Chemnitz in den Beständen des Bundesarchivs
Die Stadt Chemnitz ist 2025 Kulturhauptstadt Europas. Auf dieser Seite finden Sie Beiträge zur Stadtgeschichte mit Dokumenten, Fotos und Filmen aus den Beständen des Bundesarchivs.

Menschen auf einer Tribüne während der Feierlichkeiten am 11. Mai 1953 im Rahmen der Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt, Quelle: BArch, Bild 183-19540-0009 / Krueger
Geschichte und Alltagsleben im „Karl-Marx-Stadt“ der 1950er Jahre zeigt diese Geschichtsgalerie anhand von Fotos aus den Beständen des Bundesarchivs.
Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt Chemnitz aufgrund ihrer Industrie als „Sächsisches Manchester“ bezeichnet – im Zweiten Weltkrieg wurde sie jedoch zu großen Teilen zerstört. Nach zehn Luftangriffen durch die Royal Air Force und die United States Army Air Force lagen knapp 80 Prozent der Innenstadt in Trümmern, über 4.000 Menschen waren umgekommen.
Nach dem Ende des Krieges trugen die Chemnitzerinnen und Chemnitzer in freiwilligen Arbeitseinsätzen den Schutt der zerstörten Stadt ab. Der Wiederaufbau folgte in der jungen DDR dem vorkriegszeitlichen Stadtgrundriss, viele historische Gebäude in Chemnitz wurden wiedererrichtet. Dazu zählten das Alte Rathaus, das Opernhaus oder der Rote Turm.
1953 erklärte das Zentralkomitee der SED das Jahr zum „Karl-Marx-Jahr“. Laut einem Bericht der Parteizeitung Neues Deutschland vom 23. November 1952 war die Hauptaufgabe dieses Gedenkjahres, „die werktätigen Massen im Geiste des unversöhnlichen Kampfes für die sozialistische Gesellschaftsordnung zu erziehen.“ Im Zuge dessen erhielt die Stadt Chemnitz am 10. Mai 1953 in einem Staatsakt mit Ministerpräsident Otto Grotewohl einen neuen Namen: Karl-Marx-Stadt.
Nach dieser Umbenennung orientierte sich die Stadtplanung zunehmend am sozialistischen Städtebau. Ab Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre entstanden standardisierte Wohnbauten und markante städtebauliche Elemente wie breite Straßen, weitläufige Plätze und Großbauten in der Innenstadt.
Die Fotos dieser Geschichtsgalerie stammen aus dem Bestand „Bild 183 Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst – Zentralbild“. Er umfasst rund 5,5 Millionen Bilder, größtenteils aus der DDR-Bildagentur „ADN/Zentralbild“. Die Fotos dieses Bestandes präsentieren die DDR aus einer staatlichen Perspektive. Der Bestand sowie zahlreiche weitere Fotos aus der Chemnitzer Stadtgeschichte sind über das Digitale Bildarchiv des Bundesarchivs einsehbar.