der Stasi und die Ängste der Geheimpolizei vor der eigenen Bevölkerung gibt, ist Teil der Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“, die vom 17. Juli bis 3. September im Helmut-Schmidt-Forum in Hamburg zu Gast ist. Sie stellt Objekte aus dem Archiv in den Mittelpunkt, über die sich die Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihre Methoden und die oftmals drastischen Folgen der Unterdrückung und Bespitzelung für die Betroffenen erschließen lassen.

Sieben Vitrinen zeigen Faksimiles von 21 Objekten aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Dazu gehört ein großer, handgefertigter Buchstabe „A“ (wie Ausreise) aus Alufolie und Krepp-Papier aus der Gegenstandsablage der Stasi. Ein Ehepaar hatte ihn 1985 ins Fenster seiner Wohnung gehängt, um den Wunsch zur Ausreise öffentlich zu dokumentieren – und musste deshalb in UntersuchungshaftUntersuchungshaftFreiheitsentziehende Zwangsmaßnahme zur Sicherung des Strafverfahrens. Die Untersuchungshaft begann.... Gezeigt wird auch ein Stasi-Observationsfoto aus Berlin 1986: Zu erkennen ist einer der Beteiligten des Attentats auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ beim Betreten der libyschen Botschaft in Ost-Berlin.

Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.

An Grußworte von Meik Woyke (Vorstandvorsitzender und Geschäftsführer Helmut-Schmidt-Stiftung) und Daniela Münkel (Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv) schließt die Gesprächsrunde „Erinnern für die Zukunft“ an. Daniela Münkel und Theresa Hertrich (Koordinatorin des Projekts „Demokratie vor Ort: Resonanz – Raum – Ausstellung“) diskutieren über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft. Anschließend führt Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte im Deutschen Bundestag) ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Uwe Kaspereit. Franziska Zollweg (Wissenschaftliche Leitung des Korrespondenzprojekts bei der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung) moderiert.

Am 17. Juli in der Zeit von 17 bis 20 Uhr und am 18. Juli von 11 bis 14 Uhr bietet das Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv eine Bürgersprechstunde an und berät zu Anträgen auf Einsicht in Stasi-Unterlagen. Außerdem können sich am 17. Juli Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und der ehemaligen DDR beraten lassen. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke ist für ein persönliches Bürgergespräch von 16 bis 17.30 Uhr vor Ort (Voranmeldung per Telefon, 030 227-37893, oder Mail an sed-opferbeauftragte@bundestag.de).

Die Ausstellung ist vom 17. Juli bis 3. September 2025 im Helmut-Schmidt-Forum im Kattrepel 10 zu sehen. Sie ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Informationen zur Ausstellung

Bilder zum Download und Kurzfilm

 

Kontakt zur Pressestelle

Elmar Kramer, Stellv. Pressesprecher

Pressesprecher

Elmar Kramer

Telefon: 030 18 665-7181
E-Mail: elmar.kramer@bundesarchiv.de