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Zeitungsseite mit einem rot markierten Artikel und unterstrichener Überschrift

Zeitungsartikel zur „Jagdbomber-Affäre“ aus „Neue Rhein-Zeitung“ vom 5. November 1959, Quelle: BArch, BL 1/154

Besondere Ereignisse in der Bundeswehr

Zwei Jagdbomber des Typs F-84F stürzten bei einem Instrumentenübungsflug am 22.10.1959 in der Tschechoslowakei ab. Die Piloten geraten in Gefangenschaft.

  • Schwarz-Weiß-Aufnahme von zwei Kampfflugzeugen, die in leichter Rechtsneigung parallel nebeneinanderher fliegen
    Flieger und Flugabwehr F-84F
  • maschinengeschriebene Notiz mit Sätzen im Telegrammstil und geschwärzten Personennamen
    Vermisstenmeldung vom 22. Oktober 1959
  • erste Seite eines maschinengeschriebenen Berichts mit geschwärzten Personennamen und Geburtsdaten
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 1)
  • zweite Seite eines maschinengeschriebenen Berichts mit tabellarisch dargestelltem, zeitlichem Ablaufplan
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 2)
  • dritte Seite eines maschinengeschriebenen Berichts mit tabellarisch dargestelltem, zeitlichem Ablaufplan
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 3)
  • vierte Seite eines maschinengeschriebenen Berichts mit tabellarisch dargestelltem, zeitlichem Ablaufplan
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 4)
  • fünfte Seite eines maschinengeschriebenen und Stichpunkte beinhaltenden Berichts
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 5)
  • sechste Seite eines maschinengeschriebenen Berichts mit Verteiler und dem rot unterstrichenen Empfänger "Staatssekretär"
    Bericht für den Verteidigungsausschuss (Seite 6)
  • maschinengeschriebene Tabelle mit Uhrzeiten, technischen Angaben und Vorkommnissen beim Flugmanöver zweier Bundeswehr-Kampfflieger
    Funkverkehr mit Rhine-Control
  • zwei handschriftlich notierte Fragen sowie drei Vermerke zu einer Befragung von Bundeswehr-Angehörigen; Personennamen sind geschwärzt
    Wortlaut der ehrenwörtlichen Befragung
  • Zeitungsseite mit einem rot markierten Artikel und unterstrichener Überschrift
    „War einer der Jabo-Piloten unerlaubt in der Zone?“ – Zeitungsartikel aus „Neue Rhein-Zeitung“ vom 5. November 1959
  • erste Seite eines maschinentextlichen Dokuments mit geschwärzten Personennamen und Geburtsdaten
    Aufnahme diplomatischer Schritte (Seite 1)
  • zweite Seite eines maschinentextlichen Dokuments mit handschriftlichen Vermerken
    Aufnahme diplomatischer Schritte (Seite 2)
  • maschinengeschriebenes Dokument mit mehreren Stempeln und handschriftlichen Angaben, Daten und Kürzeln
    TASS-Meldung aus Prag
  • maschinengeschriebenes Dokument mit Stempeln mit behördlichen Daten, handschriftlichen Vermerken und Kürzeln
    Verbalnote des Auswärtigen Amtes an die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika (Abschrift)
  • mit Stempel "Entwurf" versehener, maschinengeschriebener Brief mit geschwärzten Namen und persönlichen Daten sowie händischem Vermerk und Unterschrift
    Die Luftwaffe ersucht Hilfe beim Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes.
  • maschinentextliche Abschrift eines Briefes mit geschwärzten Namen, handschriftlichen Korrekturen und Ergänzungen
    Brief eines Jagdbomberpiloten aus dem Untersuchungsgefängnis
  • offizieller Briefbogen des Deutschen Roten Kreuzes mit Logo, maschinengeschriebenem Text und geschwärzten Personendaten
    Schreiben des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes an den Präsidenten des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes
  • maschinengeschriebenes Dokument mit handschriftlich korrigierten und unterstrichenen Textstellen sowie geschwärzter Unterschrift
    Vortragsnotiz für den Inspekteur der Luftwaffe
  • erste Seite einer maschinengeschriebenen Aktennotiz mit geschwärzten Personennamen sowie Zeitangaben und Informationen zu Telefonaten
    Aktennotiz Nr. 3 der Abteilung II 1 beim Führungsstab der Luftwaffe vom 2. Dezember 1959 betreffend Übergabe der beiden Jagdbomberpiloten (Seite 1)
  • zweite Seite einer maschinengeschriebenen Aktennotiz mit geschwärzten Personennamen sowie Zeitangaben und Informationen zu Telefonaten
    Aktennotiz Nr. 3 der Abteilung II 1 beim Führungsstab der Luftwaffe vom 2. Dezember 1959 betreffend Übergabe der beiden Jagdbomberpiloten (Seite 2)
  • dritte Seite einer maschinengeschriebenen Aktennotiz mit geschwärzten Personennamen, Zeitangaben und Informationen zu Telefonaten, zum Teil handschriftlich
    Aktennotiz Nr. 3 der Abteilung II 1 beim Führungsstab der Luftwaffe vom 2. Dezember 1959 betreffend Übergabe der beiden Jagdbomberpiloten (Seite 3)
  • erste Seite einer maschinengeschriebenen Aktennotiz mit geschwärzten Personennamen sowie Zeitangaben und Informationen zu Telefonaten
    Aktennotiz Nr. 4 der Abteilung II 1 beim Führungsstab der Luftwaffe vom 3. Dezember 1959 betreffend Übergabe der beiden Jagdbomberpiloten (Seite 1)
  • zweite Seite einer maschinengeschriebenen Aktennotiz mit geschwärzten Personennamen sowie Zeitangaben und Informationen zu Telefonaten
    Aktennotiz Nr. 4 der Abteilung II 1 beim Führungsstab der Luftwaffe vom 3. Dezember 1959 betreffend Übergabe der beiden Jagdbomberpiloten (Seite 2)
  • Bundeswehr, Luftraumverletzung, Jagdbomber, Piloten, Tschechoslowakei
    „Hier ist etwas wrong“ – Zeitungsartikel aus „Die Welt“ vom 10. Dezember 1959

