Die Vortragsreihe beginnt mit einem Überblick über die Wandlungen und Zäsuren der SED-Kulturpolitik zwischen 1945 und 1990. Anschließend thematisiert sie den umfangreichen Entzug von Kulturgütern durch staatliche Akteure in SBZ und DDR, der durch die Provenienzforschung der letzten Jahrzehnte ans Tageslicht kam.
In der zweiten Jahreshälfte widmen sich die Vortragenden mit dem Film- und dem Theaterschaffen, zwei ausgewählten Bereichen der Kunst. Anhand des größtenteils verbotenen DEFA-Filmjahrgangs 1965/66 und der spannungsvollen Bühnenproduktionen der letzten Jahre der DDR werden die Spielräume zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Realität (Zensur!) deutlich. Neu ist zudem die Verbindung des DEFA-Vortrags mit der nachfolgenden Filmvorführung des selten gezeigten, 1966 verbotenen Films „Jahrgang 45“ von Jürgen Böttcher.
Alle Vorträge verbindet, dass sie aus dem im Bundesarchiv vorhandenen reichen Quellenmaterial schöpfen. Eine Auswahl des jeweils relevanten Archivmaterials wird bei jeder Veranstaltung zur Ansicht ausliegen. Damit soll das Besondere der Vortragsreihe – die Ergebnisse historischer Forschung direkt am Ort der archivischen Quellen vorzustellen – greifbar werden.
Zusätzlich wird vor jeder Veranstaltung eine einstündige öffentliche Führung durch das Bundesarchiv angeboten, um Interessierten die Liegenschaft, ihre Ausstellungen, die Benutzungsmöglichkeiten und den professionellen Umgang mit historischen Quellen im Archiv nahezubringen (Beginn: 16:45 Uhr).
Die Vortragsreihe wird seit vielen Jahren von der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (kurz: SAPMO) mit ihren beiden Kooperationspartnern Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. und Johannes-Sassenbach-Gesellschaft e.V. veranstaltet, um Themen zur Geschichte der DDR und zur sozialistischen Bewegung vor 1949 in einem öffentlichen Rahmen vorzustellen und zu diskutieren.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist ebenso frei wie die Teilnahme an den Führungen. Nach den Vorträgen (etwa 45 min) wird jeweils Zeit für Fragen und Diskussion sein.
