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Funkspruch Wilhelm Keitels an den Oberbefehlshaber Süd mit dem Befehl, die Kampfhandlungen aufzugeben

Funkspruch Wilhelm Keitels an den Oberbefehlshaber Süd mit dem Befehl, die Kampfhandlungen einzustellen, Quelle: BArch, RW 47/74, Image 0003

Funkspruch Wilhelm Keitels zur Einstellung der Kampfhandlungen

Am 6. Mai 1945 erteilte Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, den Befehl, den Widerstand gegen die vorrückenden amerikanischen Truppen im südlichen Teil des Reichsgebiets einzustellen. Empfänger des Funkspruchs war der Oberbefehlshaber Süd, Albert Kesselring.

  • Funkspruch Wilhelm Keitels an den Oberbefehlshaber Süd mit dem Befehl, die Kampfhandlungen aufzugeben
    Funkspruch Wilhelm Keitels an den Oberbefehlshaber Süd mit dem Befehl, die Kampfhandlungen einzustellen

Historischer Hintergrund

Anfang Mai 1945 beendete die Wehrmacht an immer mehr Fronten ihre Kampfhandlungen. Am 2. Mai 1945 trat in Italien der Waffenstillstand zwischen der Wehrmacht und den Alliierten in Kraft. Am selben Tag übergab General Helmuth Weidling die Stadt Berlin an die sowjetischen Truppen. Am 4. Mai 1945 unterzeichnete eine Delegation des Oberkommandos der Wehrmacht unter Führung des Generaladmirals Hans-Georg von Friedeburg die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark. Bereits einen Tag später kapitulierte in Haar bei München auch die Heeresgruppe G, zuständig für den süddeutschen-westösterreichischen Raum.

Das Dokument

In dieser Lage sandte Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, am 6. Mai 1945 einen Funkspruch an Albert Kesselring. Dieser war Oberbefehlshaber Süd und somit für die Wehrmacht im gesamten verbliebenen südlichen Teil des Reichsgebiets zuständig. In der Nachricht schrieb Keitel, dass gegen das Vordringen der amerikanischen Truppen nach Osten in Richtung „Protektorat Böhmen und Mähren“ und nach Süden keinerlei Widerstand mehr zu leisten war. Er ließ sie als „KR-Blitz-Funkspruch“ versenden. Das Kürzel „KR-Blitz “ war ein Dringlichkeitszeichen der Wehrmacht für besonders wichtige Lagemeldungen, Vermerke oder Befehle.

Bei dem Dokument handelt es sich um eine Kopie des Nachweises der Versendung des Funkspruchs durch das OKW. Sie war bestimmt für den Kriegstagebuchführer im Wehrmachtführungsstab. Das Dokument ist Teil des Bestands RW 47 Führerhauptquartier. Es war wenige Tage nach der deutschen Kapitulation von einem US-Soldaten aus dem Führerbunker mitgenommen worden.

Nur einen Tag später, am 7. Mai 1945, unterzeichnete Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes, in Reims die Gesamtkapitulation der Wehrmacht mit Wirkung zum 8. Mai, 23:01 Uhr. Dies war das Ende der militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten.

Wilhelm Keitel hält einen Marschallstab in die Luft. Neben ihm zeigen Personen den Hitlergruß.
Wilhelm Keitel mit Marschall-Stab (1942)Quelle: BArch, Bild 101I-811-1888-37 / Wagner
Porträtfoto Albert Kesselring (1944)
Porträtfoto Albert Kesselrings (1944)Quelle: BArch, Bild 101I-316-1151-10 / Wittke
Blick auf die Ruine der Münchener Herzog-Max-Burg auf der linken und auf die Frauenkirche auf der rechten Seite
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