Am 22. Oktober 1959  gegen 9:16 Uhr Ortszeit starteten zwei Jagdbomber des Typs F-84F vom Fliegerhorst Memmingen zu einem Instrumentenübungsflug auf einer Standardstrecke: Memmingen – Dinkelsbühl – Frankfurt/M. – Bitburg/Eifel – Zweibrücken – Heidelberg – Rottweil – Memmingen. Um 9:50 Uhr Ortszeit erhielt die zuständige Flugsicherungsdienststelle die Meldung, dass einer der Flugzeugführer Schwierigkeiten mit der Sauerstoffanlage habe. Beide Flugzeugführer wurden sofort angewiesen, direkt nach Memmingen zurückzufliegen. Um 10:26 Uhr Ortszeit meldeten beide Maschinen an Fürstenfeldbruck, dass sie jetzt einen Wolkendurchstoß unternähmen und zur Landung in Memmingen ansetzten. Das war die letzte Verbindung, die man mit den beiden Maschinen auffing – Memmingen wartete vergeblich. Sieben Minuten (sogenannte Durchstoßzeit) später wurde Alarm gegeben, die Polizei benachrichtigt und sämtliche Kontrollstellen angerufen.

Es bestand zunächst die Annahme, dass sich die beiden Jagdbomber nur leicht „verflogen“ hätten. Aber die DD-107 und DD-108 blieben verschwunden. Der Treibstoff reichte genau bis um 10:45 Uhr Ortszeit.

Die Piloten wurden Opfer eines fatalen Navigationsfehlers. Sie hatten offenbar das Radioerkennungssignal (Funkfeuer) ihres Heimatflughafens Memmingen mit dem des in der Nähe der tschechischen Grenze gelegenen Flugplatzes Grafenwöhr verwechselt. Hinzu kamen äußerst schlechte Wetter- und Sichtverhältnisse.

Beide Maschinen stürzten in der Tschechoslowakei ab. Die Piloten konnten sich über die Schleudersitze retten, gerieten jedoch in tschechische Gefangenschaft. Sie wurden nach Prag in ein Untersuchungsgefängnis gebracht. Dort verbrachten sie 41 Tage in Einzelhaft, bis sie am 3. Dezember, nach zähen diplomatischen Verhandlungen zwischen der ČSSR und den USA, am Grenzübergang Waidhaus in der Nähe von Pilsen an die bundesdeutschen Behörden übergeben wurden.

Einer der Piloten schilderte auf der Pressekonferenz des Bundsministeriums für Verteidigung am 4. Dezember 1959 die letzten Sekunden des Fluges und dessen „glücklichen“ Ausgang: „Ich glaubte über Memmingen zu sein, als ich durch die niedrige Wolkendecke auf die Tannenbäume stieß. Ich zog hoch, dann war schon Feuer an der Maschine, die Turbine lief nicht mehr. Ich habe den Schleudersitz betätigt. War nicht hoch genug für den Fallschirm, der sich kaum noch öffnen konnte. Da hing ich an einer Tanne, habe den Helm und die Sauerstoffmaske an den Ast gehängt und bin runtergeklettert. Dann suchte ich Menschen und sah braune Uniformen, die ich noch nie gesehen hatte. Jetzt erst merkte ich, dass ich wohl in der Tschechoslowakei war ...“

Ines Zandeck