Anfang September 1991 erteilte das Büro des Bundesministers der Verteidigung Gerhard Stoltenberg den Auftrag, auf einer Besprechung der Abteilungsleiter des Ministeriums den aktuellen Stand der militärischen Aspekte des Einheitsprozesses vorzutragen.
Der neunseitige, von der Stabsabteilung IV (Organisation) des Führungsstabs der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung Fü S IV erarbeitete Vortrag gibt einen umfassenden Überblick über die personellen, materiellen und strukturellen Herausforderungen, die auf dem Weg zur „Armee der Einheit“ zu bewältigen waren. Man erfährt aus dem Dokument zum einen viele Details zu Fragen und Problemen der Personal- und Materialwirtschaft sowie zum Zustand von Unterkünften. Zum anderen zeugt der Bericht davon, wie bereits ein Jahr nach der Wiedervereinigung die Ausbildung von Wehrpflichtigen aus den neuen Bundesländern und die Aufnahme von Routineaufgaben geleistet wurde – wie z. B. die Sicherung des Luftraums über Ost-Deutschland durch die Bundeswehr. Schließlich hob der Bericht auch die Belastung der (gesamtdeutschen) Bundeswehrsoldaten bei der Bewachung der noch immer riesigen Mengen von Waffen und Munition aus den Beständen der aufgelösten NVA hervor.










