Aus sportlicher Sicht begannen die Olympischen Winterspiele 1936 gleich mit einem Erfolg für das deutsche Team. Erstmals wurde bei Winterspielen ein alpiner Skiwettbewerb ausgetragen. Er bestand aus einem Abfahrts- und einem Slalomlauf. Am 9. Februar 1936 gewann der Oberbayer Franz Pfnür die Goldmedaille im Slalom und war damit der erste Olympiasieger in dieser Disziplin. Nach den Spielen wurde Pfnür als Auszeichnung für seinen Sieg zu einem Treffen mit Adolf Hitler auf den Obersalzberg eingeladen.
Nach den Winterspielen wurde Franz Pfnür im Jahr 1937 Skilehrer an der „Reichsschule für Leibesübungen des Reichsnährstandes“ in Wolfsburg. Der Reichsnährstand war die gleichgeschaltete Organisation für die nationalsozialistische Landwirtschaftspolitik. Im selben Jahr trat Pfnür der SS bei.
Das Olympiajahr 1936: Eine Chronologie
1936 blickte die Welt nach Deutschland: Vom 6. bis 16. Februar war Garmisch-Partenkirchen Austragungsort der Olympischen Winterspiele; die Sommerspiele richtete die Reichshauptstadt Berlin vom 1. bis 16. August aus. Das nationalsozialistische Regime erkannte die Möglichkeiten, die das Großereignis für seine Propaganda bot: Der deutsche NS-Staat konnte sich auf der Weltbühne als friedliebende Nation präsentieren – obwohl er Jüdinnen, Juden und Andersdenkende verfolgte, die ersten Konzentrationslager errichtete und heimlich für einen Krieg aufrüstete.
Dieser Beitrag ist Teil unserer Chronologie zum Olympiajahr 1936. Darin finden Sie zahlreiche Beiträge zum Verlauf der Olympischen Winter- und Sommerspiele 1936 sowie zu weiteren Ereignissen des Jahres 1936 mit einer Auswahl an Archivgut aus dem Bundesarchiv.