Direkt zum Seiteninhalt springen
Abrücken der letzten französischen Soldaten aus Essen an der Ruhr: Marschierende Soldaten mit französischer Flagge

Essen, Abrücken französischer Truppen, Quelle: BArch, Bild 102-01688 / Pahl, Georg

Beginn der Räumung des Ruhrgebietes

Der Dawes-Plan von 1924 regelte Deutschlands Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs neu und sah u. a. die Räumung des Ruhrgebietes vor. Im Juli 1925 zogen erste belgische und französische Truppen ab.

  • Abrücken der letzten französischen Soldaten aus Essen an der Ruhr: Marschierende Soldaten mit französischer Flagge
    Essen, Abrücken französischer Truppen, August 1925

Aufgrund des Versailler Vertrages war die Weimarer Republik dazu verpflichtet, Reparationszahlungen an die Siegermächte zu leisten. Anfang 1923 hatte Frankreich das mit der Begründung, dass Deutschland mit diesen Zahlungen im Rückstand sei. Dies löste eine Welle des Widerstandes in der Bevölkerung aus, die von der Reichsregierung unterstützt wurde und sich unter anderem in Streiks, Produktionsstopps und Sabotageakten ausdrückte, die den deutschen Staat in eine wirtschaftlich unhaltbare Lage brachten. Auf Druck der USA und Großbritanniens hin stimmte Frankreich 1924 schließlich einer unabhängigen Überprüfung der deutschen Wirtschaftslage und der Reparationszahlungen zu. Diese wurde vom amerikanischen Bankier Dawes durchgeführt, der als Ergebnis den sogenannten Dawes-Plan präsentierte. Dieser beinhaltete einen Zahlungsaufschub um zwei Jahre, die Senkung der Jahresraten und ein erstes Darlehen für Deutschland, sowie die Aussicht auf weitere Kredite der USA. Er wurde am 16. August 1924 beschlossen. All dies ermöglichte es dem Deutschen Reich erstmals regelmäßig genügende Reparationszahlungen zu leisten, sodass Frankreich wirtschaftlich abgesichert und zufriedengestellt war. Im Juli 1925 begann Frankreich, wie im Zuge des Dawes-Plans vereinbart, mit der Räumung des Ruhrgebietes.