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Vier Flugzeuge vom Typ F-104G „Starfighter“ des Jagdgeschwaders 74 im Flug über einer kleinen Ortschaft und grünen Wiesen

Vier F-104G „Starfighter“ des Jagdgeschwaders 74 im Flug, Quelle: BArch, B 145 Bild-F027402-0003 / o. Ang.

Streitkräfte, Öffentlichkeit und Fluglärm

Mit der Einführung von Strahltriebwerken und der allgemeinen Zunahme des Luftverkehrs stiegen auch die Lärmemissionen. Der durch Kampfflugzeuge und Hubschrauber der Bundeswehr verursachte Fluglärm stieß seit den 1960er Jahren zunehmend auf öffentliche Kritik.

Ab 1960 führte die Luftwaffe der Bundeswehr den F 104 G „Starfighter“ ein – ein Kampfflugzeug, das Überschallgeschwindigkeit erreichte. Seine Hauptaufgabe war es, gegnerische Flugzeuge abzufangen. Die ab 1973 eingeführte zweistrahlige F-4 Phantom wiederum sollte nicht nur Ziele in der Luft, sondern auch auf dem Boden bekämpfen. Dazu kamen die zahlreichen Hubschrauber der Heeresflieger.

Mitte der 1970er Jahre waren praktisch überall in der Bundesrepublik regelmäßig Überschallknallen, Düsenlärm von Tieffliegern und Rotorenknattern zu hören. Betroffene schlossen sich zu Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm zusammen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunal- und Landespolitik wandten sich an die jeweiligen Verteidigungsminister. Auch der Bundestag beschäftigte sich regelmäßig mit der Thematik. Um das Jahr 1975 herum erreichten jährlich rund 500 Beschwerden aus der Bevölkerung das Bundesministerium der Verteidigung.

Dieses reagierte mit organisatorischen und technischen Maßnahmen sowie mit gezielter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In großer Stückzahl produzierte Broschüren und Flyer sollten die Öffentlichkeit informieren und um Akzeptanz für die Belastungen werben.

Ein Transporthubschrauber der Bundeswehr vom Typ Sikorsky CH-53 im Flug über einem abgeernteten Getreidefeld. Unter dem Hubschrauber steht ein getarnter Schützenpanzer „Marder“.
Transporthubschrauber Sikorsky CH-53 im Flug während der Übung „Fränkischer Schild“, 1986Quelle: BArch, B 145 Bild-F073487-0008 / Schambeck, Arne
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Cover)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)
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    Bundesministerium der Verteidigung: Faltblatt „Fluglärm“, 1979 (Ausschnitt)

Das vorliegende Dokument stammt aus Archivgut mit der Signatur BArch, BL 1/21153. Die Akte ist Teil des Registraturguts des Führungsstabes der Luftwaffe im Bundesministerium der Verteidigung. Sie enthält Schriftwechsel, Presseausschnitte sowie ältere Informationsbroschüren zum Thema „Öffentlichkeit und Fluglärm“.

Historischer Hintergrund

In der Zeit des Kalten Krieges betrieben neben der Bundeswehr auch die US Air Force, die britische Royal Air Force, die belgischen Streitkräfte sowie die Royal Canadian Air Force eigene Fliegerhorste in der Bundesrepublik Deutschland. Von dutzenden, über das ganze Land verteilten militärischen Flugplätzen starteten zahlreiche Kampfflugzeuge, Transportmaschinen und Hubschrauber. Jährlich absolvierten sie hunderttausende Stunden Einsatz-, Ausbildung-, Trainings-, Schul- und Testflüge in allen Höhenbereichen: vom taktischen Tief- und Tiefstflug bis hin zu Abfangeinsätzen in großer Höhe. So hoben allein im Jahr 1975 die Piloten der damals 16 Luftwaffengeschwader der Luftwaffe mit ihren Maschinen zu insgesamt 140.000 Flugstunden über Deutschland ab.

Beschwerden über Tiefflieger und Klagen über Lärmbelastungen durchziehen weite Teile der archivischen Überlieferung. Sie finden sich vor allem in den Akten des Leitungsbereichs, der Abteilung Verwaltung und Recht sowie des Führungsstabes der Luftwaffe des Bundesministeriums der Verteidigung. Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Verringerung der in Deutschland stationierten Luftstreitkräfte ging auch die Fluglärmbelastung merklich zurück.