Was genau sind eigentlich die Stasi-Unterlagen? Warum legte die Stasi so viele Akten an und wie arbeitete sie damit? Antworten auf diese und viele weitere Fragen zur Geschichte der DDR-Geheimpolizei gibt die Wanderausstellung des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archivs, die zum Tag des Mauerfalls, am 9. November, in Göttingen eröffnet wird.
Die Ausstellung im Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums stellt bis zum Jahresende Objekte aus dem Archiv in den Mittelpunkt, über die sich die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit, seine Methoden und die oftmals drastischen Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen nachvollziehen lassen.
Ausstellung zeigt Stasi-Unterlagen vor Ort und online
Sieben Vitrinen zeigen Faksimiles von 21 Objekten aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Dazu gehört ein großer, handgefertigter Buchstabe „A“ (wie Ausreise) aus Alufolie und Krepp-Papier aus der Gegenstandsablage der Stasi. Ein Ehepaar hatte ihn 1985 ins Fenster seiner Wohnung gehängt, um den Wunsch zur Ausreise öffentlich zu dokumentieren – und musste deshalb in UntersuchungshaftUntersuchungshaftFreiheitsentziehende Zwangsmaßnahme zur Sicherung des Strafverfahrens. Die Untersuchungshaft begann.... Gezeigt wird auch ein Stasi-Observationsfoto aus Berlin 1986: Zu erkennen ist einer der Beteiligten des Attentats auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ beim Betreten der libyschen Botschaft in Ost-Berlin.
Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.
Gesprächsrunde über Bedeutung der Stasi-Unterlagen für unsere heutige Gesellschaft
Am Eröffnungstag, dem 9. November, 18 Uhr, hält Daniela Münkel (Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv) ein Grußwort. Daran schließt sich die Gesprächsrunde „Erinnern für die Zukunft“ an. Daniela Münkel und Kathrin Klausmeier (Professorin für die Didaktik der Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen) sprechen über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft. Benjamin Möckel (Vertretung der Professur für Europäische Zeitgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen) moderiert das Gespräch.
Am Montag, 9. November, zwischen 17 und 20 Uhr bietet das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv eine Bürgersprechstunde an und berät Bürgerinnen und Bürger zu Anträgen auf Einsicht in Stasi-Unterlagen.
Die Ausstellung ist vom 9. November bis 31. Dezember 2026 im Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums der Georg-August-Universität Göttingen, Heinrich-Düker-Weg 14, 37073 Göttingen zu sehen. Sie ist Montag bis Freitag von 7 bis 21 Uhr und am Samstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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Informationen zur Ausstellung: www.alles-wissen-wollen.de
Bilder zum Download und Kurzfilm: www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/vor-ort-entdecken/ausstellungen/wanderausstellung-alles-wissen-wollen/