Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv kommt mit der neuen Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ nach Münster. Die Ausstellung ist vom 20. November bis 13. Dezember 2024 in der Bürgerhalle der Bezirksregierung zu sehen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Objekte aus dem Archiv. Diese geben Aufschluss über die Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihre menschenrechtswidrigen Methoden und die oftmals drastischen Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen.
Sieben Vitrinen zeigen Faksimiles von 21 Objekten aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Dazu gehört ein großer, handgefertigter Buchstabe „A“ (wie Ausreise) aus Alufolie und Krepp-Papier aus der Gegenstandsablage der Stasi. Ein Ehepaar hatte ihn 1985 ins Fenster seiner Wohnung gehängt, um den Wunsch zur Ausreise öffentlich zu dokumentieren – und musste deshalb in Untersuchungshaft. Gezeigt wird auch ein Stasi-Observationsfoto aus Berlin von 1986: Zu erkennen ist einer der Beteiligten des Attentats auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ beim Betreten der libyschen Botschaft in Ost-Berlin. Zur Ausstellung gehört eine Stasi-Planungskarte, die zur Überwachung des Besuchs von Bundeskanzler Helmut Schmidt und DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker in Güstrow 1981 angefertigt wurde – dabei waren knapp 5.000 Stasi-Kräfte im Einsatz.
Die neue Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten auch QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.
Die Eröffnung in Münster findet am 20. November 2024 um 17:30 Uhr in der Domplatz-Bürgerhalle der Bezirksregierung Münster am Domplatz 1-3 statt.
An Grußworte von Andreas Bothe (Regierungspräsident Münster) und Daniela Münkel (komm. Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv) schließt die Gesprächsrunde „Erinnern für die Zukunft“ an. Daniela Münkel, Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte im Deutschen Bundestag) und Alexander Richter-Kariger (Zeitzeuge) diskutieren über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft. Der Journalist Philipp Böckmann moderiert. Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind dazu eingeladen. Anmeldungen und Interviewanfragen richten Sie bitte an presse@bundesarchiv.de.
Am 21. November 2024 in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr bietet das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv eine Bürgersprechstunde an und berät zu Anträgen auf Einsicht in Stasi-Unterlagen. Außerdem können sich von 10:00 bis 12:00 Uhr Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und der ehemaligen DDR beraten lassen. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke ist für ein persönliches Bürgergespräch von 10:00 bis 12:00 Uhr vor Ort (Voranmeldung per Telefon, 030 227-37893, oder Mail an sed-opferbeauftragte@bundestag.de).
Die Ausstellung ist vom 21. November bis 13. Dezember 2024 in der Domplatz-Bürgerhalle der Bezirksregierung Münster am Domplatz 1-3 zu sehen. Sie ist montags bis donnerstags von 07:30 bis 16:00 Uhr sowie freitags von 07:30 bis 14:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.