Im August wird der Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale erneut zum Open-Air-Kino. Bereits zum siebten Mal lädt das Campus-Kino vom 3. bis 27. August zu vier Wochen Film und Diskussion rund um die Themen DDR, Staatssicherheit, OppositionWiderstand und Opposition, Bekämpfung vonBekämpfung von Widerstand und Opposition umschreibt, was zwischen 1950 und 1989 als eine... und Aufarbeitung ein. 65 Jahre nach dem Mauerbau gehört diesmal die Dokumentation „Tunnel der Freiheit“ zum Programm und erinnert an die spektakuläre Flucht von 29 Menschen durch den sogenannten „Tunnel 29“. Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Robert-Havemann-Gesellschaft veranstalten das Kino auf dem Campus für Demokratie.
Das Programm richtet den Blick auf persönliche Umbrüche, Freiheitssehnsucht und Selbstbehauptung in der Diktatur und in der Transformationszeit nach 1990. Die Filme handeln von Frauen in der DDR, von Flucht und Grenzerfahrungen, von Musik, Freundschaft und gesellschaftlichem Wandel.
Alexandra Titze, Vizepräsidentin im Bundesarchiv und Leiterin des Stasi-Unterlagen-Archivs, sagt: „Das Campus-Kino schafft ganz persönliche Zugänge zur Geschichte. Es zeigt, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sein kann. In den Filmen ist greifbar, wie Menschen in Diktaturen leben, welche Spielräume sie finden und welche Folgen Repression bis in die Gegenwart hat. Gerade am historischen Ort der ehemaligen Stasi-Zentrale entstehen daraus Gespräche über Freiheit, Mut und gesellschaftliche Verantwortung.“
Der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert sagt: „Wenn im Sommer Einzelne, Gruppen oder Familien die Liegestühle ansteuern oder mit eigenen Sitzgelegenheiten und Verpflegung auf das Campus-Gelände strömen, weiß man: Es ist wieder Campus-Kino-Zeit. Vier Wochen lang gibt es eine lebendige und breite Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur, die zeigt, was theoretisch das ganze Jahr über möglich wäre.“
Rebecca Hernandez Garcia, Geschäftsführerin der Robert-Havemann-Gesellschaft, sagt: „Als Archiv der DDR-Opposition bewahren wir nicht nur historische Zeugnisse, sondern möchten die Geschichten dahinter auch für heutige Generationen erfahrbar machen. Das Campus-Kino schafft dafür einen besonderen Rahmen: Es bringt Menschen an einem authentischen historischen Ort zusammen und eröffnet durch Film, Gespräch und Begegnung neue Zugänge zur Geschichte von Diktatur, Opposition und Freiheit. Die Verbindung aus Kultur, Austausch und sommerlicher Atmosphäre macht die Veranstaltungsreihe seit Jahren so erfolgreich.“
Zum Auftakt zeigt das Campus-Kino die Tragikomödie „Wilma will mehr“. Der Film erzählt von einer Frau aus der Lausitz, die nach den Brüchen der Nachwendezeit in Wien einen Neuanfang wagt. Mit „Stolz und Eigensinn“ richtet sich der Blick auf Frauen in DDR-Großbetrieben, die von Arbeitsalltag, Selbstbehauptung und Umbruchserfahrungen erzählen. Zum Programm gehören außerdem Filme wie „Das Versprechen“, „Als wir träumten“, „flüstern & SCHREIEN“, „Hunger auf Leben“ oder der Klassiker „Good Bye, Lenin!“ mit Katrin Sass und Daniel Brühl.
Die Filmabende verbinden Spielfilme, Dokumentationen und Zeitgeschichte mit Gesprächen am historischen Ort. Filmstart ist jeweils montags, dienstags und donnerstags um 19.30 Uhr. In den Filmgesprächen geben Filmschaffende, Fachleute sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in die Themen. Das Rahmenprogramm umfasst zudem Führungen und Ausstellungen auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale.
Auch das Kinder-Campus-Kino ist wieder Teil des Programms. Gemeinsam mit dem MACHmit! Museum werden Filme gezeigt, die Kinder altersgerecht an Themen wie Freiheit, Flucht, Freundschaft und Kinderrechte heranführen. Nach den Vorführungen gibt es thematische Werkstatt- und Bastelangebote. Ein besonderer Höhepunkt ist der Animationsfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“. Der Film erzählt aus Kindersicht vom Herbst 1989 in Leipzig und der Friedlichen Revolution. Weitere Filme wie „Der Pfad“, „Zirkuskind“ oder „Dounia und die Prinzessin von Aleppo“ greifen Fragen von Heimat, Identität und Flucht auf und verbinden sie mit den Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention.
Der Eintritt ist frei. Sitzplatzreservierungen sind nicht möglich. Snacks und Getränke sind vor Ort erhältlich. Die Filmvorführungen finden auch bei Regen statt.
Das Campus-Kino wird vom Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Robert-Havemann-Gesellschaft veranstaltet. Das Event findet unter Mitwirkung von ASTAK e.V. - Stasimuseum, Bürgerkomitee 15. Januar und UOKG statt. Medienpartner sind der Sender radioeins des rbb und der Tagesspiegel.
Datum:
3. bis 27. August 2025
montags, dienstags und donnerstags, jeweils 19.30 Uhr
Kinder-Campus-Kino:
6. und 27. August, 16.00 Uhr (Familienprogramm)
13. und 20. August, 10.00 Uhr (Familien- und Hortprogramm)
Ort:
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie,
Innenhof vor „Haus 1“ und „Haus 7“
Ruschestr. 103, Berlin-Lichtenberg
Kinder-Campus-Kino:
„Haus 22“
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Programm und detaillierte Informationen:
www.bundesarchiv.de/campus-kino
Service für Redaktionen: Bildmaterial unter
https://www.bundesarchiv.de/presse-und-medien/