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Ausschnitt aus dem TV-Sport „Supermarkt“, Teil einer AIDS-Präventionskampagne der ehemaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) von 1990. Das Foto zeigt meherere Menschen an einer Supermarkt-Kasse.

Ausschnitt aus dem TV-Sport „Supermarkt“, Teil einer AIDS-Präventionskampagne der ehemaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) von 1990, Quelle: Bundesarchiv, Aids-Spot: Supermarkt, Film: 14534

TV-Spot zur Aufklärungskampagne „Gib Aids keine Chance“

„Tina, watt kosten die Kondome?“ Ein Werbespot mit Hella von Sinnen und Ingolf Lück sollte Anfang der 1990er Jahre zur selbstverständlichen und tabufreien Nutzung von Kondomen motivieren. Der Spot war Teil einer AIDS-Präventionskampagne der ehemaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

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Hintergrund

„Gib Aids keine Chance“ – auch heute noch ist der Slogan vielen vertraut. Er stammt aus der zwischen 1987 und 2016 geführten AIDS-Präventionskampagne der damaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), dem heutigen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Insbesondere die Werbespots trugen maßgeblich zum langjährigen Erfolg der Kampagne bei. Der Grund: Sie öffneten das eher schwerfällige Thema Sex für den Smalltalk auf der Couch oder im Kinofoyer. Bis heute wird die Kampagne mit den beiden Maximen assoziiert: „Schütze Dich beim Sex“ und „Sei solidarisch mit Infizierten“.

Die Spots schufen nicht nur ein offenes Gesellschaftsklima: Die BzgA prägte mit „Gib Aids keine Chance“ auch eine Marke, die Patin für zahlreiche weitere Gesundheitsschutz-Kampagnen wurde.

Gesundheitsministerin Rita Süssmuth stellt eine neue Plakatserie zur AIDS-Aufklärung von Urlauberinnen und Urlaubern vor, Bonn, 30. Juni 1987
Gesundheitsministerin Rita Süssmuth stellt eine neue Plakatserie zur AIDS-Aufklärung von Urlauberinnen und Urlaubern vor, Bonn, 30. Juni 1987Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-00177393 / Wegemann, Ludwig

Der TV-Spot

Ab den 1990er Jahren sollten die TV-Spots verstärkt zur Umsetzung von „Safer Sex“-Praktiken motivieren. Die zentrale Botschaft war zunächst der selbstverständliche, von sozialen Ängsten und Tabus befreite Kondomgebrauch. In der Rückschau steht für diesen Ansatz vor allem der SpotSupermarkt“ aus dem Jahr 1990. Schon früh sicherte sich die BzgA für ihre Kampagne auch prominente Unterstützung, wie etwa die Komikerin Hella von Sinnen und den Moderator Ingolf Lück. Wohl aufgrund seiner unkonventionell humorvollen Umsetzung ist der Clip über einen von Ingolf Lück gespielten verschämten jungen Mann beim Kondomkauf in einem Supermarkt in kollektiver Erinnerung geblieben. Die von der Kassiererin in Gestalt von Hella von Sinnen lauthals in den Raum gerufene Frage „Tina, watt kosten die Kondome?“ wurde dabei zum inoffiziellen geflügelten Satz der Kampagne.

Neben den Spots verwahrt das Bundesarchiv weitere Unterlagen zum Thema HIV/AIDS in Form von Schriftgut, Bildern und Plakaten. Einige der rund 90 Werbespots sind bereits im Digitalen Lesesaal abrufbar. In einem Beitrag im Digitalen Lesesaal stellen wir zudem die Vielfalt archivalischer Quellen am Beispiel der öffentlichen AIDS-Präventionskampagnen vor. Zum Artikel gelangen Sie über untenstehenden Link.

Weiterführende Informationen

  • Empfang von Menschen mit HIV-Infektion zusammen mit Gerda Hasselfeldt. Frau Hasselfeldt hält ein Plakat zum Welt-AIDS-Tag in die Kamera
    Digitaler Lesesaal

    HIV/AIDS in Film, Bild und Schrift

    Ein Beitrag in unserem Digitalen Lesesaal zeigt Ihnen weitere Dokumente aus dem Bundesarchiv zu den AIDS-Präventionskampagnen.

  • Vergrößerte Darstellung eines Humanen Immunschwächevirus
    Geschichtsgalerie

    „Gemeinsam die Herausforderung annehmen“ – 1. Dezember Welt-AIDS-Tag

    Aufklärung und Prävention statt Diskriminierung und Ausgrenzung: Eine Sammlung von Dokumenten aus dem Bundesarchiv zum Welt-AIDS-Tag.

  • Das Bild zeigt einen Wissenschaftler, wie er ein Reagenzglas, gefüllt mit kleinen Hakenkreuzen, an einen amerikanischen Soldaten übergibt.
    Themenbeitrag

    Die AIDS-Verschwörung

    Anfang der 1980er-Jahre verbreitete sich AIDS auf der Welt. Stasi und KGB streuten das Gerücht, die Krankheit sei als biologischer Kampfstoff in US-Militärlabors entwickelt worden.