Am 21. Oktober 1967 – wenige Monate nach Israels Sieg im Sechstagekrieg – versenkten sowjetische Lenkflugkörper des Typs P 15 (NATO-Bezeichnung SS-N-2 Styx) das israelische Kriegsschiff „Eilath“ (auch „Eilat“ oder „Elath“). Ägyptische Schnellboote der „Komar“-Klasse (sowjetisches Projekt 183R) hatten die Raketen abgefeuert. Die Sowjetunion lieferte dieses Waffensystem nicht nur an Ägypten und andere ihr politisch und wirtschaftlich zugewandte Staaten. Sie rüstete auch die Volksmarine der DDR, Teil der Seestreitkräfte des Warschauer Paktes, mit einer stetig wachsenden Anzahl von Raketenschnellbooten der Osa- und Osa-II-Klasse (sowjetisches Projekt 205) aus, die mit Styx-Lenkflugkörpern bewaffnet waren.
NATO und Bundeswehr verfolgten seit Längerem, wie die von der Sowjetunion angeführten Seestreitkräfte einen Vorsprung auf dem Feld der Lenkflugkörper erzielten. Die Schiffe und Boote der Bundesmarine waren dagegen weitgehend schutzlos gegenüber den Styx-Raketen.
Der „Eilath-Vorfall“ unterstrich eindrücklich den Handlungsbedarf. Unmittelbar reagierte die Führung der Bundesmarine, indem sie ihre Einsatzgrundsätze bei der Bekämpfung der gegnerischen Osa-/Komar-Schnellboote anpasste. Mittelfristig erhielt die bereits angelaufene Entwicklung eigener Lenkflugkörper sowie geeigneter Mittel zur Aufklärung und Abwehr gegnerischer Lenkwaffen einen deutlichen Auftrieb.
















