Direkt zum Seiteninhalt springen
Schwarz-Weiß-Aufnahme von uniformierten Matrosen mit Protestschildern

Matrosen vom Linienschiff „Prinzregent Luitpold“ mit Protestschildern, November 1918, Quelle: BArch, Bild 183-J0908-0600-002/ o. Ang.

Aufstand der Matrosen in Kiel

In der Nacht zum 1. November 1918 wurde das III. Geschwader der Kaiserlichen Flotte von Wilhelmshaven in den Marinestützpunkt und Heimathafen Kiel zurückbeordert. An Bord befanden sich die Anführer der Meuterei, die wenige Tage zuvor in Wilhelmshaven auf einzelnen Kriegsschiffen ausgebrochen war.

  • Schwarz-Weiß-Aufnahme von uniformierten Matrosen mit Protestschildern
    Matrosen vom Linienschiff „Prinzregent Luitpold“ an Deck des Schiffes mit Tafel „Soldatenrat Kriegsschiff Prinzregent Luitpold. Es lebe die sozialistische Republik“, November 1918
  • maschinengeschriebenes Dokument mit handschriftlichen Vermerken und Daten unter dem Text
    Brief Hans Elsner an Eltern zu Vorgängen in Marine (Seite 1), 5. November 1918

In der Nacht zum 1. November 1918 wurde das III. Geschwader der Kaiserlichen Flotte von Wilhelmshaven in den Marinestützpunkt und Heimathafen Kiel zurückbeordert. An Bord befanden sich die Anführer der Meuterei, die wenige Tage zuvor in Wilhelmshaven auf einzelnen Kriegsschiffen ausgebrochen war.

Noch am Abend des 1. November trafen sich ca. 250 Matrosen im Gewerkschaftshaus in Kiel. Hier wurde die Bildung einer Delegation beschlossen, die beim Kommandeur die Freilassung der inhaftierten Kameraden erwirken sollte. Die Delegation wurde jedoch nicht angehört und abgewiesen. Weitere Versammlungen wurden verboten, und das Gewerkschaftshaus wurde geschlossen und abgeriegelt. Zugleich hatten weitere Marineangehörige an Bord und an Land sowie die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften Kenntnis von den Vorgängen im III. Geschwader bekommen und verbündeten sich mit den Matrosen. Am 3. November demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Kiel und forderten die Beendigung des Krieges sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen. Der Gouverneur der Stadt, Wilhelm Souchon, befahl, den Demonstranten „mit allen Mitteln, wenn nötig auch mit Waffengewalt, entgegenzutreten“. Sieben Tote und 29 Verletzte forderten die anschließenden Straßenkämpfe. Die Unruhen breiteten sich in den Folgetagen in ganz Deutschland aus.

Einen attraktiven Zugang zu vielen weiteren Quellen, Informationen und interaktiven Angeboten zum Thema Revolution und Weimarer Republik finden Sie darüber hinaus in unserem Themenportal.

Mehr zum Thema

  • Die Schwarz-Weiß-Fotografie wurde im November 1918 erstellt. Es sind mehrere uniformierte Matrosen an Deck des Linienschiffs 'Prinzregent Luitpold' zu sehen. Einer von ihnen hält zwei Tafeln vor sich, auf denen 'Soldatenrat Kriegsschiff Prinzregent Luitpold' und 'Es lebe die sozialistische Republik' zu lesen ist.
    Seite

    "Nieder die Regierung! Tod dem Kapitalismus"

  • Wahlkampf der Sozialdemokraten in Berlin im Januar 1919
    Seite

    Themenportal "Weimar - Die erste deutsche Demokratie"